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Ergebnis erweist sich als Herausforderung
Ergebnis erweist sich als Herausforderung
27.04.2018 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Eine aus ihrer Sicht erfolgreiche Zwischenbilanz der Betriebsratswahlen zieht die IG-Metall-Verwaltungsstelle Gaggenau. Bislang haben 28 von insgesamt 41 Betrieben gewählt. "Es sind alle großen und wichtigen Betriebe dabei", berichtet Heiko Maßfeller. Er ist Zweiter Bevollmächtigter. Der Wahlzeitraum begann am 1. März und endet am 31. Mai. Die Betriebsräte vertreten rund 16940 Beschäftigte.

Vor vier Jahren konnte nur in 35 Betrieben gewählt werden. Die Wahlbeteiligung liege bislang bei 71,4 Prozent, etwas weniger als beim letzten Mal. Insgesamt 286 Betriebsratsmitglieder müssen gewählt werden; es stehen 191 bereits fest, davon sind 179 Mitglied der IG Metall, 82 sind Neulinge. "Es fehlt allerdings noch der eine oder andere wichtige Betrieb wie Protektorwerk Maisch in Gaggenau mit elf Betriebsratsmitgliedern", so Maßfeller.

Die geringere Wahlbeteiligung als 2014 habe ihre Ursache auch in der Grippewelle. "Wer sich montags krankmeldet, kann dienstags nicht wählen", ergänzt die Erste Bevollmächtigte Claudia Peter mit Blick auf Siemens in Rastatt.

Bei Daimler in Gaggenau lag die Wahlbeteiligung erneut bei rund 74 Prozent, im Pkw-Werk Rastatt hingegen bei 68 Prozent - dort waren es vor vier Jahren über 70 Prozent. Auch die notwendige Listenwahl habe zu einem Rückgang geführt, gibt Maßfeller zu bedenken.

Wechsel im Pkw-Werk in Rastatt

Mit drei von insgesamt neun gewählten Listen im Werk Rastatt sei eine Zusammenarbeit derzeit nicht denkbar, betonen Peter und Maßfeller. Auch in dieser Hinsicht sei das Werk Rastatt ein "Extremfall": 19 von 35 Mitgliedern sind Neulinge. Ein Generationswechsel sei zu erkennen. Das fordere die IG Metall in besonderem Maße, da Betriebsratsarbeit in großen Firmen stark dezentralisiert verrichtet werde.

Hinzu kommt, dass Ulrich Zinnert aus gesundheitlichen Gründen für den Betriebsratsvorsitz nicht mehr zur Verfügung stand; zusätzlich hat sein Stellvertreter Uwe Krause seine Wahl nicht angenommen. Neuer Betriebsratsvorsitzender im Pkw-Werk ist Michael Stößer aus Gaggenau, sein Stellvertreter ist Michael Lehmann.

Bei Daimler in Gaggenau sind von 33 Betriebsräten nur vier neu. In Gaggenau hat es sich um eine Persönlichkeitswahl gehandelt -es gab nur eine Liste. Das Gesetz gehe zwar von Listenwahl aus, erläutert Claudia Peter. Aber wenn nur eine Liste da ist, handele es sich de facto um eine Persönlichkeitswahl. In Rastatt hingegen habe sich die Situation durch die aus Sicht der IGM der AfD nahestehende "Zentrum Automobil"-Liste geändert. Listen gibt es erstmalig auch bei der Firma Rauch (im Baden Airpark) und bei König Metall in Gaggenau. Bei König seien "interne Diskussionen" der Grund für die Wahl mit zwei Listen. Die Zusammenarbeit sei aber unproblematisch.

Auf die neuen Betriebsräte warten eine Reihe von Herausforderungen, blickt Claudia Peter auf die nächsten vier Jahre:

Elektromobilität: Hier werde die Gewerkschaft die Entwicklung mitgestalten, insbesondere über den bislang einzigen regionalen Transformationsbeirat in Baden-Württemberg. Diesen hat die IGM Gaggenau 2017 ins Leben gerufen.

Industrie 4.0: Zwar komme das Thema "durchaus in den größeren Betrieben langsam an, aber bei den kleineren und mittleren Unternehmen hat man den Eindruck, es dauert noch ein bisschen", bilanziert Peter. Gleichwohl sei nicht zuletzt die Handwerkskammer "sehr rührig bei diesem Thema".

Sicherung und Aufbau von Beschäftigung: "Immer wieder unser Standardthema", so Peter. Auch die Elektromobilität werde Auswirkungen auf die Beschäftigung haben: Wenn beispielsweise Komponenten für die Abgaswege wegfielen, müsse rechtzeitig dafür Ersatz gefunden werden.

Tarifverträge, gerade bei nicht tarifgebundenen Betrieben: Peter erwähnte ausdrücklich König Metall; das Unternehmen sei nicht mehr Mitglied im Arbeitgeberverband.

Arbeitszeit: Umsetzung des Tarifergebnisses.

Mit einem Empfang begrüßte die IG Metall am Dienstagnachmittag die Betriebsräte - die Vertreter von "Zentrum" wurden dazu nicht geladen.

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