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Ferienhaus aus Gaggenau
Landrat Jürgen Bäuerle (hinten, 2.v.l.) freut sich über den ersten Prototypen eines Rahner-Ferienhäuschens. Foto: Senger
07.04.2018 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Aus einem Baumstamm kann man vieles machen: Paletten für die Daimler-Werke in Gaggenau und Wörth, Kanthölzer für den Hausbau - oder schmucke Camping-Bungalows und Hölzer für Steinway-Flügel. Bei Rahner im Industriegebiet an der Grenze zu Bischweier wird alles hergestellt. Gestern machte sich Landrat Jürgen Bäuerle ein Bild von den beiden Unternehmen Holzwerke Rahner und Sägewerk Rahner.

Und der erste Mann im Landkreis war beeindruckt und sagte gerne Unterstützung zu - bei der Idee, mit den Holzbau-Bungalows vorhandene touristische Potenziale in der Region attraktiver zu machen.

Rund 45 Beschäftigte zählen die Rahner Holzverarbeitung GmbH und die Holz-Zentrum Rahner GmbH. Martin Rahner ist Geschäftsführer der Rahner Holzverarbeitung GmbH. Man werde weiter in das Unternehmen investieren, "Bauanträge laufen", sagte er im Gespräch.

Senior-Chef Hansjörg Rahner richtete den Blick auf die Mitarbeiter. "Wir arbeiten nicht so fein wie ein Schreiner", gleichwohl sei die Holzverarbeitung ein interessanter Beruf - und ein schöner: Im Sägewerk duftet es "wie in der Sauna vor dem Aufguss", meinte Claus Haberecht, Dezernent und Amtsleiter des Amtes für Strukturförderung.

Wer den Umgang mit dem Naturwerkstoff Holz liebt, der ist in einem Sägewerk nicht verkehrt. Im von der Hochlohnbranche Automobilbau dominierten Murgtal aber ist der Arbeitsmarkt derzeit kein leichter für die Unternehmen. Das weiß auch Jürgen Bäuerle. Von einer "Vollbeschäftigung" bei den Lehrlingen sprach der Landrat - das bekomme auch die Landkreisverwaltung zu spüren. Bei Rahner setzt man auf innerbetriebliche Aus- und Weiterbildung der Belegschaft, erläuterte Hansjörg Rahner.

Einerseits Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt, andererseits wichtige Kunden: Martin Rahner richtete den Blick auf die regionale Ausrichtung der Holzwerke: Daimler in Gaggenau und Wörth, Protektorwerk Maisch in Gaggenau nannte er namentlich. Da spielt die räumliche Nähe eine wichtige Rolle.

Die Geschäfte liefen derzeit gut, "Vollauslastung" melde man aus der Holzverarbeitung. Ab 2019 sei eine Beruhigung der Konjunktur zu erwarten, darauf ließen Signale aus der Bauwirtschaft schließen.

Auch Steinway zählt zu den Kunden

Als letztes von mehreren Dutzend Sägewerken im badischen Teil des Murgtals behaupten sich die Sägewerke Rahner auf dem hart umkämpften Markt, berichtete Geschäftsführer Peter Weber. Für die hohe Auslastung sorge zum einen die Holzverarbeitung. Als relativ kleines Unternehmen werde es aber immer schwerer, gegen die größeren Betriebe in der weiteren Region zu bestehen. Mit Nischenprodukten aus Schwarzwälder Kiefernholz wissen sich die Rahner-Sägewerke zu behaupten.

Nach Hamburg liefert man Bauteile für Steinway-Flügel; Fensterhersteller stehen auf der Kundenliste, auch in Skandinavien finden sich Abnehmer für Sägewerk-Produkte aus Gaggenau. Als neues Standbein stehen Holzbungalows im Portfolio. Erste Prototypen sind erstellt, nun soll die Vermarktung anlaufen.

Sägewerks-Geschäftsführer Peter Weber machte allerdings deutlich: "Drama hoch drei" seien die allgegenwärtigen Baustellen - insbesondere auf der Halsschlagader des Murgtals, der B 462. Die Logistik hat auch Oberbürgermeister Christof Florus im Blick. Die Probleme bei der Anlieferung von Stämmen an der schmalen Zufahrt zum Sägewerk am Murgdamm entlang, vorbei an König Metall, sind bekannt. Die Stadtverwaltung arbeite an einem Logistik-Konzept für das Industriegebiet, bestätigte das Stadtoberhaupt.

Kann die unmittelbare Schienenanbindung an die Murgtalstrecke keine Lösung bieten? "Absolut keine Alternative", muss man bei Rahner hier konstatieren. Denn die von Kunden geforderte "Just in Time"-Lieferung sei nur mit Lkw machbar.

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