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Klaviatur der großen Gefühle
'Auf dünnem Eis': Adelheid Theil und Hendrik Pape finden klare Worte im Theaterstück.  Foto: Gareus-Kugel
26.02.2018 - 00:00 Uhr
Von Veronika Gareus-Kugel

Gernsbach - Zu einer weiteren Premiere hatte das Theater Alte Turnhalle Hilpertsau am Samstagabend eingeladen. Auf dem Spielplan stand die Komödie von Eric Assous "Auf dünnem Eis". Das Publikum sah eine temporeiche Inszenierung mit Adelheid Theil, wohlbekannt aus der SWR-Produktion "Die Fallers", als Karine und Hendrik Pape als ihr Partner Didier in den Hauptrollen. Die Regie führte Thomas Höhne.

Es ist die vierte Eigenproduktion, die das Theater in der alten Turnhalle seit der Eröffnung im Oktober 2016 auf die Bühne bringt. Auch ist man deutschlandweit die zweite Spielstätte, die die fulminante Beziehungskomödie aufführt.

Eine scheinbar einfache Geschichte

Sie erzählt die scheinbar ganz einfache Geschichte eines Paares, dessen Liebe in die Jahre kommt. Falten zeigen sich nicht nur in den Gesichtern, auch die Gefühle werden trockener. Mit aller Macht und viel Fantasie stemmen Karine und Didier sich gegen den Verlust ihres Glücks, doch der Kampf um das Zusammenbleiben treibt absurde Blüten mit unglaublich kuriosen Momenten. Die Komödie erzählt von zwei Menschen, die sich bis ins intimste Detail kennen, sich provozieren und doch nicht voneinander lassen können. Fest machte der Autor die Story an dem Kinoerfolg "Die Brücken am Fluss" nach einem Roman von Robert Wallner und mit Meryl Streep und Clint Eastwood in den Hauptrollen.

Viele Ehepaare oder in Beziehungen lebende Menschen führen die Diskussion über Romantik, Schmetterlinge im Bauch, das Zusammenleben und unversehens findet man sich argumentativ auf ganz dünnem Eis wieder. Karine und Didier geht es da nicht anders.

Die Krux an der Sache ist nur die, im normalen Leben sorgen derlei Unterhaltungen selten so für Gelächter, vom minutenlangen Schlussapplaus einmal abgesehen. Das Stück ist selbsterklärend. Gleichwohl könne man, wie Höhne zu Beginn ausführte, das Stück aus zwei Perspektiven betrachten. Entweder distanziert durch das Schlüsselloch, oder die Zuschauer erkennen sich wieder. Es ist jedoch davon auszugehen, betrachtet man sich die Reaktionen des Publikums, dass die meisten in der voll besetzten Turnhalle das Gespielte an sich heranließen.

Den Schauspielern gelang es auf vortreffliche Weise, durch ihre Charakterisierungen der handelnden Personen eine flotte Komödie, geprägt von witzigen Dialogen und außerordentlich komischen Situationen, auf die Beine zu stellen. Pape und Theil spielten gekonnt die Klaviatur der großen Gefühle, von der romantischen Vorstellung ewiger heißer Liebe bis hin zu Wut und Tränen der Verzweiflung.

Was so harmlos mit einer Szene vor dem Fernseher beginnt, wie es millionenfach in Deutschland jeden Abend in den Wohnzimmern zelebriert wird, steigerte sich im Verlauf von 90 Minuten zu einem unterhaltsamen Krieg der Geschlechter.

Es wurden klare Worte gesprochen. Sie möchte die große Liebe. Worauf er die Frage stellte: "Warum bis du bei mir?" Irgendwann hat jeder schon einmal den Satz gehört. Das Stück lebt vom ständigen Zusammenprall völlig unterschiedlicher Denkweisen und voller Leidenschaft geführter Dialoge sowie von der einen oder anderen mehr oder weniger spontanen Einlage, das Publikum um Geld zu bitten - zum Kauf von Nüsschen für den gemütlichen DVD-Abend, der dann doch nicht stattfand.

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