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Schaufenster der Möglichkeiten
13.04.2018 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Murgtal - Durch das Pilotprojekt eWayBW wird das Murgtal "zum Schaufenster der Möglichkeiten". Das kündigte Ministerialrat Marcel Zembrot am Mittwochabend bei der ersten Bürgerinformationsveranstaltung zum Thema in der Kuppenheimer Wörtelhalle an. Dort gab er zusammen mit dem baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne), Dr. Michael Lüken (Deutsches Klimakonsortium), Dieter Fahrner (Spedition Fahrner) und Professor Dr. Arnd Stephan (Technische Universität Dresden) Auskunft über den aktuellen Projektstand und darüber, wie es konkret weitergeht.

Welche Rolle können elektrisch betriebene Hybrid-Oberleitungs-Lkw in der Zukunft spielen, um den Straßengüterverkehr umweltverträglicher zu machen? Das ist die zentrale Frage, auf die man bis ins Jahr 2022 Antworten finden möchte. Die B462 zwischen Kuppenheim und Obertsrot ist die einzige von deutschlandweit drei Teststrecken, die nicht auf einer Autobahn verläuft. Die anderen befinden sich in Hessen (A5 zwischen Frankfurt und Darmstadt) und in Schleswig-Holstein (A1 zwischen Reinfeld und dem Autobahnkreuz Lübeck).

"Das breite Interesse und die Bereitschaft zur Mitwirkung an unserem Pilotversuch zeigen eine Aufbruchsstimmung, die wir nun gerne nutzen möchten, den Straßengüterverkehr umweltverträglicher zu machen. Ich bin mir sicher, dass dieses für das Land einmalige und herausragende Projekt eWayBW hierzu einen wertvollen Beitrag leisten wird", sagte Verkehrsminister Hermann.

Auf der 18 Kilometer langen Pilotstrecke werden jährlich mehr als 500000 Tonnen Papier und Pappe im 24 Stunden und Sieben-Tage-Betrieb von den Papierherstellern in Obertsrot und Hilpertsau ins Logistikzentrum nach Kuppenheim gebracht, erläuterte Fahrner die Dimensionen. Pro Kalendertag ergebe sich so die hohe Anzahl von durchschnittlich 64 Umläufen. "In Summe werden die Oberleitungs-Lkw damit pro Jahr über 250000 Kilometer im Bereich der Oberleitungen zurücklegen", blickte der Spediteur auf den Realbetrieb voraus, der Ende 2019 starten soll. Nach derzeitigem Stand wird die Anlage nach Abschluss des Pilotversuchs wieder zurückgebaut. "Die Anlage lässt sich im Murgtal sehr wahrscheinlich nicht wirtschaftlich betreiben", erklärte Zembrot; auch wenn das letzte Wort über den Rückbau laut Hermann noch nicht gesprochen sei.

Bis zum Jahr 2050 muss die Bundesrepublik ihren Güterverkehr weitgehend klimaneutral gestalten, erläuterte der Verkehrsminister den klimapolitischen Hintergrund des Versuchs: Um dies in 32 Jahren hinzubekommen, "wird es höchste Zeit für Projekte wie dieses". Deutschland stehe unter einem "riesengroßen Handlungsdruck", unterstrich Michael Lüken die Bedeutung von Innovationen wie eWayBW, das er als "vielversprechendstes Projekt in diesem Bereich" bezeichnete: "Der Güterverkehr wächst, aber die Emissionen müssen runter", verwies der Klimaexperte auf die Problematik, die man hoffe, durch alternative Technologien in den Griff zu bekommen.

Wie diese Technologie funktioniert, das erklärte Arnd Stephan. Er hat eine Professur für Elektrische Bahnen. "Fahren mit Strom ist keine Schnapsidee", richtete er sich an die Kritiker und verwies auf die lange erprobte und viel erforschte Oberleitungstechnologie, die durchaus auch für die Straße geeignet sei: "Das sollen die Feldversuche nun zeigen."

Die Planung der Pilotstrecke sowie die Vergabe der Arbeiten sollen noch dieses Jahr abgeschlossen werden, damit der Bau der rund 17,6 Millionen Euro teuren Infrastruktur 2019 erfolgen kann. Die B 462 wird in zwei Elektrifizierungsabschnitten auf einer Länge von insgesamt etwa sechs Kilometern in jede Fahrtrichtung mit Oberleitungen, wie man sie aus dem Bahnbereich kennt, ausgestattet. In diesen Elektrifizierungsbereichen beziehen die Hybrid-Oberleitungs-Lkw ihren Traktionsstrom und laden parallel ihre Batterie auf, die dann außerhalb der Elektrifizierungsbereiche den weiteren Antrieb sicherstellt. Die Speditionen Fahrner Logistics und Huettemann Logistics setzen die Hybrid-Oberleitungs-Lkw dann ab 2020 innerhalb realer Logistikprozesse ein.

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