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Wie das Osterei auf den Frühstückstisch kommt
Mit 'Muh', der kleinen Handpuppe aus Filz, lernen die Kinder das echte Bauernhofleben kennen. Foto: Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord
28.03.2018 - 00:00 Uhr
Murgtal (red) - Auf dem Hinter-Jörgenhof in Baiersbronn-Röt wuselt es: Insgesamt 16 Kinder des Kindergartens "Brunnenberg" aus Dornstetten rennen ums Haus und schauen nach den Tieren. Sie waren schon einmal hier zum Brotbacken und kennen sich auf dem Bauernhof aus. Kurz vor Ostern sollen sie erfahren, dass der Osterhase die Eier natürlich nicht selber legt. Das wissen sie eigentlich schon, aber "Muh, die Kuh", die Filz-Handpuppe des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord, erklärt ihnen noch viel mehr über Hühner und Eier.

Tanja Straub ist als Gastgeberin auf dem Hinter-Jörgenhof Landwirtin sowie Bauernhof- und Naturpädagogin zugleich. Zusammen mit den Erzieherinnen Birgit Zinser und Annette Fuß bringt sie den Fünf- bis Sechsjährigen spielerisch bei, wie Hühner gehalten werden, was sie fressen oder warum in den Eiern keine Küken sind, erklärt der Naturpark in seiner Mitteilung zum Projektstart.

Erste Station ist der Hühnerstall: Die rund 30 Hühner sind draußen im Gatter. Zu beiden Seiten des Zauns beäugt man sich neugierig. "Wie viele Zehen hat ein Huhn?", fragt Tanja Straub die Kinder. "Drei!", rufen die meisten. "Schaut noch mal genau hin: vier. Drei vorne und einen hinten", erklärt die Pädagogin. Als nächstes dürfen die Kinder eine Runde "Faules Ei" spielen, um ihren Bewegungsdrang zu befriedigen.

Dann erzählt die Landwirtin Erstaunliches: "Hühner fressen Steinchen." Die Kinder staunen ungläubig. "Damit werden in ihrem Magen die Körner zerkleinert. Sie haben ja keine Zähne zum Kauen."

Der Besuch in Röt ist der Auftakt zu rund 70 Bauernhofbesuchen im ganzen Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord in diesem Jahr. Nach einer Vorbereitung durch die Erzieher im Kindergarten sollen die Kinder vor Ort erleben, dass Lebensmittel nicht einfach aus dem Supermarktregal kommen und auch nicht zu jeder Jahreszeit verfügbar sind.

Die gefilzte Handpuppe "Muh", die der Naturpark den beteiligten Kindergärten zur Verfügung stellt, führt die Kleinen spielerisch an das Thema heran und stellt einen Bezug zur heimischen Landwirtschaft her. Sie lernen, wie das Leben auf dem Bauernhof funktioniert und wie heimische Produkte auf den Tisch kommen. "Mir ist es wichtig, dass die Kinder den ganzen Kreislauf kennenlernen", betont Tanja Straub. "Manche Gruppen kommen mehrmals im Jahr. Sie wissen Bescheid, dass es jetzt im März vom Apfelbaum nichts zu pflücken gibt oder dass aus Getreide Mehl und aus Mehl Brot wird."

Nachdem die Vorschulkinder mit Wäscheklammern "Würmer" in Form von Streichhölzern "aufgepickt" haben, füttern sie die richtigen Hühner mit Weizenschrot. Zwischendurch dürfen sie den Galloway-Rindern Heu geben und mit Spieltraktoren auf dem Hof umherfahren.

Dann geht es in den Hühnerstall, um Eier einzusammeln. Die Ausbeute sind 25 Eier in unterschiedlichen Farben. Eins davon hat ein Loch und die Kinder fragen, ob da vielleicht schon ein Küken schlüpft. "Dazu hätte das Huhn das Ei drei Wochen lang warm halten und ausbrüten müssen", erklärt die Bauernhofpädagogin. "Aber ihr habt es aus dem Auffangnetz geholt, es ist kalt."

Seit 2010 gibt es das Projekt "Muh, die Kuh" im Naturpark. Die beteiligten Bauernhöfe haben sich auf altersgerechte Mitmachprogramme für Kindergärten aus der Umgebung eingerichtet - vom Apfelsaftpressen bis zum Brotbacken. "Das aktive Erleben auf dem Bauernhof soll die Kinder und ihre Familien für die Landwirtschaft und die regionalen Produkte begeistern. Es sollen langfristige Partnerschaften entstehen, von denen sowohl die Landwirte als auch die Menschen in der Region etwas haben", erklärt Naturpark-Umweltpädagogin Manuela Riedling das erfolgreiche Konzept.

Die Kinder dürfen oft die Produkte vor Ort probieren oder als Mitbringsel mit nach Hause nehmen. Auch vom Hinter-Jörgenhof nehmen die Kinder gekochte Eier mit nach Hause, die sie am Ende ihres Besuchs mit lustigen Gesichtern beklebt haben. Jetzt kann Ostern kommen!

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