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Vorreiter im Bereich Elektromobilität
Philipp Henzler, Lehrer der Carl-Benz-Schule in Gaggenau, auf einem von Schülern umgerüsteten E-Roller.  Foto: Lauser
16.04.2018 - 00:00 Uhr
Von Marvin Lauser

Gaggenau - Die Carl-Benz-Schule (CBS) nimmt seit 2009 eine Vorreiterrolle im Bereich Elektromobilität ein. Ziel der Schule ist es, Fachkräfte für den Arbeitsmarkt der Zukunft auszubilden. Daher hat man im Schuljahr 2017/18 in "enger Kooperation mit dem Landkreis Rastatt", wie Schulleiter Volker Bachura betont, an der Fachschule für Technik den Schulversuch Elektromobilität gestartet. Aktuell lernen acht Schüler im Umfang von sieben Wochenstunden Inhalte zum Schwerpunkt alternative, zukunftsweisende Antriebsmodelle.

Für das kommende Schuljahr sind für 30 Plätze bisher 17 Bewerbungen eingegangen (wir berichteten). "Natürlich erhofft man sich mehr Zuspruch, es ist aber ganz normal, dass es Anlaufschwierigkeiten gibt", beschwichtigt Bachura. Daher steht nun ein Abschluss nach dreijähriger Ausbildung in Teilzeit als Alternative zum gegenwärtigen Vollzeitmodell im Raum. Dazu hat die Schule laut Bachura schon einen Antrag ans Regierungspräsidium gestellt. Denkbar wäre beispielsweise Unterricht in Blöcken donnerstagabends, freitags und samstags.

Expertise im Bereich Elektromobilität haben die zuständigen Lehrkräfte seit mittlerweile neun Jahren. "Wir waren Wegbereiter mit unserem Bildungsangebot im Bereich Elektromobilität und sind daher, wenn dies zunehmend gefragt wird, bereits professionalisiert", erklärt Dr. Falk Hartmann, Abteilungsleiter der Gewerbeschule der CBS. So wurden in jeweils von Schülern initiierten Projektarbeiten bereits ein Gokart, ein Roller, ein Smart Fortwo, ein Smart Roadster, ein Buggy sowie ein Trabant von Verbrennungsmotor auf "E" umgerüstet. E-Buggy und E-Roadster sind aktuell im Unimog-Museum ausgestellt. Der bestehende E-Roller der CBS wurde im vergangenen September zusammen mit Schülern des Institute of Technical Education aus Singapur umgerüstet. Mit der Partnerschule pflegen die Murgtäler seit 2009 regelmäßige Kontakte.

Laut Hartmann werden bei den "Hands on"-Projektarbeiten der Schule bewusst ältere Modelle verwendet. Stichwort Ressourcenschonung. "Das sind keine schulischen Bastelprojekte, sondern sinnvolle und langfristig angelegte Umrüstungsmaßnahmen", betont Hartmann.

Dem stimmt Bachura zu, denn letztlich sollen alle Projektarbeiten eine Straßenzulassung erhalten. Das jüngste Projekt soll kommenden Mittwoch realisiert werden. Landtagsabgeordneter Thomas Hentschel (Grüne) möchte gemeinsam mit drei bis vier Schülern, die ihn anleiten werden, einen Peugeot-Roller (Baujahr 1995) zum E-Roller umrüsten. "Das wird ein besonderes Projekt für die Schüler", erklärt Bachura, da der Politiker den etwa 3000 Euro teuren Umbau von seinem privaten Budget finanziert und den Roller anschließend für Fahrten im Wahlkreis verwenden möchte. Die beteiligten Schüler erhalten nach erfolgtem Umbau ein Zertifikat.

Da an der CBS ganzheitlich gedacht wird, gibt es auf dem Schulgelände eine für die Öffentlichkeit zugängliche - dank einer Kooperation mit den Gaggenauer Stadtwerken kostenfreie - E-Tankstelle, die mit Solarstrom gespeist wird. Sowohl die Ladestation als auch die sich nach der Sonne ausrichtenden Solar-Panels gehen auf Schülerinitiativen zurück. Die Ladestation habe aktuell drei bis vier Nutzer täglich, daher ist eine Erweiterung des bisherigen Stellplatzes geplant.

"Wir wollen eine Leuchtturm-Schule in der Wirtschaftsregion sein. Eine Art ,Think Tank'. Nach dem Motto: Was braucht der Arbeitsmarkt überhaupt?" So umreißt Hartmann die Ausrichtung der Schule. Die an der CBS umgesetzten Konzepte sollen "Strahlkraft in ganz Baden-Württemberg haben", fügt Schulleiter Bachura an. Wichtig seien an dieser Stelle bestehende Kooperationen mit anderen Schulen der Region wie der Handelslehranstalt in Gernsbach oder der JosefDurler-Schule in Rastatt.

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