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Sechstklässler lernen direkt im Wald
Victoria Böhner und Julian Stolz wollen mit ihrem Projekt die Sechstklässler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums für die Themen Wald und Umwelt sensibilisieren. Foto: Juch
19.04.2018 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach - Das Klassenzimmer wurde für die Sechstklässler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums gestern Nachmittag direkt in den Wald verlegt. Dort waren es keine Lehrer, die ihnen die Bedeutung des Ökosystems erklärten, sondern zwei Abiturienten des Jahrgangs 2017. Victoria Böhner und Julian Stolz kehrten für ein Nachhaltigkeitsprojekt an ihre alte Schule zurück und hinterließen mit diesem Engagement nachhaltigen Eindruck - bei den Schülern genauso wie bei den Lehrern.

Zunächst stand am Montag ein Theorieteil auf dem Programm: In jeweils einer Doppelstunde nahmen die jungen Leute die Kinder mit auf eine Sinnesreise durch die Geschichte des Schwarzwalds, beleuchteten die Flößerei im Murgtal, die Bedeutung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung, den Klimawandel und die Rolle des Waldes sowie den Wald als Lebensraum. Abschließend gab es ein Rollenspiel, in dem die Schüler über den Bau eines Hotels mitten im Gernsbacher Wald zu entscheiden hatten und dafür unter anderem in die Rolle des Gemeinderats schlüpften.

"Es ist schön zu sehen, dass die Kinder in dem Alter schon so sensibel sind, was das Thema Wald angeht", resümierte Victoria Böhner im BT-Gespräch. Die Weisenbacherin absolviert gerade ein Freiwilliges Ökologisches Jahr bei Erdgas Südwest in Ettlingen und möchte danach Forstwirtschaft in Rottenburg studieren. Genau wie ihr Klassenkamerad von einst, Julian Stolz. Der Gausbacher macht derzeit Bundesfreiwilligendienst in der Neurologischen Klinik Selzer in Schönmünzach.

Böhner hat von sich aus mit der Schulleitung Kontakt aufgenommen und gefragt, ob an einem solchen Nachhaltigkeitsprojekt Interesse besteht. Die Resonanz war äußerst positiv, freute sie sich gestern genauso wie darüber, dass sie in Christina Schreier vom Infozentrum Kaltenbronn und in Revierförster Uwe Meyer kompetente Unterstützung gefunden hat. Beide kamen gestern für den Praxisteil des Projekts zum Galgenbusch am Selbacher Weg. Dort hatten die drei sechsten Klassen, die in Begleitung der Biologielehrerinnen Alexandra Siebert und Cornelia Moll vom ASG dorthin spaziert waren, drei Stationen zu bewältigen.

"Bei mir müsst ihr jetzt ein bisschen arbeiten", begrüßte Uwe Meyer seine Gruppe und teilte entsprechendes Werkzeug und Handschuhe aus. Mit der großen Schere und Sägen galt es, die Eiche zu schützen - vor der Douglasie. Die wächst nämlich schneller und stellt für das (noch) eichendominierte Waldbiotop eine Gefahr da. "Die Douglasie wächst die Eiche tot", erklärte der Experte: "Das wollen wir nicht, deshalb müssen wir was tun."

Bei der Biotoppflege legten die Sechstklässler genauso Hand an wie bei der Station Tipis bauen, die von Böhner und Stolz geleitet wurde. Zunächst hieß es da: Material sammeln. Mit Feuereifer gingen die Kinder im Wald ans Werk. Das galt auch für Station drei: Waldpädagogik. Dafür hatte Christina Schreier, die Leiterin des Infozentrums Kaltenbronn, die Wald-Box mitgebracht. Darin haben die Förster des Kreisforstamts Rastatt rund 100 Bildungsaktivitäten mobil und griffbereit vorbereitet. Damit kann man den Wald mit allen Sinnen erleben und seine Vielfalt hautnah spüren.

Genau das war das Ziel der angehenden Forstwissenschaftsstudenten: "Wir wollen die Kinder für den Wald und die Umwelt sensibilisieren", erklärten Böhner und Stolz die Intention ihres zweitägigen Workshops am ASG. Der hat ihnen genauso viel Spaß gemacht, wie den mehr als 60 Schülern - das blieb den Projektbeteiligten gestern im Klassenzimmer Wald nicht verborgen.

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