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Modernisierung und Instandhaltung bleiben Dauerthema
Vorsitzender Günter Dürr.  Foto: G. Dinger
27.04.2018 - 00:00 Uhr
Gaggenau - Die Gaggenauer Heimstätten-Genossenschaft (GHG) feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Im Interview mit BT-Redakteur Ulrich Jahn geht Vorstand Günter Dürr auf die Geschichte der GHG ein und blickt in deren Zukunft.

BT: Herr Dürr, die Genossenschaft wurde am 28. Juni 1918 mit dem Auftrag gegründet, für breite Schichten der Bevölkerung Wohnungen zu schaffen. Wie wurde dieser Auftrag erfüllt?

Günter Dürr: Der 1918 von den Gründervätern erteilte Auftrag wurde bis zum heutigen Tag erfüllt. In den Anfangsjahren waren es ausschließlich Eigenheime, die für die Mitglieder gebaut wurden. Die Vergabe der Häuser, welche einfach und der damaligen Zeit angepasst waren, erfolgte durch Verlosung und vorheriger Prüfung der Bedürftigkeit beziehungsweise der Verhältnisse der Bewerber. Um aber eine größere Anzahl an Wohnungsbewerbern versorgen zu können, setzte man neben dem Eigenheimbau auch bald auf Mietwohnungen.

Trotz Abschaffung der Gemeinnützigkeit liegt der Fokus noch immer auf dem Bau und der Bereitstellung von Wohnungen zu sozialverträglichen Preisen.

Auf Grund des demografischen Wandels sind schon seit geraumer Zeit neue Wohnmodelle erforderlich. Mit den seit Jahren durchgeführten Maßnahmen in Sachen energetische Modernisierung tragen wir auch in Zukunft in hohem Maße zur Reduzierung der Betriebskosten und Steigerung der Lebensqualität unserer Mieter bei.

Es zählt zu den Kernaufgaben der sozial verankerten Wohnungswirtschaft, bezahlbaren Wohnraum quer durch alle sozialen Schichten zu schaffen, so dass möglichst jeder die Chance auf sein Zuhause bekommt.

BT: Wann gab es den größten Bauboom?

Dürr: Die größte Anzahl der sich noch im Bestand befindlichen Mietwohnungen wurde in den 60er und 70er Jahren erstellt. In dieser Zeit waren auch die Rahmenbedingungen durch ausreichende öffentliche Förderung günstig, was in späteren Jahren für unsere Region nicht mehr der Fall war.

BT: Aktuell steht das Projekt in der Theodor-Bergmann-Straße 19-23 im Mittelpunkt. Was ist dort in welchem Zeitraum geplant?

Dürr: Mangels fehlender geeigneter Baugrundstücke drängte sich eine innerstädtische Verdichtungsmaßnahme auf. In der Theodor Bergmann Straße 19 - 23 verfügt die Genossenschaft über drei Häuser mit je vier Wohnungen, Baujahr 1938.

Wiedervermietungen sind schwierig ohne umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen, die sich nicht nur auf die Wohnungen, sondern auch auf die Gebäude erstrecken müssten. So kam man zu dem Entschluss, die vorhandenen Häuser abzubrechen und durch neue größere zu ersetzen. Anstatt der bisher vorhandenen vier Wohnungen soll es dann in jedem Haus neun Wohneinheiten geben. Alle Wohnungen werden mit Balkon ausgestattet sowie barrierefrei zu erreichen und zu bewohnen sein. Der geplante Einbau eines Aufzugs lässt dies zu. Realisiert werden soll das Gesamtprojekt in drei Bauabschnitten, verteilt auf mehrere Jahre. Begonnen werden soll möglichst bald mit dem Haus Nr. 23, das bereits leer steht.

BT: Gibt es daneben noch weitere Vorhaben - Neubauten oder Sanierungen?

Dürr: Neben den angesprochenen Neubauvorhaben, die uns für die nächsten drei Jahre auslasten werden, bleiben Modernisierung und Instandhaltung ein Dauerthema. Sämtliche Wohnungen nach und nach zeitgemäß und nachhaltig zu sanieren heißt das Ziel.

Interview

BT: Sie haben kürzlich erklärt, dass die GHG ihre soziale Verantwortung nicht nur als großer kommunaler Wohnraumversorger vor Ort ansieht, sondern auch in der Mitgestaltung und Attraktivitätssteigerung der Stadt Gaggenau. Wie sieht das konkret aus?

Dürr: Im Rahmen unserer Möglichkeiten kann das nur so aussehen, dass wir unsere insgesamt 35 Häuser in einem ordentlichen und ansehnlichen Zustand halten, damit diese das Stadtbild positiv beeinflussen. Das gleiche gilt für die Außenanlagen sowie das gesamte Wohnumfeld, wo wir auf einen gepflegten Gesamtzustand gesteigerten Wert legen.

BT: Für wen ist nach Ihrer Ansicht eine Mitgliedschaft in der GHG besonders geeignet? Welche Vorteile hat ein Mitglied?

Dürr: Mitglied zu sein war schon immer attraktiv, da die gezeichneten Geschäftsanteile mit nachhaltigen Dividendenzahlungen honoriert wurden, selbst heute, trotz anhaltender Niedrigzinsphase. Besonders attraktiv ist die Mitgliedschaft aber für diejenigen mit einem Dauernutzungsvertrag. Diese Mitglieder haben nicht nur ein lebenslanges Wohnrecht, sondern sind auch Teilhaber an der Genossenschaft.

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