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Ins Gespräch kommen und Barrieren überwinden
'Miteinander' heißt es seit März an jedem ersten Freitag im Monat von 15.30 bis etwa 17 Uhr im H 10 Treffpunkt Vielfalt Gernsbach. Foto: Uebel
06.03.2018 - 00:00 Uhr
Gernsbach (ueb) - H10: Noch nicht allen Gernsbachern ist diese neue Adresse mitten in der Altstadt geläufig. Und mancher, der an der Hauptstraße 10 vorbeigeht, wundert sich vielleicht, dort hinter Schaufensterscheiben nicht wenige Menschen verschiedenen Alters versammelt zu sehen. Umso bekannter und wichtiger ist diese Adresse für Flüchtlinge und Asylbewerber, aber auch für Alt- und Neubürger der Stadt, die Kontakte zu ihren Mitmenschen suchen.

Seit September vergangenen Jahres finden besonders Migranten in den Räumen auf dem Stadtbuckel Hilfe beim Zurechtfinden im neuen Umfeld, beim Lösen von Problemen und immer auch die Gelegenheit, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Täglich mehrere Stunden (außer an den Wochenenden) steht die Tür allen offen, die sich Hilfe erhoffen. Es ist dann immer jemand da, der in manchen Fragen gelegentlich sofort helfen kann oder sich um fachliche Hilfe kümmert.

Viele Probleme wären weit weniger groß, wenn da nicht die Sprachbarrieren wären. Dabei hilft bei der Integration nichts mehr als das Erlernen der deutschen Sprache. Stellen die Sprachkurse für Erwachsene und die Unterstützung der Kinder bei den Hausaufgaben ein wichtiges Fundament dar, reichen manchmal schon Kontakte zu Einheimischen aus, um manche Hürden abzubauen "Jeder, der vorbeischaut und sich mit den potenziellen Neubürgern unterhält, hilft ihnen beim Erlernen der Sprache", erklärt Dagmar Freundel, eine der Ehrenamtlichen. Und auch wer über keine pädagogischen Fähigkeiten verfügt, ertappt sich beim Überwinden eigener Zurückhaltung und bei der Erweiterung des eigenen kulturellen Horizonts.

"Miteinander" heißt es seit März an jedem ersten Freitag im Monat von 15.30 bis etwa 17 Uhr: ein gemütliches Treffen bei Kaffee, Tee, Kuchen und Knabberei. "Es ist nun an der Zeit, dass es solch ein Angebot gibt, das Gelegenheit bietet, auf lockere Weise miteinander ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen", findet Freundel, die zum Startteam des neuen Begegnungsformats gehört.

Unter dem Motto "Frühling" war es am vergangenen Freitag also soweit. Wer beim Betreten der Räume etwa befürchtete, keinen Sitzplatz mehr zu bekommen, für den brachte der umsichtige Basem Sarghani gleich eine solche von irgendwo her, Dagmar Freundel goss Tee ein, Amatullah Bruska und Ragnar Khan boten Gebäck an. Niemand musste vor der Tür umkehren. Schnell war zwischen Frauen, Männern und Kindern mehrerer Nationen ein Plätzchen frei, um etwas zu plaudern. Eine sprachliche Basis war bei den Kindern gar nicht notwendig, die ergab sich im Spiel. Und auch die Erwachsenen kommunizierten auf eine Weise, die mit wenigen grammatischen Regeln auskam und sich aus mehreren Sprachen zusammensetzte. Egal wie: Es funktionierte auch dank Gestik, Mimik und vor allem viel Spaß am Singen einiger Frühlingslieder. Der "Bruder Jakob" fehlte dabei nicht und plötzlich war auch die "Weihnachtsbäckerei" in vieler Munde.

Viel zu schnell verging die Zeit. Die Hoffnung, dass die Beteiligung beim nächsten Treffen Anfang April wieder so groß werde, verbanden die Initiatoren mit der Übergabe zarter frühlingshafter Zweige, eines irischen Spruchs und eines gefalteten Papierschmetterlings an die Kinder. Speziell für die Jüngsten sind ab April zusätzlich besondere Veranstaltungen geplant.

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