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Donuts auf Wohnmobilstellplatz kosten Führerschein
Donuts auf Wohnmobilstellplatz kosten Führerschein
28.02.2018 - 00:00 Uhr
Gernsbach (stj) - Bei Donuts denken die meisten an die handtellergroßen amerikanischen Krapfen aus Hefe- oder Rührteig. Dass man Donuts auch mit dem Auto drehen kann, ist dagegen nicht allen bekannt. Dafür benötigt man einen mehr als 200 PS starken Pkw mit Heckantrieb. Fährt man mit diesem im ersten Gang unter Vollgas an und schlägt das Lenkrad voll ein, dreht sich das Auto im Kreis. Mehrere solche Manöver absolvierte ein 38-Jähriger am Morgen des 21. Oktober 2017 auf dem Wohnmobilstellplatz in Obertsrot.

Sein Pontiac Firebird schleuderte dabei den losen Bodenbelag umher, verursachte Spurrillen auf dem Platz und beschädigte ein Wohnmobil, dessen Seitenscheibe durch einen Stein zu Bruch ging. Vom Besitzer darauf aufmerksam gemacht, behauptete der waghalsige Fahrer, der Schaden stamme nicht von ihm. Er stieg wieder ein, drehte einige weitere Donuts und fuhr davon. Als ihn kurz darauf die Polizei zu Hause antraf, war der 38-Jährige alkoholisiert. Ein Bluttest ergab einen Wert von mehr als zwei Promille. Der Führerschein wurde eingezogen. Das hielt den Mann allerdings nicht davon ab, sich am 20. November erneut hinters Steuer zu setzen. In Gernsbach wurde er ohne Fahrerlaubnis erwischt. Wegen dieser Ansammlung von Delikten musste er sich gestern vor dem Amtsgericht verantworten.

Die Donuts auf dem Wohnmobilstellplatz gegenüber dem Schwimmbad in Obertsrot räumte er ein, auch das Fahren ohne Fahrerlaubnis. Allerdings betonte der Murgtäler, bei seiner morgendlichen Spritztour nicht betrunken gewesen zu sein. Zudem habe er am Wohnmobil des Geschädigten keine kaputte Scheibe erkennen können, weshalb er auch den Vorwurf der Fahrerflucht zurückwies. Die zwei Promille habe er sich erst nach der Donuts-Tour genehmigt. Mit dieser habe er den Kühler testen wollen, an dem er zuvor rumgeschraubt hatte. Weil er mit dem Ergebnis zufrieden gewesen sei, habe er sich je eine 0,2-Liter-Flasche Doppelkorn und Wodka sowie ein Radler gegönnt; ehe ihn die Polizei gegen 10.35 Uhr daheim antraf.

Die Angaben des Angeklagten zu seinem Alkoholkonsum nahm Rechtsmediziner Professor Dr. Markus Große Perdekamp (Freiburg) genauer unter die Lupe. Der Sachverständige kam zu dem Ergebnis, dass die angegebene Menge nicht ausgereicht haben dürfte, um auf diesen Promillewert zu kommen - zumal es offensichtlich sei, dass der Angeklagte Alkohol gewohnt ist.

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft ging daher auch von einer Schutzbehauptung aus. Zudem gebe es keinen Grund, an den polizeilich protokollierten Aussagen des Paars zu zweifeln, das sich in dem beschädigten Wohnmobil befand. Außerdem sei der Schaden (535 Euro) inzwischen von der Versicherung des Angeklagten beglichen worden. Also habe sich neben der vorsätzlichen Gefährdung des Straßenverkehrs auch der Vorwurf der Fahrerflucht bestätigt. Amtsgerichtsdirektor Ekkhart Koch folgte dieser Einschätzung und verurteilte den Murgtäler zu einer Geldstrafe von 2100 Euro und einer Führerscheinsperre von acht Monaten. Zuguter Letzt gab er dem Mann mit auf den Weg, sein Leben zu ändern - insbesondere im Bezug auf dessen Alkoholkonsum, der ihn schon einmal vor den Kadi brachte, was ein Blick ins Bundeszentralregister zeigte.

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