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Zahl der Straftaten rückläufig
'Eine konstant geringe Kriminalitätsbelastung' registriert das Polizeirevier Gaggenau für alle Städte und Gemeinden in seinem Zuständigkeitsbereich.  Foto: dpa
28.04.2018 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Ist die Kriminalität in der Umgebung wichtig bei der Suche nach dem eigenen Zuhause? Mit Sicherheit - wortwörtlich. Geht es nach Jörn Hinrichsen, dem Leiter des Polizeireviers Gaggenau, dann ist sein Revierbereich eine erste Adresse für Wohnungssuchende: Denn eine "konstant geringe Kriminalitätsbelastung" sei mittlerweile ein Standortfaktor - "da leben wir im Murgtal sehr, sehr sicher." Mit Zahlen aus der Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2017 untermauerte er seine These.

Während man sich seit einigen Jahren landauf, landab wegen Einbruchserien, Drogenhandels, Messerattacken, Vergewaltigungen oder Tötungsdelikten bestimmter Tätergruppen durchaus fragen kann, ob die Bundesrepublik Deutschland der richtige Ort ist, wo die eigenen Kinder einmal in Sicherheit zu Hause sein können, weisen die offiziellen Zahlen für den Revierbereich Gaggenau in die andere Richtung:

Hintergrund

Einen Rückgang der Straftaten um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichne man für 2017 - also 287 Straftaten weniger als 2016. Dieser Rückgang ist stärker als im gesamten Landkreis Rastatt (- 4,2 Prozent) und im Landesdurchschnitt (- 4,8 Prozent). Mit einer Aufklärungsquote von 61,3 Prozent ist man im Revierbereich leicht unter dem Landesdurchschnitt (62,4), aber immer noch "gut", unterstreicht Hinrichsen.

Schwere Kriminalität sei im Revierbereich nicht die Regel, betont der Revierleiter. Der Vorfall im November 2017, als in Gaggenau drei unbekannte Räuber nachts die Bewohner eines Einfamilienwohnhauses auf der "Heil" im Schlaf überrascht, gefesselt und beraubt hatten, sei "ein absoluter Einzelfall".

Eine Kennziffer zur Bemessung der Kriminalität ist die Häufigkeitszahl. Darin werden die bekannten Straftaten auf 100000 Einwohner hochgerechnet. Sowohl der Revierbereich Gaggenau als auch das Stadtgebiet Gaggenau liegen hier weit unter dem Durchschnitt:

Baden-Württemberg: 5292

Präsidium Offenburg: 5911

Ortenaukreis: 6180

Landkreis Rastatt: 4949

Revier Gaggenau: 3630

Stadt Gaggenau: 3885

Stadt Rastatt: 7640

Stadt Bühl: 5456

Stadt Achern: 5932

Generell liegen neben Gaggenau auch die anderen Kommunen im Bereich des Polizeireviers unter dem Landes- und auch dem Landkreis-Durchschnitt:

Kuppenheim: 2280

Bischweier: 1889

Gernsbach: 4323

Loffenau: 1845

Weisenbach: 2738

Forbach: 3777

Man muss kein Statistik-Seminar an der Uni besucht haben, um einen Zusammenhang festzustellen zwischen Kriminalitätsrate und Einwohnerzahl einer Kommune - auch wenn zum Beispiel die leicht höhere Häufigkeitszahl von Gernsbach gegenüber Gaggenau dem entgegensteht.

Bei Diebstahl, Einbrüchen, schwerem Diebstahl, Straßenkriminalität weist die Statistik im Revierbereich Rückgänge auf. Anstiege hingegen gab es bei der Zahl der Körperverletzungen (+16 Prozent) und beim Erschleichen von Leistungen, zum Beispiel Schwarzfahren (+ 49 Prozent).

Möglicherweise habe sich das Anzeigeverhalten geändert, meint Hinrichsen zum Thema Körperverletzungen, diese Konflikte spielten sich oft in der Öffentlichkeit ab. Und: "In fast allen Fällen kennen sich Täter und Opfer." Es gebe aber keinen Brennpunkt der Gewalt, wie es beispielsweise eine Diskothek durchaus sein könnte. Generell, so versichert der Revierleiter, rage der Personenkreis der Asylbewerber nicht signifikant bei der Kriminalitätsrate im öffentlichen Raum heraus. "Unzweifelhaft" bleibe aber: Osteuropäer, die illegal einreisen, Asylstatus beantragen oder missbrauchen, seien bei Eigentumsdelikten eine deutlich relevante Größe. Menschen aus dem Nahen Osten und anderen Krisenregionen seien hier generell eher unauffällig.

Insgesamt gebe es bei den Straftaten im Revierbereich einen Anteil von 30 Prozent nicht deutscher Tatverdächtiger. Als "nicht deutsch" gilt eine Person ohne deutschen Pass. Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft gelten in der Statistik als deutscher Staatsbürger.

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