http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
Bildung ist der Schlüssel zur Zukunft
31.03.2018 - 00:00 Uhr
Forbach/Weisenbach (kv) Der Theologe Prof. John Baptist Kiggundu aus Uganda kommt seit fast acht Jahren regelmäßig in die Seelsorgeeinheit nach Forbach-Weisenbach und verbringt seine Semesterferien als Aushilfe und Unterstützung in der katholischen Seelsorgeeinheit im Murgtal. Immer wieder wurde er von Vereinen und Einzelpersonen beschenkt. Mit Hilfe dieses Geldes hat er einen großen Kindergarten in seiner Heimatstadt Mityana aufgebaut (etwa 15000 Einwohner).

111 Kinder vom Kleinkinderalter bis sechs Jahren besuchen den "St. Antonius-Kindergarten". Die Eltern aber fragen beständig: "Warum gibt es keine gute Schule für unsere Kinder, wenn sie den Kindergarten verlassen?" Am Mittwoche, 4. April, um 15 Uhr wird Kiggundu im Gemeindehaus in Weisenbach über seinen Kindergarten und das geplante Schulprojekt informieren.

Das staatliche Schulsystem in Uganda ist etwas anders strukturiert wie das deutsche, allerdings fehlt es im System hinten und vorne an Geld. Eltern, die sich das leisten können, schicken ihren Nachwuchs daher auf Privatschulen. "Die Regierung tut sehr wenig für arme Menschen", meint Kiggundu mit Blick auf das Bildungssystem in seiner Heimat. Bis zu 100 Kinder in einer Klasse einer öffentlichen Schule sind keine Seltenheit. Im Durchschnitt hat jede Frau sieben Kinder. Für vier Kinder einer Familie besteht eigentlich Schulpflicht. "Früher wurden fast nur Jungs in die Schule geschickt, heute ist das Verhältnis zwischen Buben und Mädchen viel besser", schildert Kiggundu. Er plant in Mityana derzeit eine Grundschule für 500 Kinder. "Die Grundschulzeit dauert dort sieben Jahre. Die Kinder tragen Schuluniformen (wie auch schon im Kindergarten), haben an fünf Tagen Unterricht von 8.30 bis 17 Uhr und bekommen auch ein Mittagessen", erklärt er. Eigentlich hatte er geplant, einfach anzufangen und die Schule nach und nach auf dem rund zwei Hektar großen Grundstück zu bauen. So einfach ist das aber nicht mehr. Die Bauvorschriften für Schulen sind deutlich strenger geworden, bis hin zu behindertengerechten Zugängen ist alles reglementiert. "Den Schulsportplatz haben wir aber schon fertig angelegt, jetzt sparen wir, um endlich die Gebäude zu bauen."

500 Kinder in sieben Klassenstufen

Unterstützt wird Kiggundu von seiner Schwester Jane Nassaazi. Die 45-Jährige ist selbst Lehrerin und leitet bislang den Antonius-Kindergarten. Sie vertritt Kiggundu, wenn er an der Hochschule unterrichtet, die über 200 Kilometer von Mityana entfernt ist. Wenn die Schule fertig ist, sollen rund 500 Kinder in sieben Klassenstufen dort unterrichtet werden. Für die Kinder aus entfernteren Dörfern wird es ein Internat geben, die Tageskinder werden mit dem Kleinbus fahren können, der auch für den Kindergarten eingesetzt wird. Um die Lehrer besser bezahlen zu können als an öffentlichen Schulen, für die Schuluniformen, das Arbeitsmaterial und das Essen müssen die Eltern allerdings ein Schulgeld von umgerechnet rund 100 Euro pro Quartal bezahlen. Viel Geld, wenn man weiß, dass ein durchschnittlicher Lehrer rund 60 Euro pro Monat verdient. Damit auch Kinder aus ärmeren Familien die Schule besuchen können, denkt Kiggundu über die Möglichkeit nach, eine Art Patenschaft einzuführen.

