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Rettungsspender helfen gegen Versorgungsengpass
Zum Blutspende-Aktionstag in der HLA Gernsbach kommen 69 Erstspender. Foto: Juch
02.03.2018 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach - Wegen der Grippe- und Erkältungswelle werden Blutkonserven in Baden-Württemberg knapp. Nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) fehlen derzeit etwa 15 Prozent der normalerweise vorhandenen Blutkonserven, da Menschen mit grippalen Infekten nicht zur Blutspende zugelassen sind. Da kommt eine Aktion wie "Die Rettungsspender von Gernsbach" gerade recht, die am Dienstag in der Handelslehranstalt (HLA) stattgefunden hat.

97 junge Menschen, davon 69 Erstspender, kamen zum Aderlass. Seit vielen Jahren schon macht die Bildungseinrichtung in Trägerschaft des Landkreises Rastatt mit ihrem Aktionstag Werbung für die Spende des kostbaren Lebenssafts. "Ich finde das so klasse, dass es hier in Gernsbach eine solche Aktion gibt, auf die wir uns verlassen können", freute sich Eberhard Brachhold. Er ist Regionalleiter Baden beim DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen und kam nach Gernsbach, um sich ein Bild von den Aktivitäten der Schüler zu machen.

Diese sind nämlich nicht nur für den Ablauf des Blutspendeaktionstags zuständig, sondern bereiten ihn auch akribisch vor - mit einer entsprechenden Werbekampagne und natürlich im Unterricht, wie Projektkoordinatorin Claudia Wißler von der HLA im BT-Gespräch betonte. "Man merkt, dass die Schüler über sich hinauswachsen, jeder Einzelne ist gefragt", ergänzte ihr Kollege Benjamin Steinhauser. Es gebe kaum eine besseres Lernumfeld für gesellschaftliches Engagement, erkannte auch Brachhold an: "Die jungen Leute kann man so für Dinge begeistern, die wirklich sinnvoll sind."

Schüler stehen Modell für Werbekampagne

Und das ist die Blutspende - und zwar dauerhaft: Blut hat kein endloses Haltbarkeitsdatum", erklärte der Experte vom DRK und verwies zum Beispiel auf Leukämie-Patienten, die dauerhaft auf "Nachschub" angewiesen sind. "Blutplättchen halten aber nur vier Tage, danach sind sie nicht mehr verwendbar", unterstrich Brachhold die Notwendigkeit dauerhafter Versorgung. Von daher ist es die Zielvorgabe des Blutspendediensts, die Krankenhäuser entsprechend zu versorgen. Gerade in Baden habe man derzeit mit enormen Einbußen zu kämpfen, denn die Grippewelle sei hier am stärksten, sagte Brachhold: "Die Krankenhäuser machen aber keine Pause. Jetzt sind alle Gesunden gefragt. Für uns wäre es der Super-GAU, diese nicht mehr versorgen zu können."

Damit das nicht geschieht, leistete die HLA am Dienstag einmal mehr einen wichtigen Beitrag. Bei kaum einer herkömmlichen Spendenaktion werden so viele Erstspender generiert. Das sei laut Wißler auch der Tatsache geschuldet, dass die 26 Schüler der Klasse BFW2 (Berufswirtschaftsschule), die diesmal für die Aktion verantwortlich zeichneten, "unheimlich engagiert Werbung betrieben haben". So zum Beispiel bei der Papiermacherschule oder in der Steinbeis-Akademie. Beide stellen ihre Schüler beziehungsweise Studenten Jahr für Jahr vom Unterricht frei, damit sie in der HLA zum Aderlass kommen können. Dieser kann sich auch abseits des selbstlosen Engagements für Hilfsbedürftige lohnen, denn jeder Spender nimmt bei der HLA an einer Tombola teil, für die von knapp 50 Sponsoren 130 Preise eingesammelt worden sind. Und nach dem Aderlass konnten sich die Spender am bereitgestellten Cateringangebot der Schüler stärken.

Die jungen Leute werden so ganz anders an die Blutspende herangeführt, wenn sie sich ein Vierteljahr lang intensiv und auf mehreren Ebenen damit beschäftigen, meinten die Lehrkräfte. "Und es machte ihnen großen Spaß", verwiesen sie zum Beispiel auf die Erstellung der drei Werbekampagnen im Vorfeld, für die die Schüler unter anderem selbst Model standen - wie für das Plakat und den Flyer, die letztlich ausgewählt wurden. Sie zeigen zwei Schülerinnen und einen Schüler in roten Badeklamotten am Strand - angelehnt an die berühmte US-Fernsehserie Baywatch unter dem Slogan "Die Rettungsspender von Gernsbach" (statt "Die Rettungsschwimmer von Malibu").

Die nächste Gelegenheit, in Gernsbach Blut zu spenden, bietet sich am Donnerstag, 8. März, von 14.30 bis 19.30 Uhr im DRK-Haus, Am Bachgarten 9. Mit Anmeldung, Untersuchung und anschließendem Imbiss sollten Spender eine gute Stunde Zeit einplanen.

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