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"Biotopia" bleibt am Börbach eine Utopie
Das ehemalige Spielplatzgelände soll nicht zur Spielwiese ökologisch denkender Landschaftsplaner werden. Der Ortschaftsrat beugt sich dem Protest von Anwohnern. Foto: vgk
23.03.2018 - 00:00 Uhr
Gaggenau (vgk) - Nur selten zeigte sich der Sitzungssaal im Rathaus von Selbach bei einer Ortschaftsratssitzung so voll besetzt wie am Mittwochabend. Das Projekt "Biotopia" am Börbach drohte Ortschaftsrat und Anwohner zu entzweien. Es wurde daher beendet.

Über geraume Zeit hatte sich der Ortschaftsrat mit der Idee beschäftigt, dem ehemaligen Spielplatzgelände am Börbach neues Leben einzuhauchen. "Ein Biotop zum Anfassen" wollte man dort entstehen lassen. Ein Vorhaben, das keine Freude bei den Anwohnern des Rennfelds hervorrief, wie die emotional geführte Debatte zeigte.

"Dieser Spielplatz wurde jahrelang von der Stadt Gaggenau nicht mehr gepflegt und wurde irgendwann unbespielbar", erläuterte Ortsvorsteher Michael Schiel zunächst. Im Sommer 2016 waren die Bürger von Selbach über Zukunftsideen für die Ortschaft befragt worden. In diesem Zusammenhang sprachen sich nur wenige für den Erhalt des Spielplatzes aus.

Das mangelnde Bürgerinteresse führte letztendlich dazu, dass sich die Ortschaftsräte Gedanken über die Nutzung des städtischen Geländes machten. Eine Verbündete fanden sie in Angelika Elsener. Die Natur- und Landschaftspflegerin ist neue Sachbearbeiterin im Umweltamt der Stadt. Sie stellte den Ortschaftsräten in einer nicht öffentlichen Sitzung das Konzept vom "Biotopia" vor. Trotz vorheriger Bedenken zeigten sich die Ortschaftsräte so begeistert, dass sie beschlossen, das Projekt auf den Weg zu bringen.

Schiel: "Und dies beschlossen wir, weil wir uns ganz sicher waren und heute noch sicher sind, dass das Projekt ,Biotopia' für keinen Anwohner einen Nachteil, sondern im Gegenteil nur einen Zugewinn bedeuten kann." Auch die dort durchgeführten Probebohrungen verliefen positiv.

"Biotopia" wäre ein Imagegewinn für Selbach, stellte die Natur- und Landschaftspflegerin ihren Ausführungen voran. Weiter legte sie dar, dass Kinder heute kaum noch Gelegenheit haben, sich in der Natur aufzuhalten. "Wir wollen nicht nur für Grundschüler und Kindergärten dort einen Platz schaffen, sondern auch etwas zum Anpacken", führte Elsener aus. Den Grundschülern solle die Gelegenheit gegeben werden, selbst Projekte durchzuführen und Hand anzulegen. Zudem würden auf diese Weise in Selbach wichtige Lebensräume geschaffen, Biodiversität werde gefördert.

Furcht vor Ratten und Stechmücken

"Biotopia" zeichne sich durch die Möglichkeit aus, Natur mitzugestalten. Schüler und Naturliebhaber sollen damit hautnah Natur erleben können. Räume, die bereits geschaffen wurden, sollten nach Möglichkeit erhalten bleiben und nicht zerstört werden. Eine Gliederung würde in drei Bereiche erfolgen: Eine Trockenzone mit Schutt und Kieshalde, ein Feuchtgebiet und ein "Lebensraum Baum". Die Stadt würde ein Wegenetz anlegen und Sitzgelegenheiten schaffen.

Einen Teil der Pflege könnten Schüler und Besucher übernehmen. Allerdings würden weitere Pflegemaßnahmen seitens der Ortschaft und der Stadt Gaggenau sowie Spezialfirmen unumgänglich. Dennoch wäre es eine kostengünstige und naturnahe Bewirtschaftung des Geländes - in der Theorie.

Von Rattenplage über Lärmbelästigung durch quakende Frösche bis hin zu vermehrt auftretenden Stechmücken reichten anschließend die Einwände der Anrainer in einer emotional geführten Diskussion.

Tief enttäuscht meldete sich Ortsvorsteher Michael Schiel gestern Morgen noch einmal in einer Presseerklärung zu Wort: "Aufgrund der zahlreichen Einwände der Selbacher Bürger gegen das Projekt ,Biotopia' im Börbach, die für die Mitglieder des Ortschaftsrates nicht nachvollziehbar sind, hat das Gremium deshalb beschlossen, das Projekt zu beenden. Das stadteigene Grundstück wird so belassen wie es ist. An dieser Stelle möchte ich mich nochmals herzlich bedanken für die viele Arbeit, die die Sachbearbeiterin von der Umweltabteilung der Stadt Gaggenau, Angelika Elsener, in dieses Projekt investiert hat. Schade, dass die Selbacher Anwohner im Rennfeld die Vorteile, die dieses Projekt für sie gebracht hätte, das Selbacher Biotopia betreffend, nicht verstanden haben!"

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