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Mehr Wasser soll Verlandung der Moorgebiete bremsen
Umwelt-Staatssekretär Andre Baumann (Vierter von links) stellt auf dem Kaltenbronn eine Renaturierung der im 18. Jahrhundert angelegten Entwässerungsgräben in Aussicht. Foto: vgk
07.05.2018 - 00:00 Uhr
Gernsbach (vgk) - Das Infozentrum Kaltenbronn besuchte am Freitagnachmittag Dr. Andre Baumann, Staatssekretär im baden-württembergischen Umweltministerium. Im Anschluss an die Diskussionsrunde mit Vertretern der Landratsämter Rastatt und Calw, des Regierungspräsidiums Karlsruhe sowie den Bürgermeistern Julian Christ (Gernsbach) und Petra Nych (Enzklösterle) machte sich die Runde auf zu einer eineinhalbstündigen Wanderung rund um das Wildseemoor. Begleitet wurden sie von Vertretern der Forstverwaltungen Calw und Rastatt sowie von Mitarbeitern des Infozentrums und dem Landtagsabgeordneten Thomas Hentschel (Bündnis 90/Die Grünen).

Den Hochmooren in Baden-Württemberg geht es schlecht. Die Moorseen verlanden zusehends. Der Wildsee und die Hohlohseen haben in den zurückliegenden 100 Jahren schon rund 20 Prozent ihrer einstigen Flächen eingebüßt, legte auf Nachfrage Pascal von Sengbusch, Gutachter- und Berater für Moorkunde, dar. Der Kaltenbronn ist eines der beliebtesten Ausflugsziele in der Region. Um seine einzigartige Landschaft und schützenswerte Flora und Fauna ging es unter anderem bei den Gesprächen.

Die im 18. Jahrhundert dort angelegten Entwässerungsgräben sind heute noch zum Teil aktiv und sorgen weiterhin für ein Abfließen des Wassers aus den Moorgebieten, erläuterte Baumann. Auf der Basis hydrologischer Maßnahmen stellte er Renaturierungen in Aussicht. Die noch aktiven Gräben sollen geschlossen werden, damit der Wasserspiegel in den Moorgebieten wieder steigen kann. Viele typische Moorpflanzen sind in der Umgebung der Moore kaum noch zu finden, erklärte Sengbusch. Ein Anheben des Wasserspiegels könnte die Verlandung bremsen. Das Vorhaben verlange jedoch eine lange Planung und genaue Evaluierung. Zunächst müsse alles gut beobachtet werden, auch solle das Infozentrum als Kommunikator eingebunden werden. Als Beispiel führte Daniel Raddatz, Referatsleitung 56 Naturschutz- und Landschaftspflege im Regierungspräsidium Karlsruhe, die Renaturierungsprojekte in den Rheinauen an.

Auch dem Tourismus- und Besucherlenkungskonzept und einem damit geforderten verbesserten ÖPNV sowie Parkgebühren standen auf der Agenda der Gesprächsrunde. Der Wolf war ebenfalls Thema. "Ich brauche den Wolf in Baden-Württemberg nicht, aber er ist da", meinte der Staatssekretär. Er erinnerte daran, das Maßnahmen für den Herdenschutz zu 90 Prozent vom Land gefördert werden.

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