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"Dicke Geländewagen" verströmen Gefahr
Horror vor einem Cayenne-Konvoi? Porsche nutzt gerne kurvenreiche Strecken für Testfahrten.  Foto: spx
13.04.2018 - 00:00 Uhr
Von Hartmut Metz

Gernsbach - "Jeden Morgen das Gleiche. Man kann fast die Uhr danach stellen. Von der B462 kommend geht es rein nach Gernsbach, hoch zur Nachtigall, runter zum Hotel ,Forellenhof' und dann weiter in Richtung Rote Lache. Wenn das Murgtal als Teststrecke für Porsche herhalten muss, dann erwarte ich zumindest ein angepasstes Fahrverhalten", ärgert sich ein BT-Leser regelmäßig.

Unlängst brachte den Gernsbacher besonders rüdes "Porsche-Rowdytum" auf seiner täglichen Hausstrecke, der L78 von Gernsbach über die Nachtigall nach Baden-Baden, auf die Palme: "Ich bin zwischenzeitlich nicht mehr überrascht, wenn plötzlich von hinten ein übermotivierter Fahrer heranbraust und alle, die im Weg sind, überholt. Wenn aber, wie heute Morgen, ein dicker, übermotorisierter Geländewagen unerwartet auftaucht, andere Fahrzeuge einfach in einer rechts abbiegenden Kurve links überholt, wäre das auf jeder anderen Strecke nur ein Ärgernis. Aber wenn man wegen des Berghangs gar nicht sehen kann, ob ein Fahrzeug entgegenkommt oder ein Hindernis hinter der Kurve auftaucht, dann ist das kriminell. Das war dem Fahrer aber wohl egal, er sitzt sicher in seiner Blechfestung mit zwei Tonnen Gewicht - und wenn es doch einmal kracht, ist er der Stärkere. Und es ist doch nicht sein Auto, das gehört ja nur der Firma P.", mokiert sich der Leser und denkt, dass die Raser nur mit einer "Begrenzung auf Tempo 70 gebremst werden können".

"Die Frage, ob es einen Unterschied zwischen einer öffentlichen Straße und einer Teststrecke für Autokonzerne gibt?", beantwortet Peter Westermann als Leiter der Verkehrspolizeidirektion Baden-Baden: "Es gibt keine öffentlichen Testrecken. Die Nachtigall hoch ist eine öffentliche Straße, die sehr kurvenreich und bergig ist, weshalb sie von Autoherstellern gerne genutzt wird", weiß er.

Dass dort häufiger Porsche-Kolonnen unterwegs sind, ist den Ordnungshütern bewusst. "Beschwerden gab es aber zuletzt im Vorjahr eine. Vor allem aber: Es ist kein Unfallschwerpunkt. In fünf Jahren hatten wir nur zwei Unfälle; zuletzt gab es 2016 einen Sachschaden bei einem Porsche Panamera." Weil es sich im Gegensatz zur B500 oder der Strecke hoch nach Michelbach, auf der sechs schwere Motorradunfälle verzeichnet wurden, um "keine Unfallrisikostrecke" handele, sei die Polizei dort nur sporadisch im Einsatz.

Zudem lägen keine Anzeigen gegen Raser vor. "Würden wir die bekommen, gingen wir der Sache selbstverständlich nach - und wegen der Fahrtenbücher wären die Porsche-Testfahrer leicht zu ermitteln", stellt Westermann klar. Den BT-Hinweis nahm der Verkehrspolizei-Chef "zum Anlass, wieder mit einer Zuständigen für die Testfahrer zu sprechen. Die Dame sagte, sie werde das Thema bei den Fahrern anschneiden. Letztlich seien sie auch auf ihren Führerschein angewiesen und würden deshalb nicht dauernd rasen."

Westermann fuhr die Strecke nun einmal mehr selbst ab. Er weiß jedoch, wie er lachend berichtet, "wenn eine Kolonne ein Polizeiauto entdeckt, bremsen die automatisch ab - wie jeder Autofahrer ..."

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