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"Wir werden den Verein nicht auflösen"
'Wir werden den Verein nicht auflösen'
28.03.2018 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - "Wir werden den Verein nicht auflösen", betont Rosalinde Balzer mit Nachdruck. Sie ist zweite stellvertretende Vorsitzende des Vereins Gaggenauer Wohngemeinschaften. Dessen Vereinszweck: alten Menschen bedarfsgerechtes, betreutes Wohnen ermöglichen. Seit Gründung im Juni 2013 setzte sich der Verein für die Schaffung von "dezentralen selbst organisierten Wohngemeinschaften für Senioren mit Unterstützungsbedarf" ein.

Der Verein wollte allerdings vor wenigen Wochen seine Auflösung beschließen. Diese Auflösung scheiterte aber, weil in der notwendigen außerordentlichen Mitgliederversammlung vier Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen nicht die notwendige Dreiviertelmehrheit bildeten. Ein de facto handlungsunfähiger Verein, der sogar bei seiner Auflösung scheitert - mangels Mitgliederinteresse.

Hintergrund

Und nun, nach dem Rücktritt des ersten stellvertretenden Vorsitzenden Ronny Wiss-Rauchfuß, liegt der Ball bei Rosalinde Balzer. Der eigentliche Vorsitzende, Ex-OB Michael Schulz, hatte schon vor Monaten das Handtuch geworfen und war aus dem Verein ausgetreten.

Der Wille und der Kampfgeist der Ortsvorsteherin von Oberweier sollten nicht unterschätzt werden. Die Ziele des Vereins verdienten Unterstützung, betont sie: Derzeit sei sie in Gesprächen mit Leuten aus der Gaggenauer Altenhilfe und der Lebenshilfe Rastatt-Murgtal. "Wir werden uns in vier Wochen wieder treffen", verrät Balzer. Behinderte seien nicht Hauptzielgruppe des Vereins, ergänzt sie auf Nachfrage.

Warum will sie den Verein am Leben erhalten? "Ganz einfach: Es gibt Menschen, die brauchen so etwas", sagt Balzer, "es gibt Menschen, die sterben aus Einsamkeit, auch wenn die Familie regelmäßig zu Besuch kommt." Denn es fehle der Antrieb, die Frage nach dem Sinn des Lebens sei unbeantwortet. "Die Leute sitzen daheim in ihren vier Wänden, man siehst sie nirgends." Für diese Menschen sei eine private Wohngemeinschaft genau das Richtige - und eben nicht ein Altenheim.

Schnittstelle zu "Ein gutes Jahr mehr"

Lebensqualität auch im Alter, selbst wenn der Partner gestorben ist: Das wiederum sei eine Schnittstelle zum Modellvorhaben "Ein gutes Jahr mehr". Balzer: "Das ist auch etwas, das Professor Fischer will: Nicht alleine daheimsitzen und verblöden, sondern mehr Lebensqualität."

Der Weg dahin wird noch weit, das weiß Rosalinde Balzer: "Wenn man mal ein Vorzeigemodell hätte, das wäre sehr gut." Fast wäre es so weit gewesen vor gut einem Jahr. In Oberweier hatte sie bereits ein Grundstück für den Bau eines Mietshauses reserviert; auch ein Investor, der nicht genannt werden wollte, stand bereit.

Jeder Bewohner hat seinen privaten Mietbereich, zusätzlich gibt es Gemeinschaftsräume - das war die Idee. Doch dann starb der Investor, ein ehemaliger Bürger Oberweiers, -und damit war das Vorhaben beendet.

Vorerst, wie Rosalinde Balzer klar macht. Von dem Zerwürfnis im ehemaligen Vorstand werde sie sich nicht entmutigen lassen.

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