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Export von Holz-Unimog nach China rollt an
Dieter Duwe (von links) übergibt im Beisein von Übersetzer Huang Wei den Holz-Unimog dem chinesischen Mercedes-Händler Benson Liu und dessen Sohn King King.  Foto: Gareus-Kugel
04.04.2018 - 00:00 Uhr
Von Veronika Gareus-Kugel

Gernsbach - Auf den ersten Blick ist die Lieferung eines Unimogs nach China nicht der Rede wert. Auch im Reich der Mitte werden Spezialfahrzeuge benötigt. Liu Bin, der auch Benson Liu genannt wird, ist nicht nur ein Fan des Original-Kraftpakets, das bei der Daimler AG im Werk Wörth gebaut wird. Der Chinese aus Shenzhen, einer 12,5-Millionen-Metropole in der Nähe von Hongkong, liebt auch die detailgetreuen Unimog-Holzmodelle von Dieter Duwe.

Der Gernsbacher fertigt sie in der Bleichstraße - und dort wurde er von den Kunden aus China besucht. Benson Liu kam mit seinem Vater Liu Pin und seinem kleinen Sohn King King sowie Dolmetscher Huang Wei und Peter Rebsdat in die Werkstatt des Holzmodellbauers. Dort entstand zu dieser Zeit Bensons ganz persönlicher Holz-Unimog vom Typ U1600.

Die Geschichte beginnt im März 2014. Damals bestaunte eine chinesische Reisegruppe um Benson, geführt von Rebsdat als damaligem stellvertretenden Vorsitzenden des Unimog-Clubs Gaggenau (UCG), das Unimog Museum. Im Rahmen der geführten Gespräche kristallisierte sich heraus, dass Benson Besitzer zweier Unimog ist, einem U4000 und einem U5000. Ein drittes Fahrzeug war zu dieser Zeit noch bei einem Aufbauhersteller zur Fertigstellung, erzählt Rebsdat.

Benson äußerte dazu stolz, dass er Chinas erster privater Besitzer eines Unimog als Wohnmobil war. "In diesem könne man auch übernachten, was in seinem Mercedes G-Modell nicht wirklich funktioniere", nannte der Chinese als Grund für den Aufbau. Seit 2015 ist Benson zudem der erste offizielle Daimler-Repräsentant und private Händler für Mercedes-Benz Spezial Trucks (MBS) in Shenzhen.

Auch in China gibt es eine große Offroad-Szene, die sich regelmäßig zu Veranstaltungen trifft. Also war es nur folgerichtig, dass irgendwann bei Benson der Wunsch aufkam, zwischenzeitlich auch Clubmitglied in Gaggenau, zum Ansprechpartner des UCG in China ernannt zu werden.

Während seiner Deutschlandaufenthalte und bei den Clubtreffen kam der rührige Liu dann in Kontakt mit den Unimog-Fahrzeugen im Kleinformat und zeigte sich sofort begeistert. Seit diesem Zeitpunkt teilt Benson die Leidenschaft zu den Universalmotorengeräten aus Holz mit Dieter Duwe, dem Holzmodellbauer. Schon in seiner Jugend beschäftigte sich Duwe gerne mit dem Medium Holz. Schreiner wäre eigentlich sein Traumberuf gewesen. "Die Berufsberater, eigentlich Industrieberater, des Arbeitsamtes Gaggenau überzeugten mich jedoch davon, doch lieber eine Ausbildung bei Mercedes Benz als Autoschlosser zu beginnen", führt Duwe aus. Fast sein gesamtes Arbeitsleben lang widmete sich der Gernsbacher folglich den Unimog-Fahrzeugen, zunächst im Rahmen von Lehre und Werkstatt, später dann als Vorführer in der Abteilung für Verkaufsförderung.

Das Produktionsende des MB-Trac 1991 war Anlass für sein erstes Holzmodell: Ein MB-Trac 1500 im Maßstab 1:20 war für den Chef der MB-Trac-Abteilung als Geburtstagsgeschenk gedacht. Als die Abteilung aufgelöst wurde, bekamen einige Mitarbeiter weitere Modelle als Dankeschön für besondere Leistungen zum Abschied geschenkt.

Der Aufbau der Holzmodelle ist immer aus Buchenholz. "Die Räder werden, auch wegen der Optik, aus dunklerem Holz gefertigt", erklärt Duwe seinen Besuchern. Auf den Trac folgte dann ein Unimog vom Typ 2010, mit dem alles begann, dann der Typ 427. "Das war das gängigste Modell, gefolgt vom ganz neuen U90", erläutert Duwe. Aber so richtig Fahrt nahm der Unimogbau in der Werkstatt von Duwe 1993 mit der Gründung des UCG auf. Duwe: "Damit kam der Stein ins Rollen und war nicht mehr aufzuhalten."

40 Stunden Arbeit für ein Holzmodell

In rund 40 Stunden entsteht ein detailgetreues Unimog-Modell aus Holz. Jedes Detail, ob Auspuff, Anhängerkupplung, Klimaanlage, Speichenlenkrad, Tank, Stoßschiene oder Pritschen - eben alles, was dieses Fahrzeug so ausmacht und das Fan-Herz höher schlagen lässt - ist eine Einzelanfertigung. Voller Neugier ließen sich Benson Liu und sein Sohn King King die Einzelteile zeigen. Das nächste Modell für China ist mittlerweile auch schon in Arbeit.

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