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Froher Tanz und Schwerterklang
30.04.2018 - 00:00 Uhr
Von Veronika Gareus-Kugel

Gernsbach - Gaukler, Geschichtenerzähler, Feuerkünstler, Musikanten und Tänzer - das Mittelalter in seiner bunten Vielfalt hielt am Samstag Einzug in Gernsbach. Das viertägige Mittelalterspektakel "Zeitsprung" auf der Murginsel, organisiert von "Pro History", ist immer für eine große Anzahl von Besuchern Gelegenheit, in die Welt längst vergangener Zeiten abzutauchen, mitzumachen oder einfach nur staunend zu zuschauen, wenn die Ritter zum Schwertkampf antreten.

Die Epoche zwischen dem 6. und 15. Jahrhundert brachte so manche Eigenheiten hervor. Eine längst versunkene Zeit, die Neugierde weckt. Schön anzuschauen sind von der Brücke aus über die Murg die Ansammlung der hochherrschaftlichen Zelte der Ritter, mit den davor wehenden Fahnen, die Lager der einfachen Leute oder des Renaissance-Hofstaat von Franz I., König von Frankreich, und des osmanischen Gesandten Pargali Ibrahim Pascha, Großwesir der Hohen Pforte, präsentiert von der Biberacher Gruppe Masseny. Spaß verheißen die höfischen Tänze ebenso wie die kraftvolle Jahrmarktsmusik aus dem 9. Jahrhundert mit den Spielleuten "Porcae pellere - banale Sauenscheucher". Sein Publikum wusste auch Chris, der Gaukler, zu begeistern.

Eine große Anzahl der Teilnehmer ist zum ersten Mal in Gernsbach, so auch Hanna und Friedel aus der Schweiz mit ihren Käsefüßen. Wer nun glaubt, das Paar habe sich die Füße nicht gewaschen, der irrt gewaltig. Unter diesem Begriff versteht man in der Schweiz, genauer gesagt in der Gegend um Oberwald, eine Käsespezialität. Ein einfacher Käse, der geschmolzen und zubereitet mit ein wenig Apfelsaft, nicht wie beim Raclette mit Kartoffeln, sondern mit Brot gegessen wird. "Es passt besser in das Mittelalter", meint Friedel, so richtig begeistert von der Atmosphäre auf der Murginsel. Schließlich kamen die Kartoffeln erst im 16. Jahrhundert aus Südamerika nach Europa. Auch bei den Söldnern zu Lorch aus Schwäbisch Gmünd wurde fleißig gekocht. Dort gab es Hühnergeschnetzeltes mit Hirse. Wer wollte, konnte beim Kochen mithelfen.

Zuschauerfavoriten waren jedoch wieder die Ritter in ihren schweren schimmernden Rüstungen. Rund ein bis zwei Kilo wiegt ein Kampfschwert. Im Hochmittelalter um 1250 verorten sich die Schwertkämpfer vom Athletik-Sportverein Ludwigsburg-Oßweil. Sie wollen mit ihrem Auftreten mehr Authentizität in das historische Fechten bringen. "Die in Filmen gezeigten Schwertkampfszenen haben nur ganz wenig mit der Wirklichkeit zu tun", erklären sie deshalb dem neunjährigen Simon und seiner elfjährigen Schwester Maria aus Gaggenau.

Doch was ist ein tapferer Schwertkämpfer ohne Kettenhemd? Rund ein Jahr benötigt Johannes von Siglingen, bis er ein solches Eisenwerk aus Ringen fertiggestellt hat. Der Johanniter Kampfmönch Frater Bernhard war in der Zeit der ersten Kreuzzüge um 1100 für den Pilgerschutz zuständig.

Einige Jahrhunderte später lebte das Flickerlweib von nebenan. Das von ihr aufgebaute Lager ist Abbild des bescheidenen Lebens, das die Landbevölkerung im Spätmittelalter zu führen hatte. Der Gormann-Clan aus Malsch hat sich Epoche übergreifend der Darstellung der Kiewer Rus verschrieben. Wer in der Zeit Friedrich I., Kaiser des römisch deutschen Reichs (1155 - 1190), keine kalten Ohren bekommen wollte, bediente sich einer speziellen Knotentechnik und Nadeln aus Hirschhorn oder Kuhhorn, um wärmende Mützen, wie sie Abor Ferox aus Neu Ulm herstellt, zu fertigen.

Auch gegrillte Leckereien nach Mittelalterart oder Sirup "Elfenwiese" oder "Froschkönig" sind unwiderstehlich.

Das Feuerspektakel zur heutigen Walpurgisnacht beginnt um 19 Uhr. Ein Obolus zum Eintritt des Markts wird erhoben. Öffnungszeiten: Montag von 12 bis 22 Uhr, 1. Mai von 10 bis 18 Uhr .

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