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"Nicht viel Spielraum in Loffenau"
14.03.2018 - 00:00 Uhr
Von Hartmut Metz

Loffenau - Markus Burger sieht "nicht viel Spielraum in Loffenau". Bei seiner ersten Haushaltsrede im Gemeinderat bezog sich der Bürgermeister dabei auf die freiwilligen Aufgaben der Kommunen und nicht das Angebot für Kinder. Deren "sehr gute Betreuung" soll in den Kindergärten ausgebaut werden, um Familien in Loffenau zu halten oder neue anzuziehen - denn mit der Einwohnerzahl stehen und fallen die Einnahmen der Gemeinde.

Der kleine Ort mit 2552 Einwohnern (Stand: Ende 2017) sieht sich abgekoppelt von der generellen Entwicklung in der Republik: "Ich bringe den Haushalt in einer Zeit ein, in der die Wirtschaftsunternehmen Rekordumsätze und -gewinne verkünden, die öffentliche Hand Rekordsteuereinnahmen vermeldet und in Deutschland nahezu Vollbeschäftigung herrscht. Gute Vorzeichen also, könnte man meinen", begann Burger gestern Abend seine Ausführungen in der Gemeinderatssitzung und schränkte gleich ein, "doch das trifft auf uns in Loffenau so nicht ganz zu. Der Haushalt 2018 ist zwar ordentlich, die mittelfristige Finanzplanung bis zum Jahr 2021 zeigt aber ganz deutlich, dass wir nicht viel Spielraum für freiwillige Aufgaben haben."

Diesen Spagat will die Rathausspitze um Burger und Kämmerin Daniela Tamba mit einem Haushaltsvolumen von 8,2 Millionen Euro bewältigen. So dies der Gemeinderat in den nächsten Wochen nach seinen Beratungen absegnet, wächst der Haushalt im Vergleich zum Vorjahr um rund 540000 Euro. Der Zuwachs beträgt allein im Verwaltungshaushalt 460000 Euro, so dass dieser auf knapp über sieben Millionen Euro anschwillt. Obwohl sich der Vermögenshaushalt laut Burger "im Wesentlichen aus Pflichtausgaben" ergebe, steigen die Ausgaben hier gemäß der Pläne um etwa 80000 Euro auf heuer 1,17 Millionen Euro. Immerhin stammt fast die Hälfte (517000 Euro) davon aus einer "sehr ordentlichen Zuführungsrate", betonte der Bürgermeister. Nach Jahren ohne Neuverschuldung erwarte die Verwaltung jedoch wieder eine "geringe Kreditaufnahme von 106000 Euro".

Noch schwärzer sieht Burger für die Jahre danach mit höheren Schulden, Rücklagenentnahme und dem Verkauf von weiteren Bauplätzen, von denen die Gemeinde ohnehin nur fünf übrig hat - und 2018 zwei davon zu verkaufen gedenkt. "Die Vorausschau auf 2019 bis 2021 sieht aus heutiger Sicht nicht rosig aus", plädierte das Ortsoberhaupt wegen all der vielen Pflichtaufgaben für eine "Aufgabenkritik", wie es Burger schon im Vorjahr in seinem Wahlprogramm genannt hatte. "Wir müssen uns fragen, was wollen wir uns künftig noch leisten?"

Leisten will sich Loffenau zumindest eine weitere Verbesserung der Kinderbetreuung. Der Ausbau des Kindergartens Kirchhaldenpfad und der Kauf eines Baugrundstücks an der Brunnengasse für eine eventuelle Erweiterung des zweiten Kindergartens schlagen mit 230000 Euro zu Buche. Die weitere Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED (100000 Euro) und 260000 Euro als erste Tranche für das Regenüberlaufbecken Igelbach machen sich im Haushalt ebenso besonders bemerkbar.

"Sehr gute" Betreuung erhalten

Warum ihm das "sehr gute" Betreuungsangebot für Kinder in Loffenau so wichtig ist, machte Burger anhand der Einnahmen-Seite deutlich: "Im Verwaltungshaushalt entfallen 42 Prozent auf den Anteil aus der Einkommenssteuer und auf die Zuweisungen aus dem Finanzausgleich - beide Einnahmearten sind dabei abhängig von der gesamtwirtschaftlichen Lage und von der Einwohnerzahl. Die Frage, wie wir in Loffenau unsere Einwohnerzahl halten oder sogar leicht steigern können, bringt mich automatisch auf die Ausgabenseite des Verwaltungshaushaltes", gelang dem Bürgermeister der Schwenk: "Eine gute Kinderbetreuung ist eines der entscheidenden Kriterien, wenn nicht das entscheidende Kriterium, wenn junge Familien sich für einen Wohnort entscheiden." Dieses Ziel birgt aber Nachteile - nämlich noch höhere Ausgaben. "Aktuell müssen wir uns gewaltig strecken: Die Kinderzahlen steigen - und so müssen wir eine weitere Krippengruppe einrichten, um den derzeitigen, schon bestehenden Bedarf abzudecken. Und mehr Kinder bedeutet auch mehr Personal", referierte Burger gestern über die Spirale. Der jährliche Zuschussbedarf klettert dadurch von 540000 auf künftig mehr als 700000 Euro.

Merklich steigen im Haushalt 2018 die Personalkosten: Die Zunahme um neun Prozent (93000 Euro) auf 1,125 Millionen Euro fuße jedoch nicht auf einer "Stellenmehrung". Die Steigerung resultiere vor allem aus der Pensionierung zweier altgedienter Kräfte: Bürgermeister Erich Steigerwald ging Ende 2017, das Jahr zuvor Amtsleiter Georg Lamparth, was nun 2018 rund 68000 Euro kostet.

Heuer möchte Burger einen zweiten Amtsleiter einstellen. "Hier wollen wir aber keine zusätzliche Stelle schaffen, sondern eine freigewordene Sachbearbeiterstelle nicht mehr besetzen", erläuterte Burger und betonte, "der Gemeinderat muss hierüber aber noch beschließen." Einhergehend mit der zusätzlichen Amtsleiterstelle werde es zu einer geänderten Organisation innerhalb der kleinen Verwaltung kommen. Dies sei "aufgrund der Aufgabenzuwächse in den vergangenen Jahren notwendig geworden".

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