Wird der Hartplatz zum "Biotopia"?
Hat schon deutlich bessere Zeiten erlebt: der Sportplatz in Selbach. Im Gespräch ist jetzt eine Nutzung als Biotop. Foto: Jahn
18.05.2018 - 00:00 Uhr
Gaggenau (vgk/uj) - Fußball wird schon seit längerer Zeit nicht mehr gespielt auf dem Hartplatz in Selbach. Das Areal neben der Siegfried-Hammer-Halle dümpelt vor sich hin. Die Natur erobert sich den einstigen Sportplatz so langsam zurück. An manchen Stellen überwiegt der Wildwuchs. Jetzt gibt es eine möglicherweise neue Nutzungsmöglichkeit: "Biotopia" lautet das Zauberwort.

Das Biotop zum Anfassen, es ist eigentlich Geschichte, bevor es angelegt wurde. Zumindest auf dem stadteigenen Gelände und ehemaligen Spielplatz im Börbachtal, wo es nach Vorstellung des Ortschaftsrats entstehen sollte. Nur wenig Begeisterung hatten in der Märzsitzung des Selbacher Ortschaftsrats diesbezügliche Planungen von Angelika Elsener, Natur- und Landschaftspflegerin und Sachbearbeiterin im Umweltamt der Stadt Gaggenau, bei den Bürgern hervorgerufen. Nach der jüngsten Sitzung könnte das Vorhaben ein Comeback feiern - jedoch an anderer Stelle.

Im Grundsatz finden auch Rennfeldbewohner eine solche Einrichtung gut, nur eben nicht im Börbachtal, wie am Mittwochabend bei der Ortschaftsratssitzung zu hören war. Auch die Eberstein-Grundschule hat nichts gegen eine solche Einrichtung, im Gegenteil. Die Ortschaftsräte zeigten sich schon bei der ersten Vorstellung der Biotop-Planungen und davon, die Natur mitgestalten und hautnah erleben zu können, begeistert.

Das Gelände würde sich in drei Teile gliedern: eine Trockenzone mit Schutt und Kieshalde, ein Feuchtgebiet und ein "Lebensraum Baum". Ein Wegenetz und Sitzgelegenheiten würden das Ganze abrunden.

Möglicherweise können die aus der Bevölkerung am Mittwoch gemachten Vorschläge bewirken, dass das Vorhaben neuen Schwung gewinnt. Ein ideales Gelände könnte nämlich der ehemalige Sportplatz sein, "diese Fläche könnte man doch renaturieren", meinte ein Bürger. Wasser ist dort ebenfalls vorhanden. Es müsse dafür nur das Überlaufwasser aus dem dortigen alten Wasserreservoir umgeleitet werden.

Dass auf dem Sportplatz schon länger nicht mehr gekickt wird, sieht der Betrachter deutlich. Das Unkraut dringt immer mehr vor, Teile des Platzes sind bereits grün. Auch wenn die beiden Tore noch stehen - eine andere Nutzung wäre wünschenswert.

So richtig die Seele baumeln lassen

Auch zwei Grundstücke im Hinterbachgebiet, am Wald in Richtung Staufenberg, könnten sich für eine Biotopanlage gut eignen. "Mit einem der Grundstückseigentümer habe ich schon gesprochen, dieser hätte nichts gegen eine Umnutzung. Dort könne man so richtig die Seele baumeln lassen", meinte ein anderer Einwohner Selbachs.

"Wir haben die Schaffung eines solchen besonderen Naturraums immer noch im Kopf", betonte im Anschluss daran der Ortsvorsteher. "Es sind gute Vorschläge, es könnte jetzt nur teurer werden", so Schiel.

Über das seinerzeitige "Aus" für "Biotopia" hatte sich nach der März-Sitzung unter anderem der Elternbeirat der Ebersteingrundschule enttäuscht gezeigt, so auch Britta Burmeister, stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende.

Andererseits konnte sie auch die Anwohner verstehen, die sich unter anderem wegen möglicher Rattenplage über Lärmbelästigung durch quakende Frösche bis hin zu vermehrt auftretenden Stechmücken im Ortschaftsrat vehement gegen das Projekt "Biotopia" ausgesprochen hatten. Burmeister war jedoch optimistisch. "Ich denke, dass eine Lösung möglich ist", sagte sie damals im Gespräch mit dem BT. "Viele Kinder kennen die Natur teilweise schon gar nicht mehr richtig." Deshalb wäre das Biotop "eine wunderbare Möglichkeit gewesen, den Kindern Natur nahe zu bringen".

"Die stark befahrene Badener Straße ist ein Hindernis", hatte Barbara-Uta von Nayhauss argumentiert, die Leiterin der Ebersteingrundschule. Mit der Sportplatz-Lösung müsste diese Ortsdurchfahrtallerdings nicht überquert werden.

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