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Der Strom kommt aus der Kaverne
26.04.2018 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Forbach - Schon die Eckdaten sind beeindruckend: Rund 130 Millionen Euro will die EnBW in die neue Unterstufe des Rudolf-Fettweis-Werks investieren. Eine Kraftwerkskaverne im angrenzenden Berg von 123 Metern Länge, 19 Metern Breite und 38 Metern Höhe soll Platz für die Technik bieten, rund 400000 Kubikmeter Gestein und Abraum werden beim Bohren von Kavernen und Stollen anfallen, die Bauzeit soll etwa dreieinhalb Jahre betragen.

Das Raumordnungsverfahren ist abgeschlossen, das Vorhaben befindet sich im Planfeststellungsverfahren. Über den Stand der Planungen informierten Projektleiter Ulrich Gommel und Ingo Kamuf von der EnBW in der Forbacher Murghalle rund 200 Zuhörer.

Realisiert werden sollen ein Kavernen-Wasserspeicher und das Kavernenkraftwerk, das die Maschinen des Murgwerks und des Schwarzenbachwerks ersetzt. Die unter Denkmalschutz stehende Maschinenhalle ist, sollten die Pläne verwirklicht werden, als solche nicht mehr erforderlich. Für die weitere Nutzung würden noch Überlegungen angestellt, hieß es auf Nachfrage aus den Zuhörerreihen.

Die Planungen für eine neue Oberstufe des Pumpspeicherkraftwerks am Seekopf sind zunächst zurückgestellt. Die Vorgaben und Voraussetzungen dafür werden aber immer wieder überprüft, so Gommel. Das Gestein, das beim Bau von Kavernen und Stollen anfällt, soll beim "Seebachhof" oberhalb der Schwarzenbachtalsperre gelagert werden. So könne es, falls erforderlich, zum Bau des Oberbeckens verwendet werden. Oder der Bereich wird rekultiviert, sollte es kein Oberbecken geben.

Für die Abfuhr des anfallenden Materials ist der Bau eines "Schutterstollens" vorgesehen, der außerhalb von Forbach endet. So soll eine Lärmbelastung der Bevölkerung vermieden werden, die verkehrliche Anbindung erfolgt über die B462. Die stärkste Belastung wird es in den ersten eineinhalb Jahren geben, bis die Ausbruchsarbeiten abgeschlossen sind. Der Kernort werde davon wenig tangiert, erläuterte Gommel, und zwar lediglich vom Zulieferverkehr für die Baustelle. Erforderliche Sprengungen erfolgen tagsüber, Schäden sind laut Gutachten nicht zu erwarten. Schallschutzmaßnahmen beim Bau der drei Zugangs-Portale zur Kaverne sind vorgesehen. Die Planer kalkulieren für die Hauptphase des Baus mit zusätzlichen 170 Lkw pro Tag. Ein mobiles Betonwerk wird am "Schneidersköpfle" errichtet.

Mit dem Großprojekt will der Energieversorger den Standort Forbach fit für die Zukunft machen. Das Projekt diene der Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, machte Projektleiter Gommel deutlich.

Talsperre bleibt Oberbecken

Die Schwarzenbachtalsperre bildet weiterhin das Oberbecken. Das Projekt mache gesamtenergiewirtschaftlich Sinn, da es neben der erneuerbaren Energie aus dem Laufwasser der Murg auch einen Speicheranteil integrieren kann. Durch den neuen Kavernenspeicher erhöht sich das Speichervolumen des Kraftwerks um 200000 Kubikmeter. Das bestehende Ausgleichsbecken in Forbach hat ein Nutzvermögen von 204000 Kubikmetern. Sieben Stunden Turbinenbetrieb am Stück werden mit dîeser Speicherkapazität möglich. Der jährliche Ertrag von Murgwerk (Laufwasser, 18 MW Leistung) und Schwarzenbachwerk (50 MW) wird mit 116 Millionen Kilowattstunden kalkuliert. Neue Stromtrassen sind nicht erforderlich. Die Vorteile überwiegen die Einschränkungen während der Bauzeit, so das EnBW-Fazit.

Das Genehmigungsverfahren soll bis Ende 2020 abgeschlossen sein, dann wird der Baubeschluss der Unternehmensleitung erwartet. Zunächst sind noch weitere Probebohrungen zum Sammeln von Daten bis etwa Mitte 2019 vorgesehen.

Applaus der Zuhörer quittierte die Präsentation der EnBW-Mitarbeiter. Diese beantworteten auch Fragen aus den Zuhörerreihen. Als verträglich für die Gemeinde bezeichnete SPD-Gemeinderat Horst Fritz das vorgestellte Konzept, insbesondere die Abfuhr des Ausbruchsmaterials durch den Schutterstollen, der außerhalb des Orts endet. Eine touristische Erschließung des Kavernenkraftwerks sei denkbar, sagte Projektleiter Gommel. Auch sei die EnBW zu Gesprächen mit Angrenzern in der Schiffer- und Eckstraße wegen eventueller Lärmschutzmaßnahmen bereit.

Rund 200 bis 300 Menschen werden am Bau beteiligt sein, lautete die Einschätzung von Ingo Kamuf. Wie diese untergebracht würden, sei eine Aufgabe der beteiligten Unternehmen. Allerdings wäre es auch eine Chance für örtliche Zimmeranbieter.

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