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Eber Karl-Heinz sucht die passende Sau
Kathrin Bosshard vom Theater Fleisch + Pappe setzt einen krönenden Schlusspunkt unter die 30. Ausgabe der Gernsbacher Puppentheaterwoche. Foto: Gareus-Kugel
26.03.2018 - 00:00 Uhr
Von Veronika Gareus-Kugel

Gernsbach - Das Beste kommt zum Schluss. Dieser Maxime folgten die Macher der 30. Gernsbacher Puppentheaterwoche, die am Samstag mit "Schwein, Weib und Gesang" ihr erfolgreiches Ende fand. Mit minutenlangem rhythmischen Klatschen holte das Publikum am Ende der Vorstellung die Puppenspielerin Kathrin Bosshard vom Theater Fleisch + Pappe mehrmals auf die Bühne zurück. Die Inszenierung wurde 2011 mit dem Schweizer Innovationspreis ausgezeichnet.

"Ein Mädchen oder Weibchen": Wem diese Zeilen bekannt vorkamen, der hatte recht, diese in der "Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart zu verorten. Sie werden von Papageno, dem liebeskranken Vogelfänger, auf der Suche nach einem Mädchen gesungen. Dies ist aber die einzige Gemeinsamkeit des Puppen- und Schauspiels mit der berühmten Oper. Bis auf die Tatsache, dass auch Eber Karl-Heinz auf der Suche nach der passenden Sau für sich ist. Er hat sich in Sissi Schwein verliebt und scheut (zur Freude der Puppentheaterbesucher) keinen Aufwand, um ihr Herz zu gewinnen.

Den Text zum Theaterstück schrieb Peter Zeindler, ein Schweizer Krimiautor. Die Regie führte Andrea Schulthess. Für die passende Musik sorgte Gabriele Meyer und für die Technik war Boris Knorpp zuständig.

Es ist eine vergnügliche und unterhaltsame Geschichte, die Bosshard mit Puppenspiel auf hohem Niveau aus der Grundsituation heraus entwickelt. Die Spielerin hat dabei unglaublich viel Text in Reimform zu sprechen und zu singen. Doch der damit sichtbar werdende Wortwitz macht das Ganze umso reizvoller. Die Dialoge, in die sie sich mit ihren großen und großteils farbenprächtigen Handpuppen begibt, sind pure Komik. Mit viel Einfallsreichtum und Charme wird das Stück von der Künstlerin in Szene gesetzt.

Der schüchterne Karl-Heinz stellt sich fortwährend die Frage: Was kann ich tun, um das Herz meiner Angebeteten zu erobern? Wenn es einer weiß, dann ist es der Hahn, meint der Eber - und sucht den Experten in Liebesdingen auf. Es dauert nicht lange, und schon gockelt ein bunter stolzer Hahn über die Bühne, der es versteht, das Publikum für sich einzunehmen.

Zunächst bestimmt schwungvoller Beat die Szenerie, bevor Karl-Heinz der Blues überkommt. Für diese Performance gab es den ersten Zwischenapplaus.

Nach einem kleinen poetischen Zwischenspiel darf der feurige Hengst als Ratgeber den Versuch unternehmen, den Eber in einen Casanova zu verwandeln. Wie ein nervöses Vollblutpferd - im vollen Bewusstsein seiner Zuchtqualitäten - lässt die Puppenspielerin den Zuchtexperten über die Bühne tänzeln. Vom Pfau lässt sich das Schwein die Brust epilieren. Es ist eine "saugute" Puppenführung, die das Publikum mehr als eine Stunde lang zu sehen bekommt. Als Sissi hüpft sie im rosa Plissee und großer, orangefarbener Schleife über die Bühne.

Auch die tiefenpsychologischen Betrachtungen des Beraterkaters brachten Karl-Heinz nicht weiter. "Liebe macht blind", verkündete daraufhin Freund Maulwurf Jakob Jaromir - mit dem Blindenstock über die Bühne schlurfend. Auch Jakob hat den Blues. Voller Inbrunst singt dieser das Lied von der Zwiebelfrau: "Die Frau ist eine Zwiebel, den Kern findet man nicht." Schlussendlich beschließt der Eber, sich einfach selbst treuzubleiben und seine Liebesbemühungen nehmen langsam Gestalt an. Frau Schwein lädt ihn zu romantischen Stunden ein - mit Rotwein und Kuchen.

Das Spiel von Kathrin Bosshard ist virtuos und anspruchsvoll. Ohne Mühe schlüpft die Schweizerin in die unterschiedlichsten Rollen. Mit großem Enthusiasmus und hervorragendem schauspielerischen Können mimt die Darstellerin die verschiedenen Charaktere.

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