Der engagierte Pädagoge freut sich sehr, sein Projekt in Weisenbach vorzustellen (und auch Spenden zu sammeln), bevor er vor der Heimreise dann noch für einige Tage nach Bayern in die Nähe von Augsburg fährt: "Ich werde dort ein Paar trauen, den Bräutigam habe ich schon getauft", verrät er strahlend im BT-Gespräch. Von dort hat er für den Kindergarten auch schon Sachspenden bekommen, allerdings werden bei der Postzustellung in Uganda weitere Gebühren fällig: "Die sind sehr teuer."

Ins Murgtal wird er wohl erst wieder um die Weihnachtszeit zurückkehren: "Da sind wieder Semester-Ferien." Wer sein Schulprojekt gerne finanziell unterstützen möchte, kann das auch über das Spenden-Konto von John Baptist Kiggundu bei der Sparkasse Freiburg Nördlicher Breisgau machen: DE96680501013200896176, Spendenzweck: Grundschule. Die Veranstaltung am 4. April wird organisiert von der Pfarrgemeinde St. Wendelin, dem Gemeindeteam sowie der Katholischen Frauengemeinschaft und der Seniorengemeinschaft Weisenbach.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Gaggenau
Stillstand und Mehrkosten

31.03.2018
Stillstand und Mehrkosten
Gaggenau (tom) - Die Neuanlage des Spielfelds bei der Realschule wurde im August begonnen. Bald ein Dreivierteljahr ist ins Land gezogen, das einstige Handballfeld gleicht einem Übungsgelände für Querfeldeinradler - dafür sind an die 100 000 Euro Kosten dazugekommen (Foto: marv). »-Mehr
Iffezheim
--mediatextglobal-- Mit dem Gefühl, stets das Beste für Iffezheim gewollt zu haben, scheidet Bürgermeister Peter Werler (rechts) aus dem Amt aus. Anerkennung gibt es von den vielen Gästen. Foto: Gangl

31.03.2018
Peter Werler verabschiedet
Iffezheim (ar) - Mit minutenlangem stehenden Applaus endete die offizielle Feier zur Verabschiedung von Peter Werler, der nach 16 Jahren als Bürgermeister in Iffezheim in Ruhestand geht. Mehrere Hundert Gäste waren hierzu in den Turf-Treff der Bénazet-Tribüne gekommen (Foto: ar). »-Mehr
Rheinstetten
--mediatextglobal-- Einsatz noch ungewiss: SVM-Stürmer Christof Leiss (Mitte) hütete unter der Woche mit einer Erkältung das Bett. Foto: toto

31.03.2018
Abstiegsderby in Mörsch
Rheinstetten (rap) - Abstiegsgipfel und zugleich Derby: Am Samstag (15.30 Uhr) kämpfen der 1. SV Mörsch und der SV 08 Kuppenheim in der Fußball-Verbandsliga um wertvolle Punkte für den Klassenerhalt. Im Hinspiel behielt der SVM mit 3:1 im Wörtel die Oberhand (Foto: toto). »-Mehr
Baden-Baden
Mitfahrbänke für Geroldsau und Lichtental

30.03.2018
Mitfahrbänke für Geroldsau
Baden-Baden (hol) - Drei Mitfahrbänke sollen den Bürgern in Geroldsau helfen, auch ohne eigenes Auto mobiler zu werden. In Lichtental, an der Geroldsauer Mühle und in der Ortsmitte von Geroldsau werden sie aufgestellt. Autofahrer können die Wartenden dann mitnehmen (Symbolfoto: dpa). »-Mehr
Bühlertal
--mediatextglobal-- Naturpark-Umweltpädagogin Manuela Riedling (Mitte) erläutert die Sortenvielfalt heimischer Obstsorten.  Foto: Denker

29.03.2018
Streuobst auf dem Stundenplan
Bühlertal (red) - Das Projekt "Naturpark-Schule" wächst - und damit auch das Interesse der Lehrer an neuen Ideen für praxisbezogene Unterrichtsmöglichkeiten. Im Mittelpunkt des jüngsten Fortbildungstags in Bühlertal standen das Streuobst und der Erhalt der Kulturlandschaft. (Foto: jd). »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

In Deutschland wohnen einer Umfrage zufolge die meisten Morgenmuffel. Sind Sie ein Morgenmuffel oder ein Frühaufsteher?

Ein Morgenmuffel.
Ein Frühaufsteher.
Hängt von der Nacht ab.


Wetter in Mittelbaden


Facebook


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen