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Bürger wünschen sich einen Erholungspark
Mit der 'Aktion Schubkarre' verdeutlicht die Bürgerinitiative Giftfreies Gernsbach die Dimension der Kontamination auf dem Pfleiderer-Areal. Foto: Rudolf Seitz
18.04.2018 - 00:00 Uhr
Gernsbach (red/stj) - Der Stand der Bürgerinitiative Giftfreies Gernsbach (BiGG) auf dem Wochenmarkt fand am vergangenen Freitag großen Zuspruch. Insbesondere sei eine intensive Beteiligung an der Wunschzettelaktion zu verzeichnen gewesen, bei der Jedermann seine Wünsche für die Gestaltung eines dereinst entgifteten Pfleiderer-Areals niederschreiben konnte. Dabei ergab sich eine überragende Mehrheit in die Richtung eines Freizeit- und Erholungsparks, aber auch etliche andere, sehr interessante Alternativen wurden als Wunsch hinterlassen, informiert die BiGG. Sie werde die Wunschzettel bei nächster Gelegenheit Bürgermeister Julian Christ übergeben.

Auch die Darstellung der extrem hohen Giftkonzentration durch die "Aktion Schubkarren" habe das Interesse vieler Wochenmarktbesucher erregt.

Ziel: Lösung ohne Abwehrbrunnen

"Ungläubig ließ sich der eine oder andere die Rechnung aufmachen, wieso schon eine derart geringe Menge der Erde vom Pfleiderer-Areal ein so unglaublich hohes Gefährdungspotenzial besitzt", schreibt die Bürgerinitiative weiter: "Daher bleibt es bei der Forderung der BiGG: Das Gift muss raus!"

Unterdessen hat Stefan Krieg, der Sprecher der BiGG, der Stadtverwaltung ein Anforderungsprofil zur Kostenschätzung für eine sogenannte "Best-Case-Sanierungsvariante" vorgestellt. Das war in der jüngsten Sitzung des Lenkungskreises Pfleiderer-Areal besprochen worden (wir berichteten). Grundlage der Betrachtungen von Stefan Krieg, der als Diplom-Ingenieur und Architekt bei der Deutschen Bahn arbeitet und mit derlei Sachverhalten vertraut ist, ist die Kartierung aus dem Arcadis-Gutachten vom Jahr 2009. Sie umfasst 47 Messpunkte, hinzu kommen weitere fünf Messpunkte im Bereich Wörthgarten. Ebenfalls als Grundlage für die Berechnungen dienten die Ergebnisse der chemischen Analyse.

In einer Excel-Tabelle habe Krieg die Messpunkte zusammengefasst und mit den ermittelten Mengen sowohl die Kubatur als auch das Gewicht des anfallenden Aushubs berechnet. "Es wurden nur tatsächlich bekannte Werte und Mengen berechnet, die sich aus dem vorliegenden Datenmaterial auch definitiv ermitteln lassen. Alles andere wäre Spekulation und kann daher aus ingenieurstechnischer Sicht nicht betrachtet werden", erklärt Krieg seine Vorgehensweise. Er hat nur die Mengen berechnet mit einem Zuordnungswert (Obergrenze der Einbauklasse) über Z2. Alles unter Z2 "kann meines Erachtens auf dem Gelände verbleiben oder an geeigneter Stelle wieder eingebaut werden. Ziel und Aufgabenstellung der Sanierungsvariante sollte eine Lösung ohne Abwehrbrunnen sein", betont Krieg.

Als Ergebnis seiner Berechnung ergibt sich eine Summe für Entsorgungskosten von etwas mehr als 3,31 Millionen Euro. "Selbst wenn wir die Menge verdreifachen, was ich allerdings als Mengenansatz für unrealistisch halte, ergibt sich eine Summe von weniger als zehn Millionen Euro."

BiGG-Kostenschätzung deutlich niedriger

Diese Zahl läge immer noch deutlich unter der von der Unternehmensgruppe Geiger (Oberstdorf) genannten Summe für die reine Entsorgung. Der Kostenansatz für eine sogenannte "Worst-Case-Variante", die von einem Geiger-Mitarbeiter bei der Informationsveranstaltung in der Stadthalle am 27. Februar präsentiert worden war, belief sich auf mehr als 16 Millionen Euro.

Die von Diplom-Ingenieur Stefan Krieg errechnete Kostenschätzung für eine "Best-Case-Sanierungsvariante" wird nun von der Geiger-Unternehmensgruppe überprüft und dann ins weitere Verfahren einfließen.

www.altlasten-gernsbach.de

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