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"Absolut meinen Traumberuf ergriffen"
'Die Amtskette steht Ihnen sehr gut', meint Bürgermeister-Stellvertreter Helmut Möhrmann (rechts) bei der Amtseinführung von Markus Burger vor 100 Tagen.  Foto: Metz
22.03.2018 - 00:00 Uhr
Loffenau - Mit seiner zupackenden wie ruhigen, zuverlässigen Art hat Markus Burger mittlerweile sicher auch die meisten Loffenauer für sich eingenommen, die sich beim Wahlsieg am 24. September noch für Sascha Maier entschieden haben. Der klare Ausgang mit über 70 Prozent der Stimmen war für Burger ein Triumph, denn der aus Altersgründen ausscheidende Langzeit-Bürgermeister Erich Steigerwald hatte auch Maier als "veritablen Kandidaten" gepriesen. Nun ist Burger seit 100 Tagen im Amt. Mit dem Rathaus-Chef unterhielt sich Hartmut Metz über die ersten Monate in seinem "Traumberuf".

BT: Herr Burger, 100 Tage im Amt: Wie fühlt es sich an?

Markus Burger: Es fühlt sich sehr gut an! Die 100 Tage sind wie im Flug vergangen. Es kommt mir vor, als ob ich schon länger im Amt wäre.

BT: Ist es Ihr Traumberuf, so wie Sie es sich als Kind ausgemalt haben und damals verkündeten, Rathauschef in Loffenau werden zu wollen?

Burger: Nach drei Monaten im Amt habe ich zwar erst einen Bruchteil aller Themen und Ereignisse erlebt, die der Beruf des Bürgermeisters mit sich bringt. Ich kann Ihnen jedoch versichern, dass ich nun absolut meinen Traumberuf ergriffen habe. Es gibt wohl nichts Schöneres, als seinen Heimatort aktiv mitgestalten zu dürfen.

Interview

BT: Hat eine kleine, etwas abgelegene Gemeinde wie Loffenau heutzutage mehr Probleme zu lösen oder sehen Sie frohgemut doch eher die positiven Seiten der Herausforderungen?

Burger: Ich denke, wir haben es in Loffenau mit ähnlichen Problemen wie manch andere Murgtal-Gemeinde zu tun - und diese sind lösbar. Unsere Lage bringt aus meiner Sicht mehr Vorteile denn Nachteile mit sich: Die meisten Bürgerinnen und Bürger pendeln ins Murgtal zur Arbeit, hier sind wir sehr gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Wir bieten vergleichsweise günstigen Wohnraum in toller landschaftlicher Lage, haben ein tolles und vielfältiges Freizeitangebot für Jung und Alt und wir sind ein Ort mit hoher Lebensqualität.

BT: Welche Aufgaben dominierten die ersten drei Monate?

Burger: Ganz klar die Erfüllung des gesetzlichen Anspruchs in der Kinderbetreuung. Hier sind wir auf einem guten Weg. Der in die Wege geleitete Umbau im Kindergarten Kirchhaldenpfad wurde nun seitens der Baurechtsbehörde genehmigt, und mit dem neuen Angebot der Kindertagespflege wollen wir voraussichtlich im Mai starten. Mit dem Kauf des Baugrundstücks am Kindergarten Brunnengasse haben wir uns zudem eine Reservefläche für eine gegebenenfalls notwendig werdende Erweiterung des Kindergartens gesichert.

BT: Im Gemeinderat ist der Umgang miteinander ein anderer seit dem Wechsel. Ihr Vorgänger Erich Steigerwald war stets sehr dominant. Jetzt darf auch FWG-Chef Reiner Singer, der sich oft als einziger Widerspruch traute, ungestraft etwas sagen.

Burger: Zu meinem Vorgänger Erich Steigerwald pflege ich ein sehr gutes Verhältnis, ebenso wie zu allen Gemeinderäten. Ob und wie sich der Umgang im Gemeinderat geändert hat, kann und möchte ich jedoch nicht beurteilen.

BT: Als bei der Sitzung Ende Februar unerwartet viele Bürger der Sitzung lauschten und weitere Stühle benötigt wurden, hat die der Rathaus-Boss selbst kurzerhand aus dem Nebenzimmer herübergetragen. Früher undenkbar.

Burger: Auch hier kann ich zu früher nichts sagen. Ich habe vor Beginn der Sitzung gesehen, dass die aufgestellten Stühle für die Anzahl an Besuchern nicht ausreichen und habe eben schnell welche dazugestellt. Bei uns soll kein Besucher stehen müssen.

"Hätte immer nach Loffenau geschaut"

BT: Kann man von einem neuen Gefühl in der Gemeinde sprechen, ja, vielleicht sogar von Aufbruchstimmung? Wie sind die Rückmeldungen der Bürger bei Ihnen? Ihre angenehme ruhige, sachliche Art ohne Hang zur Selbstdarstellung kam schon im Wahlkampf sehr gut an.

