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Verdolung nicht standsicher
Bei einem Rundgang auf dem seit 1978 als Bodendeponie genutzten Gelände im Leutersbachtal am 12. Juli 2016 erklärte Regine Krug, Technische Betriebsleiterin des Abfallwirtschaftsbetriebs im Landratsamt Rastatt, Mitgliedern des Kreistags das Erweiterungs-Konzept. Foto: Archiv/Juch
08.05.2018 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach/Rastatt - Um die seit mehr als vier Jahren in der Planungsphase befindliche Erweiterung der Bodenaushubdeponie im Leutersbachtal zu realisieren, müssen weiter dicke Bretter gebohrt werden. Das wurde beim Sachstandsbericht deutlich, der gestern im Betriebsausschuss des Abfallwirtschaftsbetriebs des Landkreises Rastatt vorgestellt wurde. "Das ist eine gewaltige Geschichte", analysierte Landrat Jürgen Bäuerle.

Das Miteinander von schützenswerter Natur und Deponie sei alles andere als einfach. Das stellte die Umweltverträglichkeitsprüfung (Vorprüfung) unter Beweis, die im Jahr 2016 abgeschlossen war. Daraus geht hervor, dass vor allem im östlichen Erweiterungsbereich der Deponie besonders geschützte Biotope vorhanden sind. Auch wegen ihnen sei als Genehmigungsverfahren für die Erweiterung ein großes Planfeststellungsverfahren notwendig. Deshalb hat der Abfallwirtschaftsbetrieb dem Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe eine abgestufte, zweigeteilte Variante vorgeschlagen.

Einmündungsbereich: Umbau zurückgestellt

Diese sieht im ersten Schritt vor, zunächst den westlichen Teil durch eine Überhöhungsplanung und eine einfache Änderungsgenehmigung zu erweitern. Dadurch kann für die Entsorgung ein zusätzliches Volumen von circa 240000 Kubikmetern gewonnen werden. Im zweiten Schritt soll dann die Änderung des Planfeststellungsbeschlusses für den östlichen Erweiterungsbereich (mit einem Volumengewinn von etwa 370000 Kubikmetern) herbeigeführt werden. Dieser Vorgehensweise erteilte das RP Karlsruhe im März vergangenen Jahres grünes Licht.

Probleme bereitet die Standsicherheit des Deponiekörpers. Ein entsprechendes Gutachten kommt nämlich zu dem Ergebnis, dass die Verdolung an mehreren Stellen undicht und nicht mehr standsicher ist. Selbst ohne Deponieüberhöhung sei Sanierungsbedarf gegeben, lautet die Einschätzung des beauftragten Ingenieurbüros. In Abstimmung mit dem Rastatter Umweltamt, dem Abfallwirtschaftsbetrieb und den beteiligten Ingenieurbüros soll nun im Auftrag der Stadt (sie hat die Verdolung einst zum Betrieb einer Hausmülldeponie errichtet) ein Sanierungskonzept der Verdolung und der Trennung Oberflächenwasser/ Sickerwasser im Zulauf erstellt werden. Die Umsetzung dessen werde aber nicht vor 2019 kommen, kündigte Regine Krug gestern an. Sie ist Technische Betriebsleiterin des Abfallwirtschaftsbetriebs.

Aus Kostengründen vom Tisch ist zunächst der Umbau des Einmündungsbereichs von der L 564 zur Deponie. "Durch das anstehende Gelände wird hierfür der Bau von Stützbauwerken erforderlich", hieß es dazu im gestrigen Sachstandsbericht. Man rechnet mit mehr als 250000 Euro. Diese Maßnahme war seitens der Stadt Gernsbach gefordert worden - genauso wie eine Linksabbiegespur. Für Letzteres sahen aber weder das Polizeipräsidium Offenburg noch der Abfallwirtschaftsbetrieb bei einer anberaumten Verkehrsschau eine Notwendigkeit.

Auch die zweite Forderung der Stadt Gernsbach im Zusammenhang mit einem "Ja" zum Deponie-Ausbau hat sich inzwischen erledigt: Der Ausbau des Gehwegs an der Loffenauer Straße. Diese stand im Zusammenhang mit der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge im "Sonnenhof", die allerdings noch im Laufe dieses Jahres geschlossen werden soll. Von daher wird der erwünschte Gehweg dort wohl erst realisiert werden können, wenn es zu einem Vollausbau der sanierungsbedürftigen Loffenauer Straße kommt.

Zuguter Letzt wollte die Stadt, dass im Zuge des Deponieausbaus ein Zwischenlager für die Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG) entsteht, damit das aktuell von der AVG genutzte Gelände an der Stadtbahnhaltestelle Obertsrot für die geplante Vinothek des Weinguts Schloss Eberstein frei wird. Diesbezüglich hatte es zuletzt weitere Gespräche zwischen der Stadt und der AVG gegeben - auch weil sich die Angelegenheit schon so lange hinzieht und der Weingut-Besitzer sich nicht ewig gedulden kann (möchte).

Grundsätzlich hatte der Kreistag dem Deponie-Ausbau in Gernsbach bereits im Jahr 2016 zugestimmt - mit einem prognostizierten Kostenvolumen von etwas mehr als vier Millionen Euro (brutto). Daran hat sich nichts geändert. Deshalb stimmte der Betriebsausschuss des Abfallwirtschaftsbetriebs gestern auch dem weiteren Vorgehen zu. Das sieht wie folgt aus: Der Abfallwirtschaftsbetrieb bringt die Entwurfsplanung des westlichen Deponieabschnitts voran und stimmt diese mit dem RP Karlsruhe ab. Eine entsprechende, aktualisierte Kostenberechnung soll nach der Erörterung mit der Stadt Gernsbach sobald wie möglich vorgestellt werden.

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