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Mülltonnen sorgen für dauernde Abfuhren
Wie nun? Griff nach vorne oder hinten? Im Landkreis ist die Stellung der Mülltonnen bei der Abfuhr auch in engen Straßen wie beim Alten Rathaus in Gernsbach derzeit unerheblich.  Foto: Metz
27.02.2018 - 00:00 Uhr
Gernsbach (ham) - Die Bevölkerung im Landkreis Rastatt gehört zu den vorbildlichen - zumindest, was die Müllvermeidung und -trennung anlangt. Das ergeben die alljährlichen Statistiken im Bundesland: Die Mittelbadener lagen im Vorjahr in der Kategorie der 27 städtisch geprägten Kreise dank eines vergleichsweise geringen Aufkommen von 92 Kilogramm an Haus- und Sperrmüll je Einwohner auf einem Medaillen-Platz im Ländle.

76 Kilogramm des Abfalls werden mittlerweile wiederverwertet. Fleißig wird auch der Biomüll getrennt. Der Landkreis konstatiert eine Rekordmarke von 17000 Tonnen. Eine löbliche Entwicklung - aber bei den Mülltonnen zeigt sich zuweilen auch die Hartnäckigkeit. Jürgen Gelbarth kann ein Lied davon singen. Er hat einen Hausmeister-Service und holt sich dauernd Abfuhren seiner Kunden wegen vermeintlich falsch postierter Tonnen ab. Der ordentliche deutsche Mülltrenner achtet nämlich auch darauf penibel, dass alles am Wegesrand so wie gewünscht steht: Die Haltegriffe an den gelben, grünen, grauen und braunen Gefäßen sollten gemäß Aufklebern in Richtung Häuser zeigen. Grund waren die Seitenlader an den Müllwagen, die umgriffen und die Tonnen so packten.

Doch nun hat die Mittelbadische Entsorgungs- und Recyclingbetriebe GmbH (MERB) in Achern keine Seitenlader mehr und "stellte komplett um", wie Karin Zettner vom Abfallwirtschaftsamt des Landkreises Rastatt berichtet. Müllmänner nehmen die Tonnen wieder in die Hand. "Das weiß aber kaum einer", klagt Gelbarth und muss sich mit seinen Mitarbeitern "dauernden Reklamationen, wir würden die Mülltonnen falsch herum hinstellen", erwehren. Die Kunden würden zudem die Mülltonnen wieder drehen.

"Das ist nicht erforderlich. Beide Richtungen sind in Ordnung", stellt Zettner klar, dass es der MERB egal sei, ob die Deckelöffnung nach vorne oder hinten zeige. Weil es "keine Probleme gibt", habe der Landkreis bis dato keine Veranlassung gesehen, die Aufkleber auf allen Mülltonnen zu ändern. "Das wäre eine Riesenaktion und erscheint uns unnötig. Aus Sicht der MERB läuft alles ganz gut", unterstreicht Zettner.

Gelbarth sieht es als Hausmeister mit mehr als einem Vierteljahrhundert Berufserfahrung anders. Ihn nerven die permanenten Reklamationen, weshalb er Informationsbedarf aus dem Landratsamt sieht. Darauf wies er die Behörde auch schon hin. Zudem zeigt der Gernsbacher ein Herz für die Müllmänner: "Die müssen pro Fahrzeug täglich 1800 bis 2000 Tonnen leeren. Müssen sie jedes Mal drei bis vier Schritte mehr machen, um die Tonne in Position zu drehen, sind das 6000 bis 8000 Schritte am Tag mehr", sieht Gelbarth nicht nur für seinen Hausmeisterservice eine Erleichterung. "Und wenn jede Aktion ein paar Sekunden spart, sind die Mitarbeiter auch schneller fertig", ergänzt er mit Blick auf die unzähligen Müllgefäße, denn der Landkreis verbreitete unlängst, dass "allein die Zahlen der grauen und braunen Tonnen sich der 100000er-Marke nähern".

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