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Ritter Fips und "Der Tanz der Nippfiguren"
Crista Stiegenroth und Michael Grüber treffen mit ihrer Hommage an Heinz Erhardt den Geschmack des Kirchl-Publikums. Foto: Gareus-Kugel
12.03.2018 - 00:00 Uhr
Von Veronika Gareus-Kugel

Gernsbach - Das hintergründige, verschmitzte Lächeln, die für Heinz Erhardt typischen Wortspiele und verdrehten Redewendungen sowie seine Lust am Dichten waren für ihn der Schlüssel zum Erfolg. In diese von Humor geprägte Welt entführten am Samstagabend Christa Stiegenroth und Michael Grüber mit ihrer "Heinz-Erhardt-Revue" im restlos gefüllten Kirchl in Obertsrot.

Erhardts Gedichte, Sketche, Pointen und Gags sind unvergessen. Der 1909 in Riga geborene Künstler kann getrost als erster deutscher großer Comedian bezeichnet werden und ist auch einem jüngeren Publikum noch wohlbekannt. Dennoch hatten auf den Stühlen zumeist ältere Semester Platz genommen, von denen fast jeder die eine oder andere Zeile des Dichters, Komikers, Schauspielers oder Komponisten mitsprechen konnte.

Sie erlebten, vor dem Hintergrund eines bewegten Künstlerlebens, ein Feuerwerk der Unterhaltung - angefüllt mit Erinnerungen, Gedichten und Liedern des Poeten.

"Noch'n Gedicht" ist mittlerweile zu einem geflügelten Ausdruck geworden. Dies und noch vieles mehr verpackten Stiegenroth und Grüber in eine herrlich-humorige Revue. Sie stieß uneingeschränkt auf die Zustimmung des Publikums.

Das Duo zelebrierte voller Genuss die Dichtkunst des genialen Sprachdrechslers. Dieser schrieb einst: "Ihnen allen recht herzlich dafür zu danken, dass Sie sich hier teils nieder, teils herabgelassen, um das gelassen an sich vorüberziehen zu lassen was wir hier vom Stapel gelassen." In diesem Sinne nahm das Geschehen auf der kleinen Kirchl-Bühne seinen heiteren Verlauf.

Ohne Mühe und mit herzerfrischender Individualität hauchten die Darsteller den Liedern und Klavierstücken neues Leben ein. Zu einem attraktiven Höhepunkt einer Show voller Rasanz ließ das Künstlerduo Ritter Fips werden. Voller Emotionen war "Der Tanz der Nippfiguren", inszeniert mit kleinen Handpuppen. Es durfte auch nicht "Die Made" fehlen. Ein Vortrag, der ein vielfaches Echo im Publikum hervorrief.

Die Künstlerfigur Heinz Erhardt ist zwischenzeitlich Kult. Er war die Nummer eins der Wirtschaftswunder Ära und ein Star einiger erfolgreicher Fernsehfilme, wie "Witwer mit fünf Töchtern" oder "Immer diese Radfahrer". Sein Markenzeichen war die Hornbrille. Auch diese wurde von Stiegenroth und Grüber thematisiert: "Brille - man macht viel durch."

Mit Humor kommt man leichter durchs Leben, lautete einer von Erhardts Leitsprüchen. Der von ihm gepflegte Humor bewegt sich jedoch abseits schenkelklopfenden Witzes. Und so kreisen viele seiner Gedichte auch um die Themen Vergeblichkeit, Vergänglichkeit und Tod, versehen mit einer großen Portion schwarzen Humors.

Achtung Schüttelreime, hieß es nach der Pause. Mit Gelächter quittierte das Publikum das kurze Theaterstück "Der Hausfreund". Die Pointe: Die Sätze und Worte durften immer nur mit dem selben Buchstaben - in diesem Fall mit einem "G" - beginnen. Das Publikum machte begeistert mit.

Das während der Revue Präsentierte reichte vom "Walzer für einen Wahnsinnigen", über die Titel "Bin ich verliebt", "Ritter Fips und die Jungfrau" oder "Agamemnon", bis hin zum Lehnlied (ich lehne mich aus dem Fenster) und einem kraftvoll inszenierten "Gewitter mit Präludium in c-Moll". Darin auch eingebettet Lebensstationen des Kindes und späteren Komikers Heinz Erhardt. Den pointierten Schluss zierte natürlich "Fährt der alte Lord fort, fährt er nur im Ford fort." Zugaben waren unvermeidlich.

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