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Letzte Möglichkeit gegen Abwärtstrend
Letzte Möglichkeit gegen Abwärtstrend
23.03.2018 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach - Der Sachstandsbericht von Bauamtsleiter Jürgen Zimmerlin zum möglichen Neubaugebiet Hardt IV in Reichental stieß auf wenig Begeisterung im Gemeinderat. Die Erschließungskosten für die seit Jahren erhofften zwölf Bauplätze zwischen Südhang- und Langenackerstraße sind hoch, "sehr hoch", wie Robert Klumpp unterstrich. Dennoch ließ der CDU-Stadt- und Ortschaftsrat genau wie seine Mitstreiter aus Reichental keinen Zweifel daran, dass es ein Muss sei für das idyllische Dorf, dieses Baugebiet zu entwickeln.

So appellierte Guido Wieland (SPD) im Blick auf die drastisch zurückgegangenen Einwohnerzahlen (seit den 1970er Jahren von 1200 auf aktuell rund 700), dass die "Eigenentwicklung der Ortsteile gewährleistet bleiben muss". Man habe einen gravierenden Verlust an Infrastruktur (Kindergarten, Schule, Reichentaler Markt) zu verkraften. "Ich sehe keine andere Möglichkeit, dem entgegenzuwirken", verdeutlichte Wieland die Bedeutung von Hardt IV. Unterstützung kam von Ortsvorsteher Bernhard Otto Wieland: "Wir brauchen dieses Baugebiet, wir haben keine Baulücken mehr."

Allerdings muss nach derzeitigem Stand davon ausgegangen werden, dass Hardt IV ohne städtischen Zuschuss nicht realisierbar sein dürfte. Das ging aus den Eckdaten hervor, die Zimmerlin präsentierte. Obwohl man schon versucht habe, die Kostgen so gering wie möglich zu halten (zum Beispiel durch eine getrennte Regenwasseraufbereitung, damit der Kanal im Gernweg nicht aufdimensioniert werden muss) liegen die aktuellen Prognosen bei insgesamt knapp 200 Euro pro Quadratmeter. "150 wären schon viel für Reichental", verglich der Bauamtsleiter.

Positive Signale aus den Fraktionen

Ohne Baulandentwicklungsförderung funktioniert das nicht, stimmte Robert Klumpp Zimmerlin zu. Dies sei in anderen Stadtteilen Gernsbachs aber genauso. Verwundert zeigte sich der CDU-Stadtrat über den enormen Preisanstieg: Im Jahr 2009 habe man noch Erschließungskosten von 96 Euro pro Quadratmeter errechnet, jetzt liegt man bei mehr als dem Doppelten. "Das geht uns genauso", erklärte Zimmerlin und kündigte an, dass die Zahlen noch ausführlicher ausgearbeitet werden müssten.

Positive Signale, trotz der hohen Kostenkalkulation am Baugebiet Hardt IV festzuhalten, kamen von allen drei Fraktionen. "Wir unterstützen das", sagten die Fraktionssprecher Frauke Jung (CDU) und Uwe Meyer (Freie Bürger). Letzterer gab allerdings zu bedenken, dass man einen Präzedenzfall schaffen würde, sollte man in Reichental Bauplätze entwickeln, die für die Stadt wirtschaftlich nicht rentabel seien. Es sei aber "wichtig, dass wir in den Ortsteilen Bauplätze zur Verfügung stellen", betonte Meyer.

"Ich sehe die vorliegenden Zahlen kritisch", gab sich Bürgermeister Julian Christ zurückhaltend, was die weitere Entwicklung des Baugebiets anbelangt. Er verwies auf das Worst-Case-Szenario, das einen Zuschussbedarf von über einer Million Euro zur Folge haben könnte. Aktuell gebe es vier Anfragen von Bauwilligen. Das bedeutet, um Hardt IV umzusetzen, müsste die Stadt acht Bauplätze selber entwickeln und vermarkten - und dafür entsprechend in finanzielle Vorleistung gehen. Das hat man bei Eben in Hilpertsau auch so gemacht; dort gingen die städtischen Bauplätze schneller weg als gedacht.

Ob dies in Reichental (Stichworte Infrastruktur, Erschließungskosten) genauso kommt, das ist die große Frage. Antworten könnte die in Auftrag gegebene Baulandstudie geben, die wohl nicht vor der zweiten Jahreshälfte vorliegt. Sie soll für die gesamte Stadt mit Ortsteilen entsprechende Möglichkeiten und Chancen aufzeigen.

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