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Mobiler Garten in der Kiste
Frisches Gemüse aus der Gartenkiste - Friedbert Fellmoser (links) und Karl Großmann vom OGV Weisenbach bieten 'Boxgardening' an.  Foto: Mack
03.03.2018 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Weisenbach - "Auf dem Acker will sich heute keiner mehr rumplagen" , sagt Karl Großmann, der Vorsitzende des Weisenbacher Obst- und Gartenbauvereins. In den steilen Lagen der Gemarkung ist das nicht mehr Jedermanns Sache. "Viele wollen gerne gärtnern, trauen sich aber nicht", ergänzt Friedbert Fellmoser, sein Stellvertreter. Die Weisenbacher fragten sich, wie sei helfen könnten, und kamen auf die Idee "Boxgardening" - ein kleiner Garten in der Kiste.

Immer mehr Verbraucher seien durch Lebensmittel- und Umweltskandale, die auch vor Obst und Gemüse nicht haltmachen, verunsichert. Dadurch wachse der Wunsch nach mehr Selbstversorgung. Gemüse wieder selbst anzubauen sei ein Ansatz, aber es fehlten oft Zeit und der Garten. Hier setzt die Idee der Weisenbacher an, "Boxgardening", das "Kistengärtnern", ist ein Trend, der interessierten Murgtälern den Wunsch nach Eigenproduktion erfüllen könne. Eine komplette Selbstversorgung sei mit einer Kiste natürlich nicht machbar, weiß Fellmoser - aber es sei ein Einstieg, ein problemloser Weg zum eigenen Gemüse, und bei Bedarf können es auch mehrere Boxen werden.

Die Idee des mobilen Gärtnerns ist in großen Städten entstanden. Brachland, das bebaut werden soll, konnte oft nicht lange benutzt werden - ein Garten musste auch mal "umziehen", erläutern die Weisenbacher. Die Lösung ist ein einfaches, transportables Beetsystem, das jetzt im Murgtal vorgestellt wird. Das Gemüse wird nicht mehr in die Erde gepflanzt, sondern direkt in eine mit Erde gefüllte Box. Obstkisten aus Holz oder Kunststoff-Gitterboxen seien möglich, diese müssten aber für die Gärtnerzwecke hergerichtet werden. Die Erde dürfe nicht herausrieseln und das Wasser nicht entweichen.

Die Weisenbacher haben sich deshalb für schwarze Kunststoffbehälter, sogenannte "Speiskübel", entschieden. Die sind wasserundurchlässig, werden durch Sonnenstrahlen stärker erwärmt und - ein nicht zu vernachlässigender Faktor - durch ihre Außenwulst können sie auch von Schnecken nicht so einfach heimgesucht werden. Der "Platz an der Sonne" kann im Garten, neben der Garage, auf dem Balkon oder auf der Terrasse sein. Der zeitliche Aufwand ist recht gering. Regelmäßig muss gegossen werden, im Urlaub kann die 40 mal 70 Zentimeter große Gemüsekiste auch zum Nachbarn oder zu Freunden umziehen.

"Wir wollen mit diesem An gebot junge Familien an das Thema gärtnern heranführen", erläutert Fellmoser einen Hintergrund der Aktion. Deshalb habe man den Begriff "Boxgardening" gewählt, weil der eben modern klinge. Aber auch ältere Bürger seien angesprochen, die ihre eigenes Gemüse ziehen wollen, jedoch aus verschiedenen Gründen nicht mehr auf Äckern arbeiten können oder wollen. Rückenschonender Gemüseanbau - kein Problem mit den Kisten - einfach hoch stellen, schon muss man sich nicht mehr bücken, erläutert Fellmoser.

Die Kisten werden im Vereinsgarten gemeinsam hergerichtet, befüllt, bepflanzt und anschließend mit nach Hause genommen. Kisten, Gartenerde, Dünger und Erstbepflanzung stellt der OGV gegen eine Gebühr von zehn Euro zur Verfügung.

Einfache Sorten zum Start

Anfängern raten die Hobbygärtner zu einfachen Gemüsesorten wie Salat, Radieschen, Kohlrabi oder Tomaten. So könnte zum Beispiel eine erste Kiste im Frühjahr mit Pflücksalat, Radieschen und Schnittlauch bepflanzt werden. Nach der Ernte folgen im Mai Tomaten und Basilikum. Die "Herbstkiste" wäre dann mit Endiviensalat, Rucola oder Feldsalat bestückt.

Spätestens zu den jeweiligen Pflanzterminen sind Treffen im Vereinsgarten vorgesehen. "Sollte es Probleme geben, helfen wir natürlich weiter", versprechen Großmann und Fellmoser. Sie freuen sich auf viele Interessierte. "Boxgardening" ist ein tolles Projekt für Menschen jeden Alters, sind sie sich sicher. Die Teilnahme ist unverbindlich, eine Mitgliedschaft im OGV nicht erforderlich.

Infos und Anmeldung bei Karl Großmann, (07224) 5860, Friedbert Fellmoser, (07224) 40354 oder per WhatsApp unter (01513) 2564783.

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