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"Der Murgtal-Flügel lahmt"
20.04.2018 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Murgtal - Leader lebt als regionales, bürgernahes Förderprogramm der Europäischen Union von der Beteiligung der Menschen in ihrer Region. Die sollen mit eigenen Ideen ihr Umfeld aktiv voranbringen. So entsteht im Miteinander von kommunalen, gewerblichen und privaten Projekten ein echter Mehrwert für den ganzen Raum Mittelbaden/Schwarzwaldhochstraße. Das ist die Idee hinter der Leader-Kulisse, deren Zwischenbilanz sich durchaus sehen lassen kann. Das gilt bislang allerdings weniger für das Murgtal.

"Die Fördermittel sind innerhalb der Leader-Region extrem ungleich verteilt - der Murgtal-Flügel lahmt", erklärte Antje Wurz bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Vereins Regionalentwicklung Mittelbaden/Schwarzwaldhochstraße in Bühlertal (wir berichteten). Die Geschäftsführerin der Leader-Geschäftsstelle im Forstamt Baden-Baden unterlegte das Ungleichgewicht mit entsprechenden Statistiken (siehe Grafik) und betonte: "Das ist nicht erfreulich." Deshalb soll das Murgtal in der zweiten Projektphase bis ins Jahr 2020 besonders gefördert werden.

Doch woran liegt es, dass die Gemeinden Gernsbach, Forbach, Loffenau und Weisenbach bislang so wenig über Leader in Erscheinung getreten sind? Die beiden Letztgenannten sind gar noch gänzlich jungfräulich, was den Genuss von Fördermitteln der Europäischen Union über Projekte der Leader-Kulisse Mittelbaden/Schwarzwaldhochstraße anbelangt. Und in Forbach wurde das bisher einzige Vorhaben dieser Art aus Bühl initiiert: Der Verein Kulturerbe Schwarzwaldhochstraße baut die alte Kirche im Höhenortsteil Herrenwies mit der Unterstützung von Leader-Mitteln in ein Museum um.

Die Projekt-Initiative sei im Murgtal vielleicht deshalb noch nicht so vorhanden, weil hier mehr über das Ehrenamt geregelt werde, als dies zum Beispiel im Rebland der Fall sei, versucht Wurz die Diskrepanz der Mittelverteilung zu erklären. Denn: "Für ehrenamtliche Initiativen wie Vereine, die neue Ideen umsetzen möchten, ist es viel schwieriger, ein Projekt zur Beantragung auf den Weg zu bringen", betont Wurz im BT-Gespräch: "Wir haben aber den festen Willen, dass da noch was kommen soll", zeigte sich die Geschäftsführerin entschlossen, das Murgtal künftig verstärkt auf die Leader-Projektlandkarte zu bringen.

Hoffnungen ruhen auch auf Dorfladen-Projekten

Aber: "Wo keine Initiative, da keine Projekte." Deshalb will man künftig direkt auf die Vereine zugehen und mit einer verstärkten Öffentlichkeitsarbeit auf die vielfältigen Fördermöglichkeiten aufmerksam machen. Das gelte laut Wurz insbesondere für öffentlich-private Projektpartnerschaften bei gemeinnützigen Projekten sowie bei privaten und gewerblichen Projekten allgemein. Gespräche mit entsprechenden Akteuren im Murgtal gebe es bereits, auch Ideen, aber konkrete Initiativen fehlen noch, berichtete Wurz. "Ich bin ganz zuversichtlich, im letzten dreiviertel Jahr hat es schon einige Anfragen gegeben", blickt die hiesige Leader-Geschäftsführerin optimistisch auf die kommenden zwei Jahre.

Ein positives Signal kommt aus dem Loffenauer Rathaus. Bürgermeister Markus Burger hat auf BT-Anfrage betont, dass "wir bis 2020 auf jeden Fall mindestens ein Leader-Projekt auf den Weg bringen". Konkret habe der junge Rathaus-Chef das Thema Premiumwandern auf dem Schirm, das über Leader gefördert werden kann. Das zeigt das Beispiel Murgleiter: Dort sollen eigens entworfene einheitliche Sitzbänke an Ruhepunkten und Rastplätzen die Wanderer dazu einladen, am Wegesrand zu verweilen. Dafür stellen die Kommunen des Landkreises Rastatt, auf deren Gemarkung die Murgleiter verläuft, und Baiersbronn Finanzmittel zur Verfügung, Fördermittel der EU und des Landes finanzieren den Rest. "Das Projekt liegt derzeit zur Bewilligung beim Regierungspräsidium Karlsruhe", sagt Wurz, die damit rechnet, dass der Realisierung nichts im Wege steht.

Das größte Projekt, das in Gernsbach über Leader mitfinanziert wird, befindet sich gerade in der Umsetzungsphase: Dabei handelt es sich um den Anbau eines Heulagers für den kommunalen Rinderstall in Reichental. Große Hoffnungen setzt Antje Wurz auch auf die Dorfladen-Projekte in Staufenberg und Reichental. Zu beiden Initiativen bestehen Kontakte. In Reichental gehe Wurz davon aus, dass der Ortschaftsrat das Nahversorgungsprojekt auf den Weg bringt - eine Förderung über die Leader-Kulisse Mittelbaden/Schwarzwaldhochstraße sei möglich.

www.leader-mittelbaden.de

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