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Wo Felchen und Flusskrebse gedeihen
Fischwirt Sebastian Treß holt eine Forelle aus dem Zuchtteich des Buhlbacher Forellenhofs.  Foto: Günter Standl/Hotel Bareiss
29.03.2018 - 00:00 Uhr
Von Marvin Lauser

Murgtal - Seit 1908 werden im Baiersbronner Ortsteil Buhlbach Fische gezüchtet. Künftig soll unter der Leitung von Fischwirt Richard Eifler ein "ursprünglicher Bachforellenstamm" aufgezogen und anschließend in der Murg ausgesetzt werden. Dazu werde man 20 bis 30 Bachforellen aus der Murg entnehmen und in eigenen Teichen ansiedeln. Außerdem wird aktuell ein vom Bundesministerium für Forschung und Bildung angeregtes und gefördertes Forschungsprojekt in Buhlbach durchgeführt. Ziel dieses Projektes ist die gemeinsame Aufzucht von Bodenseefelchen und europäischen Edelkrebsen in einem extra dafür gestalteten Naturteich.

Durch die gemeinsame Aufzucht unter idealen Bedingungen erhoffen sich die Projektinitiatoren Synergieeffekte.

Der sauberer gewordene Bodensee bot den Fischen weniger Nährstoffe, der Felchenbestand ging zurück, erklärt Dr. Andreas Mäck, der sich schon in seiner Diplomarbeit mit dem Thema beschäftigt hat. Außerdem seien europäische Edelkrebse durch die mit amerikanischen Flusskrebsen eingeschleppte Krebspest fast ausgerottet worden.

Auch in der Rheinebene ist die Krankheit verbreitet. Im Murgtal haben sich im Oberlauf von Bächen aber Bestände von Steinkrebsen halten können - zum Beispiel im Traischbach bei Gaggenau und im Börbach bei Selbach. Das Vordringen des amerikanischen Flusskrebses soll auch durch bauliche Maßnahmen verhindert werden. Vorerst sei "ein Aussetzen der Edelkrebse in die Murg nach Projektende aktuell nicht geplant", erklärte Mäck auf BT-Nachfrage. Die Edelkrebse und Felchen seien zunächst nur für Forschungszwecke angesiedelt worden.

Studien in Kiel ergaben bereits erste Ergebnisse. So sind laut Umweltphysiker Mäck die Wachstumsraten deutlich besser als bisher. Eine Ansiedlung überlebensfähiger Edelkrebsstämme im Murgtal sei nicht völlig ausgeschlossen. Dazu müssten jedoch erst Vorkehrungen getroffen werden.

Krebspest bedroht Flusskrebse der Murg

Die Gewässer müssten frei von amerikanischen Flusskrebsen und der Krebspest sein, außerdem sollten die gezüchteten Stämme in ihrer natürlichen Umgebung überlebensfähig sein, dies sei aktuell aber noch nicht der Fall.

Sowohl die Aufzucht des Bachforellenstamms aus dem Oberen Murgtal als auch die Forschungskooperation hat jeweils die Hotellerie-Familie Bareiss ermöglicht. Am 25. November des vergangenen Jahres eröffnete die Familie den Forellenhof Buhlbach im gleichnamigen Baiersbronner Landschaftsschutzgebiet. Zuvor hatte man die dort seit 110 Jahren ansässige Fischzucht (im Februar 2017) sowie das Fischerstüble (im Mai 2016) von Jürgen Sigwart übernommen. Das Team des Buhlbacher Forellenhofs möchte sich "mit nachhaltiger Produkterzeugung ihrer ökologischen Verantwortung stellen", teilte das Familienunternehmen vergangenen Freitag mit. In insgesamt 17 Teichen werden - integriert in die malerische Kulisse -, Bach-, Gold-, Lachs- und Regenbogenforellen sowie Elsässer Saiblinge gezüchtet. Laut Geschäftsführer Hannes Bareiss werden hauptsächlich Regenbogenforellen aufgezogen, andere Arten wie Goldforellen in kleineren Mengen.

Das Besondere der Zucht ist das Leinenbächle. Aus diesem Bach, "einer reinen, unbelasteten Primärquelle", werden die einzelnen Becken mit frischem, gefiltertem Quellwasser gespeist. Für die artgerechte Aufzucht der Tiere sind die Fischwirte Eifler und Sebastian Treß verantwortlich. Unter Eiflers Leitung möchte Bareiss "saubere, ehrliche Lebensmittel naturnah herstellen". Ohne chemische Behandlung, Impfungen oder Antibiotika. Zuchtmeister Eifler erklärt, "wenn er Zeit hat", Besuchern, Gästen und Wandern "gerne" die verschieden Bereiche und Abschnitte der Zucht. In Buhlbach möchte man keine auf Masse ausgerichtete Produktion erreichen. Familie Bareiss verfolge mit der Forellenzucht das Ziel, die eigenen Betriebe sowie Gastronomen der Region zu beliefern. So habe man die gastronomischen Stammkunden des Vorgängers aus dem Murgtal größtenteils übernommen.

Aktuell schlachten Eifler und seine Mitarbeiter durchschnittlich 200 Forellen am Tag.

www.forellenhof-buhlbach.com

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