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Einer der Brunnen möglicherweise defekt
Einer der Brunnen möglicherweise defekt
29.03.2018 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach - Das Öko-Institut Darmstadt hat bereits Anfang Februar auf die offenen Fragen geantwortet, die von der Bürgerinitiative Giftfreies Gernsbach (BiGG) bei der ersten Sitzung des Lenkungskreises an Bürgermeister Julian Christ übergeben wurden. Diese fand am 31. Januar statt, das Antwortschreiben aus Darmstadt datiert vom 9. Februar - also knapp drei Wochen vor der öffentlichen Informationsveranstaltung zum Pfleiderer-Areal in der Stadthalle. Die Ausführungen des Öko-Instituts aber wurden dort mit keiner Silbe erwähnt.

Dabei bergen sie durchaus einiges an Brisanz. Allen voran ein genauer Blick auf die Betriebsdaten der Brunnen zur Grundwasserabreinigung und die bisherige Sanierungsüberwachung: "Ob die Anlage ihrem eigentlichen Zweck, nämlich der Unterbindung der direkten Grundwasserströmung aus dem hochkontaminierten Schadenszentrum in die Murg, tatsächlich gerecht wird, lässt sich hieraus nicht ablesen, obwohl bei einer hydraulischen Sicherung gerade die Unterbindung des Schadstoffaustrags durch Absenkung des Grundwasserspiegels das zentrale Merkmal und damit auch Prüfungsgegenstand sein sollte."

Hintergrund

Weiter weist das Öko-Institut auf Folgendes hin: "In Brunnen zwei wurden regelmäßig die mit Abstand höchsten Quecksilberkonzentrationen gemessen. In den Jahresberichten 2012 und 2013 fällt dann auf, dass Brunnen zwei in diesem Zeitraum praktisch gar nicht betrieben wurde." Kommentiert werde dieser Betriebsverlauf aber nicht, stattdessen bescheinigt der Gutachter weiterhin: "Der Betrieb der Anlage erfolgte ordnungsgemäß entsprechend der wasserrechtlichen Erlaubnis." Dazu merkt Diplom-Geologe Stefan Alt in seinem Schreiben an Bürgermeister Christ Folgendes an: "Mit dem dauerhaften Ausfall eines Brunnens steht aber streng genommen die Unterbindung des Schadstoffaustrags mit dem Grundwasserpfad zumindest in Frage. Insofern wäre zu erwarten, dass dieser Umstand Gegenstand einer Bewertung durch Gutachter und Behörde ist. Ursachen hierfür müssten untersucht werden, um darauf gegebenenfalls Konsequenzen (zum Beispiel Reparaturbedarf) ableiten zu können. Aus den mir vorliegenden Unterlagen geht nicht hervor, wie die Umweltbehörde beim Landratsamt die hydraulische Funktion der Anlage bewertet."

Dass Informationen wie diese bei der Bürgerinformationsveranstaltung in der Stadthalle zurückgehalten wurden, ärgert die BiGG genauso wie die Tatsache, dass man im Vorfeld gebeten worden war, keine kritischen Fragen zu stellen. Als zuletzt noch CDU-Stadtrat Wolfgang Müller - eine der treibenden Kräfte bei der Gründung der BiGG - vom Gemeinderat aus dem Lenkungskreis ausgeschlossen wurde (wir berichteten), überlegte die BiGG, das Gremium ebenfalls zu verlassen.

Bei ihrer jüngsten Zusammenkunft am Dienstagabend entschied sich die Bürgerinitiative aber einstimmig dazu, dies nicht zu tun. "Wir bauen Brücken, wir reißen keine ein", erklärte Sprecher Stefan Krieg. Allerdings machte er deutlich, dass man das Vorgehen des Gemeinderats als "zutiefst undemokratisch" empfinde und dieses politische Verhalten missbillige. "Was ist das für eine Art, jemanden der unbequem ist, einfach aus einem Gremium zu entfernen?", fragte Krieg. Es gehöre zum demokratischen Willensbildungsprozess, andere Meinungen zu akzeptieren.

Bei der gestrigen Sitzung des Lenkungskreises ging es unter anderem um die Fragestellung für einen Bürgerentscheid zum Pfleiderer-Areal. Zur Vorbereitung hat die Stadtverwaltung entsprechende Meinungen beim "Mehr Demokratie"- Landesverband Baden-Württemberg und bei der Rechtsanwaltskanzlei Deubner & Kirchberg eingeholt. Diese legen zwei Möglichkeiten offen: Entweder man stellt den Bürgern die Frage: "Soll Gernsbach das Areal kaufen mit dem Ziel Voll-/Teilsanierung?"; oder eine sogenannte Richtungsentscheidung: "Soll die Stadt Gernsbach alles ihr Mögliche unternehmen, um eine nachhaltig wirksame Entgiftung des Pfleiderer-Areals zu erreichen?". Die BiGG setzt sich für letztere ein.

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