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Schwefelgestank gegen Wildschweinhunger
Jagdpächter Udo Pfattheicher (links) und Jäger Klaus Becker verteilen Schwefeldünger, der die Wildschweine vergrämen soll. Foto: Vogt
17.04.2018 - 00:00 Uhr
Forbach (kv) - Immer mehr Grundstücksbesitzer im Murgtal ärgern sich über den Besuch der Wildschweine, die nachts Äcker, Wiesen und Gärten durchwühlen. Auf den umgepflügten Grundstücken kann später nur mit großem Aufwand gemäht werden und das im Murgtal, wo das Mähen an den steilen Hängen noch nie vergnügungssteuerpflichtig war.

Immer wieder hört man den Vorwurf, die Jäger würden nicht genügend unternehmen und zu wenige Schwarzkittel erlegen. Im Gegensatz dazu werden Proteste von Tierschützern laut, die fürchten, dass die Schweine gegen massiven Jagddruck oder den Einsatz von Saufängen chancenlos seien.

Um dieses Spannungsfeld etwas zu entschärfen, haben die beiden Pächter Markus Sann und Udo Pfattheicher der Jagdgemeinschaft Langenbrand und Gausbach-Nord begonnen, Dünger zu verteilen, der im Boden einen für die Wildschweine unangenehmen Geruch bekommt - Wildschweinvergrämung stand auf dem Programm am vergangenen Samstag. Sie hatten Grundstücksbesitzer aus ihrem Jagdrevier eingeladen, diesen speziellen Dünger ("PIG-S-Schwefeldünger") abzuholen.

Im Keller des Landgasthofs "Ochsen" in Langenbrand gab es das Mittel, das den Wildschweinen den Appetit auf Engerlinge und Würmer verdirbt. "Das Granulat besteht zu rund 80 Prozent aus Schwefel, im Boden wird es von Bakterien zersetzt und verströmt dann den Geruch, der die Wildschweine vertreiben soll", erklärt Udo Pfattheicher. Das Mittel ist auch für Biobetriebe zugelassen.

Rund 100 Gramm der hellgelben Körnchen, die für menschliche Nasen nicht nach Schwefel riechen, sollen dabei pro Ar oberflächlich verstreut werden. "Zwei bis dreimal im Jahr werden wir das wiederholen".

Jäger Pfattheicher berichtete, dass diese Art der Vergrämung im schwäbischen Landesteil und in Bayern bereits erfolgreich praktiziert wurde. "Wir hoffen sehr, dass der großflächige Schaden abnimmt", ergänzte Markus Sann.

Die Jagdgemeinschaft hatte nicht nur die Düngerabgabe organisiert, sondern auch besonders in Mitleidenschaft gezogene Wiesen gemulcht, damit diese zukünftig wieder bearbeitet werden können. Im Winter hatten einige Drückjagden auch zu guten Abschusszahlen geführt. Derzeit dürfen die Muttertiere nicht geschossen werden: "Gerade jetzt, wenn die Bachen Frischlinge führen und viel Muttermilch brauchen, suchen sie nach eiweißhaltiger Nahrung", erklärte Pfattheicher. Er hofft, dass sich schnell Erfolge einstellen und die Äcker und Wiesen zukünftig verschont werden.

Die Grundstücksbesitzer haben das Angebot gut angenommen. Waren vor zwei Wochen bei der ersten Ausgabe des Schwefeldüngers rund 30 Abholer gekommen, so waren es am vergangenen Freitag über 40. Die letzten mussten mit leeren Eimern wieder gehen, der Schwefeldünger war nach einer Stunde ausgegangen. Markus Sann notierte die Namen derjenigen, die noch nicht versorgt werden konnten. "Wir werden in 14 Tagen die nächste Lieferung in den ,Ochsen' bringen und dann wahrscheinlich noch einmal im Spätjahr und im nächsten Frühjahr", planen die beiden Jagdpächter. Sie hoffen, dass der Dünger, den die Jagdgemeinschaft finanziert, auch den gewünschten Erfolg bringt.

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