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Unterschlupf für gefährdete Wildbienen
Preisverleihung UN-Dekade im Bergmanngarten des Mercedes-Benz-Werks Gaggenau: Matthias Jurytko, Nicolette Kressl, Ralf Gensicke, Kilian Delbrück und Jürgen Süss (von links).  Foto: Jahn
17.04.2018 - 00:00 Uhr
Von Ulrich Jahn

Gaggenau - Anstelle eines artenarmen Rasens entstand auf dem Gelände des Mercedes-Benz Werks Gaggenau eine heterogen gestaltete Grünfläche. Welche Bedeutung dieses Projekt hat, wurde gestern deutlich. Standortleiter Matthias Jurytko erhielt von Regierungspräsidentin Nicolette Kressl und Dr. Kilian Delbrück vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit eine Auszeichnung von der UN (United Nations - Vereinigte Nationen).

Ausgezeichnet wurde das Werk Gaggenau im Rahmen der UN-Dekade. Die Staatengemeinschaft ruft damit die Weltöffentlichkeit auf, sich für die biologische Vielfalt einzusetzen. Das wurde von dem Automobilkonzern umgesetzt.

"Artenvielfalt statt Einheitsgrün" heißt es im sogenannten Bergmanngarten. Im Jahr 2015 ging es an die Renaturierung der etwa 1900 Quadratmeter großen Rasenfläche, direkt an der Ecke Hauptstraße/Schillerstraße gelegen. Ziel war und ist der Schutz der beiden etwa 120 Jahre alten, 36 Meter hohen Mammutbäume, der Erhalt der übrigen Bäume und der Wegfall aller nicht heimischen Sträucher. Es wurden 150 Quadratmeter Trockenfläche geschaffen, 1700 Quadratmeter Wildblumensäume angelegt und rund 5500 heimische Wildblumenstauden und Sträucher gepflanzt. Außerdem wurden 17000 heimische Blumenzwiebeln gesetzt sowie verschiedene Sitzmöglichkeiten für die Mitarbeiter geschaffen.

Bei der Maßnahme legten auch 20 leitende Führungskräfte des Werks Gaggenau Hand an. Sie nahmen nach Vorarbeiten eines Gartenbaubetriebs im Rahmen eines Strategietags verschiedene Arbeiten vor. Dazu zählten das Verteilen von Baumstämmen, das Aufschütten von Sandhügeln oder das Roden kleinerer Restflächen.

Es blieb aber nicht bei einer einmaligen Umgestaltung. Mitarbeiter haben freiwillig ein Pflegeteam gebildet, das mehrmals im Jahr alle naturnahen Flächen im Werk betreut. Unterstützt wird das Team je nach Bedarf von Auszubildenden, ebenfalls auf freiwilliger Basis. Insgesamt wurden mehr als 14000 Quadratmeter Grünfläche in Gaggenau und im Werkteil Rastatt naturnah gestaltet. Ein Erfolg: Auf drei Flächen wurden zahlreiche Arten an Wildbienen, darunter viele gefährdete Arten, nachgewiesen. Bereits nach einem Jahr waren es 42 Arten, darunter auch welche der Roten Liste Baden-Württemberg. Deshalb wird die Fläche für Wildbienen als regional bedeutsam eingestuft.

"Es ist auch was Besonderes für mich", bekannte Jurytko. Er ging in seiner Begrüßung kurz auf das Thema Umweltschutz im Werk ein und erwähnte dabei unter anderem das Abwasserprojekt für rund 3,6 Millionen Euro oder die Maßnahmen zum Hochwasserschutz, gemeinsam mit der Stadt Gaggenau. Und auch die Verringerung des Einsatzes von Energie sprach der Standortleiter an. Seit 2010 spiele der Naturschutz im Werk eine Rolle. Dabei werde Daimler unter anderem vom BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) unterstützt.

"Herzlichen Dank für Ihr Engagement", sagte Regierungspräsidentin Nicolette Kressl. Sie erinnerte daran, dass Daimler bereits zwei Auszeichnungen in der "UN-Dekade Biologische Vielfalt" erhalten habe. Gestern hatte sie die dritte Auszeichnung dieser Art dabei. Sie sicherte die weitere Unterstützung durch das Regierungspräsidium Karlsruhe zu.

Auch Dr. Kilian Delbrück würdigte das Engagement der Werksmitarbeiter. Er unterstrich, dass nicht das Ministerium über die Preisvergabe entscheide, sondern eine unabhängige Jury. Es sei sehr selten, dass eine Einrichtung bereits drei solcher Auszeichnungen verliehen bekommen habe. Wie wichtig die Aktivitäten sind, verdeutlichte er an einem Beispiel, dem Insektensterben. Heute entdecke der Pkw-Lenker nach längerer Fahrt nur wenige Spuren von toten Insekten auf der Windschutzscheibe des Autos, ganz im Gegensatz zu früher. Folglich sei das Aufkommen in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Er sprach von rund 80 Prozent Rückgang der Biomasse fliegender Insekten in den vergangenen 27 Jahren.

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