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Hilfe für Familien in prekären Lebenslagen
Alexandra Schmeiser über den Dächern von Gernsbach. Mit 45 Jahren macht sie sich selbstständig. Foto: Juch
05.04.2018 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach/Rastatt - Wenn die Eltern mal ausfallen oder ein Kind in der Familie schwer erkrankt ist oder behindert, "ist die Not groß im Ländle". Das sagt eine, die es wissen muss: Alexandra Schmeiser arbeitet seit 15 Jahren in der Pflegebranche, hat die kaufmännischen und verwaltungstechnischen Anforderungen von der Pike auf kennengelernt. Beste Voraussetzungen also, um sich selbstständig zu machen, wie die selbstbewusste Frau im BT-Gespräch erklärt. Diesen Schritt hat sie nun zum 1. April vollzogen und ihr eigenes Unternehmen "Pflege & mehr" mit Sitz in Rastatt gegründet. Mit sieben Mitarbeiterinnen kümmert sie sich fortan um die Häusliche Intensiv- und Familienpflege.

Solche Einrichtungen unterstützen Familien in prekären Lebenssituationen, zum Beispiel wenn aufgrund besonderer Belastungen die Weiterführung des Haushalts, die ausreichende Betreuung und Erziehung der Kinder, die Pflege und Versorgung kranker, alter oder behinderter Familienmitglieder von der Familie nicht mehr ausreichend geleistet werden kann. Diesbezüglich sei Mittelbaden ein "weißer Fleck auf der Landkarte - gerade was den Schwerpunkt Kinder anbelangt", sagt Schmeiser.

Das bestätigt der Rastatter Sozialamtsleiter Jürgen Ernst. "Der Familienpflegedienst ist tatsächlich ein neues Angebot, das es bisher so nicht gibt bei uns im Landkreis." Ernst sieht das neue Unternehmen als "gute Ergänzung zu den bestehenden Angeboten", die in Notfällen Familien zur Verfügung stehen.

Alexandra Schmeiser kommt aus Weil am Rhein und lebt seit gut 25 Jahren in Gernsbach. Nach 15 Jahren auf unterschiedlichen Ebenen in der Pflegebranche möchte sie "auch gar nicht mehr in einer anderen Branche arbeiten".

In ihrer Laufbahn hat sich die 45-Jährige ein Netzwerk aufgebaut, das ihr nun den Schritt in die Selbstständigkeit erleichtere. Erste Erfahrungen sammelte sie in der Sozialstation Gernsbach, wo sie zehn Jahre in der Verwaltung tätig war. Parallel absolvierte die Mutter eines inzwischen erwachsenen Sohnes ein berufsbegleitendes Studium an der Steinbeis Business Akademie, das sie selbst finanzierte.

Den Hochschulabschluss in der Tasche wechselte Schmeiser in den Heimleitungsbereich und sanierte eigenen Angaben zufolge je ein Seniorenheim im Ortenaukreis und in Karlsruhe. Später war sie Geschäftsführerin bei einem ambulanten Intensivversorger für Kinder. "Daher kommt auch die Geschäftsidee, weil die Not in dem Bereich besonders groß ist. Da wurde es nochmals überdeutlich, wie wichtig auch der Bereich Familienpflege ist", sagt sie im BT-Gespräch.

Die guten Kontakte im Pflegebereich und zu weiteren Partnern hätten sie in dem Gedanken bekräftigt, ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Gerade mit der Geschäftsidee im Bereich Häusliche Intensiv- und Familienpflege sei sie auf viele Unterstützer gestoßen, allen voran Marco Kistner von der Existenzgründerberatung bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Karlsruhe.

Vor mehr als neun Monaten hat sich Schmeiser auf den Weg in die Selbstständigkeit gemacht, hat ein Konzept erarbeitet, einen Businessplan aufgestellt, Mitarbeiterinnen gesucht, Pflegesätze und Leistungsvergütungsvereinbarungen verhandelt, Zulassungsanträge gestellt und vieles mehr.

Die sieben Frauen, die jetzt bei ihr angefangen haben, sind allesamt Kolleginnen aus früheren Stationen und verfügen - je nach Geschäftsfeld - über die sogenannte HOT-Ausbildung, einer Qualifikation als Hauswirtschafts-Fachkraft - oder eine abgeschlossene Ausbildung zur Kinder-/Krankenschwester beziehungsweise Pfleger mit Zusatzqualifizierung für den Intensivpflegebereich. Insbesondere freut sich Schmeiser über Michelle Schmitt, die in ihrem neuen Unternehmen den Bereich Familienpflege leitet. "Wir sind Freundinnen und haben schon immer davon geträumt, noch mal zusammenzuarbeiten", blickt Schmeiser auf die gemeinsame Zeit bei der Sozialstation Gernsbach zurück.

Vom Firmensitz an der Ludwigsfeste in Rastatt, der am 16. April bezogen wird, werde von "Pflege & mehr" als Einzugsgebiet ganz Baden-Württemberg abgedeckt, sagt die Unternehmensgründerin. Ihre Mitarbeiterinnen seien täglich vier bis 20 Stunden im Einsatz, sieben Tage die Woche. Alexandra Schmeiser geht fest davon aus, schnell Fuß fassen zu können: "Der Bedarf ist groß", sagt sie und geht voller Elan und Selbstvertrauen an die Arbeit.

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