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Eine Geschichte, die berührt und Hoffnung macht
Autor Daniel Oliver Bachmann aus Gausbach mit seinem Buch über Georg Uecker.  Foto: Haller-Reif
06.04.2018 - 00:00 Uhr
Von Margrit Haller-Reif

Forbach - In sich ruhend wirkt er, aber seine blitzenden Augen verraten Daniel Oliver Bachmanns Schaffensdrang. "Ich schließe ein Buch ab, dann wartet schon das nächste in der Pipeline", sagt er. Doch zunächst muss er die vollendete Geschichte "loslassen". Er wäscht sie sich regelrecht ab, im "Friedrichsbad" in Baden-Baden. Zuletzt galt ein Ritual, das "enorm wichtig für mich ist", einer Geschichte, die berührt und Hoffnung macht.

Die 25. Memoiren des Wahl-Gausbachers Daniel Oliver Bachmann, dieses Mal über den "Lindenstraße"-Star Georg Uecker, beschreiben eindrücklich, auch unterhaltsam die Bewältigung einer Lebenskrise. Die gelebten Höhen und Tiefen eines Serienstars und bekennenden Homosexuellen, der politisch denkt und handelt, verdichten sich zu einer sehr persönlichen, bewegenden Biografie. In Ich-Form geschrieben, entwickle das Thema des Buches "eine ganz andere Erzählwucht". Die Lebensgeschichte von Georg Uecker (55), Schauspieler, Fernseh-Produzent und Urgestein der "Lindenstraße", entfachte einen gewaltigen Medienrummel. Im "Stern", im "Focus", in allen namhaften Tageszeitungen und Zeitschriften sind sie mit ihrem Buch vertreten, in Talkshows, bei Markus Lanz ebenso wie bei "SWR1 Leute". Auf Anhieb konnte sich Daniel Oliver Bachmanns Werk in der Spiegel-Bestsellerliste der Kategorie "Paperback Sachbuch" platzieren.

Georg Uecker schrieb als Dr. Carsten Flöter im ARD-Serienrenner "Lindenstraße" TV-Geschichte. Mit dem ersten schwulen Kuss im deutschen Fernsehen löste Uecker einen Skandal aus. Morddrohungen waren die Folge und ein halbes Jahr Personenschutz. "Er war ein Superstar - und dann passiert plötzlich etwas ganz Schreckliches."

1993 gestaltete sich zu Ueckers privatem Horror-Jahr. Kurz nachdem seine "große Liebe" John an Aids gestorben war, erhielt Uecker eine niederschmetternde Doppeldiagnose: Lymphdrüsenkrebs und HIV-positiv. Am Rosenmontag in einem Kölner Krankenhaus, "wo's zuging wie in einem Fellini-Film".

Der Titel "Ich mach dann mal weiter!" klingt lakonisch. Das passe zu ihm, weiß Co-Autor Bachmann. "Georg Uecker hat es geschafft, die Krankheiten zu überwinden. Er hat seine Ängste und Zweifel mit einem enormen Kampfgeist besiegt und wieder Fuß gefasst im Leben, auch im beruflichen." Eine nicht unerhebliche Rolle beim Erarbeiten der Memoiren dürfte Gausbach gespielt haben. "Der Druck und die Hektik einer Stadt fallen hier von einem ab, das schafft Raum für intensives Arbeiten." Es hatte sich allerdings schnell herumgesprochen, dass sich ein Fernsehstar im Haus von Daniel Oliver Bachmann aufhält. "Manchmal drückten sich Kinder wegen eines Autogramms die Nasen an den Fenstern platt."

Bis zur Veröffentlichung der Erinnerungen dauerte es zwei Jahre, doch schon beim ersten Treffen auf dem Flughafen Frankfurt war klar: Die Chemie zwischen Georg Uecker und Daniel Oliver Bachmann stimmte. Die ersten Arbeiten am Buch erfolgten dann bei Bachmanns Agentin Petra Hermanns im Frankfurter Westend, später wurde in seinem Atelier in einem Stuttgarter Künstlerhaus weitergearbeitet, bis es dann nach Gausbach ging. "Ich bin unbefangen in meiner Rolle als Co-Autor und stelle vor allem die richtigen Fragen", erklärt Bachmann die Vorgehensweise. Um gemeinsam ein ganzes Buch zu füllen, ist es für ihn unabdingbar, den "Schutzmantel" des Gegenübers aufzuweichen. Eine Gratwanderung, dessen ist er sich dann beim Schreiben immer bewusst. "Ich wäge jedes Wort ab, denn niemand weiß besser als ich, was Worte bewegen und ausrichten können."

Krimi aus dem Schwarzwald

Bei der Arbeit an diesem Buch habe er von Georg Uecker auch gelernt, wie wichtig ein liberales Elternhaus ist und wie sehr es Kraft gibt in Zeiten, in denen es einem schlecht geht. Hat diese Schreibarbeit auch etwas Therapeutisches an sich? "Sicherlich", lacht Bachmann, "aber ich bin studierter Volks- und Betriebswirt und Absolvent der Filmakademie in Ludwigsburg und kein Therapeut." Nach dem Jubiläums-Werk freut er sich nun am meisten auf den Roman, der im Sommer erscheinen wird - "endlich!". Sein kriminalistischer Roman "Die Tote im Tann" spielt natürlich im Schwarzwald, doch mehr will er noch nicht verraten. Apropos Lebenserinnerungen: Daniel Oliver Bachmann ist unlängst aus Berlin zurückgekehrt, wo er sich auf der Berlinale mit einem Super-Promi traf. Will heißen, der Schaffensdrang ist ungebrochen.

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