Burger: Die Rückmeldungen der Bürger sind bislang sehr positiv, was mich sehr freut. Mit dem Wahlergebnis sind natürlich auch Erwartungen verbunden. Diesen Erwartungen möchte ich auch gerecht werden, wohl wissend, dass wir zu Beginn nicht alles, was in meinem Wahlprogramm steht, gleichzeitig umsetzen können, sondern Schritt für Schritt.

BT: Ihre Art fällt anscheinend auch in Nachbargemeinden positiv auf. Vor kurzem fragte sich eine der Gernsbacher Gemeinderats-Fraktionen mir gegenüber: Warum bekommt Markus Burger ohne teure externe Berater eine Klausurtagung des Gemeinderats hin und warum hat Markus Burger eigentlich nicht in Gernsbach kandidiert? Warum?

Burger: Ich habe in Loffenau kandidiert, weil es mein Heimatort ist. Hier bin ich aufgewachsen und hier habe ich meine Jugend verbracht. Und wie ich eingangs schon sagte, gibt es meiner Meinung nach kaum etwas Schöneres, als die Zukunft des eigenen Ortes mitgestalten zu dürfen. Und angenommen ich wäre in Gernsbach angetreten und auch gewählt worden, ich hätte doch dauernd nach Loffenau geschaut, was dann der Nachfolger von Herrn Steigerwald aus meinem Heimatort macht ...

BT: Wäre eine größere Gemeinde keine Herausforderung für Sie? Oder peilen Sie an, in Loffenau an den 40-jährigen Dienstrekord von Erich Steigerwald wenigstens knapp heranzureichen?

Burger: Ich konzentriere mich voll und ganz auf die Herausforderungen hier in Loffenau, denn glauben Sie mir, die Zukunft hält davon viele bereit. Und natürlich bin ich in Loffenau angetreten, um auch in acht Jahren für eine Wiederwahl zu kandidieren. Aber ob ich an den Rekord von Herrn Steigerwald herankomme, liegt vor allem auch an den Loffenauern, denn sie müssen mich ja erst einmal so oft wiederwählen.

Breitband und gute Kinderbetreuung

BT: Das klingt danach, als glauben Sie, dass Loffenau den Kampf gegen Abwanderung gewinnen wird und auch in ferner Zukunft selbstständig bleiben kann.

Burger: Davon bin ich fest überzeugt. Die Welt ist im Wandel, so auch die Arbeitswelt. Wenn es dank der Digitalisierung künftig immer weniger wichtig ist, von wo aus man arbeitet, dann arbeitet man doch am liebsten von Zuhause. Und wenn das Zuhause in Loffenau ist, dann werden wir als eigenständige Gemeinde zukunftsfähig sein. Dafür müssen wir aber unsere Hausaufgaben machen. Das heißt Breitbandanbindung, bezahlbarer Wohnraum, gute Kinderbetreuung, vielfältige Freizeitmöglichkeiten für alle Altersgruppen und so weiter.

Stabile Einwohnerzahl bleibt oberstes Ziel

BT: Was wird Sie und die Gemeinde diesbezüglich in Zukunft umtreiben? Der Haushalt 2018 steht und muss noch abgesegnet werden. Die von Ihnen genannte Breitbandanbindung wurde jetzt im Gemeinderat auf den Weg gebracht. Ebenso die Kinderbetreuung.

Burger: Das oberste Ziel muss lauten: Unsere Einwohnerzahl stabil zu halten oder sogar leicht zu erhöhen, denn wir sind finanziell von den Zuweisungen aus der Einkommenssteuer und dem kommunalen Finanzausgleich abhängig. Das schaffen wir, indem wir als Wohnort attraktiv bleiben. Und hier müssen wir das komplette kommunale Themenspektrum bearbeiten. Nur um hier einige zu nennen: bezahlbarer Wohnraum durch Bauplätze, aber auch Vermarktung von Bestandsimmobilien und Aktivierung von leerstehendem Mietwohnraum. Vielfältige Freizeitmöglichkeiten durch ein lebendiges Vereinsleben. Zeitgemäße und zukunftsfähige Infrastruktur, Stichwort Breitband. Mehr Plätze für betreutes Wohnen im Alter. Die Kinderbetreuung haben Sie selbst schon genannt. Und es gibt natürlich noch viele Themen mehr.

BT: Wie sehen Sie die Nahversorgung, die ja immer schwieriger wird, wie sich in vielen Teilorten im Murgtal zeigt.

Burger: Wenn wir es in Loffenau schaffen, die Einwohnerzahl zu halten oder gar leicht zu steigern, haben wir auch die erforderliche Kundenanzahl, um die Nahversorgung in Loffenau erhalten zu können. Natürlich müssen wir hier aber auch an alle Einwohner appellieren, die Nahversorger vor Ort zu unterstützen und auch im Ort einzukaufen. Grundsätzlich bin ich der Meinung: Einen schon bestehenden Nahversorger zu erhalten ist leichter, als ein neues Angebot wieder aufzubauen, wenn es längst keine Läden mehr im Ort gibt.

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