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"Es gibt noch so viel Neues"
Michael Wessel mit einem Exemplar des Zukunftsromans des Industriepioniers Michael Flürscheim von 1886. Foto: av
27.03.2018 - 00:00 Uhr
Gaggenau - Ein Arbeitskreis Heimat- und Industriegeschichte Murgtal - diese Idee trägt Michael Wessel bereits geraume Zeit mit sich herum. Nun soll sie umgesetzt werden. Der Heimatforscher, Buchautor und BT-Mitarbeiter möchte alle Geschichtsinteressierten an einen Tisch bringen. Mit ihm sprach Thomas Senger.

BT: Herr Wessel, warum wollen Sie gerade jetzt die Gründung forcieren? Weil wir mit Gaggenau, Selbach und Sulzbach drei Ortsjubiläen (775 Jahre) haben?

Michael Wessel: Nein, nicht deswegen. Konkrete und traurige Anlässe waren die Todesfälle von zwei Senioren. Beim Auflösen der Haushalte landete so vieles im Container: Bilder, Dokumente und mehr. Ich kannte die Unterlagen und hätte sie gerne gerettet, um sie in die stadtgeschichtlichen Sammlungen zu übernehmen. Dazu ist es in diesen beiden Fällen nun zu spät.

BT: Aber Dokumente wird man mit einem Arbeitskreis nicht retten.

Wessel: Natürlich nicht. Aber dadurch, dass man mit Senioren in Kontakt tritt, kann man historische Gegenstände und Dokumente für die Nachwelt sichern. Deshalb auch die Idee, dass sich der Arbeitskreis bei den Seniorennachmittagen präsentiert.

Nachgefragt

BT: Gibt es tatsächlich eine Zielgruppe, die ausreichend groß ist, um einen Arbeitskreis Heimat- und Industriegeschichte Murgtal am Leben zu erhalten?

Wessel: Ich habe eine Liste von mehr als zwei Dutzend Personen erstellt, die sich in den letzten Jahren zu heimatgeschichtlichen Themen zu Wort gemeldet haben. Und es gibt sicher noch weitere Interessierte.

BT: Es ist doch eigentlich heimatkundemäßig schon alles erforscht?

Wessel. Nein, nein! Es gibt noch so viel Neues, auch für mich. Zum Beispiel, dass es im Traischbachtal vor dem Waldseebad bereits ein Bad gegeben hat. Und im Michelbachtal, auf Gaggenauer Gemarkung, gab es auch ein Freibad. Über Jahre hatte sich dessen Bau hingezogen. Kaum war es fertig, wurde es geschlossen - weil das damalige Waldseebad eröffnet worden war, im Jahr 1929.

BT: Und was macht dann so ein Arbeitskreis?

Wessel: Man kann sich austauschen, Dokumente zur Verfügung stellen, sich gegenseitig weiterhelfen. Wir könnten auch Verlage einladen, damit sie erläutern, unter welchen Bedingungen aus einer Idee ein fertiges Buch werden kann.

BT: Der Bedarf dafür ist vorhanden?

Wessel: Nun, ich selbst habe ein halbes Dutzend Leute in dieser Frage beraten - und deren Bücher gibt es inzwischen.

BT: Eine Ihrer Ideen ist das Erstellen einer Chronologie "Gaggenau von Monat zu Monat seit der Stadtgründung". Was verstehen Sie darunter?

Wessel: Der Landesverein Badische Heimat hat vor zwei Jahren so eine Chronologie herausgebracht. So etwas wäre auch speziell für das Murgtal denkbar. Zum Beispiel: 1923 wurde der erste Dieselmotor in Gaggenau verbaut. Wenn wir wissen, an welchem Tag das war, dann wäre das ein Ereignis, das man in die Chronik aufnehmen könnte.

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