Grünes Abitur
Die Jägerprüfung findet auch 2018 wieder am Schützenhaus in Obertsrot statt. Foto: Landratsamt
19.05.2018 - 00:00 Uhr
Gernsbach (red) - Erleichterung und freudige Gesichter gab es bei 34 von 39 zur mündlich-praktischen Prüfung angetretenen Jagdschülern, als diese ihr "Jägerabiturzeugnis" von Forstdirektor Thomas Nissen in Empfang nehmen konnten.

Der Leiter des Forstamts im Landratsamt Rastatt fungierte als Prüfungsleiter des 13-köpfigen Prüfungsausschusses Rastatt/Baden-Baden. Diese werden vom Landesjagdverband für die Dauer von vier Jahren berufen und sind verantwortlich für die Organisation und Durchführung der Jägerprüfung. Seit gut einem dreiviertel Jahr bereiteten sich die Jagdschüler der Jagdschule Pfalz und der Jagdschule Kölmel vom Kreisverein Rastatt/Baden-Baden auf die drei Prüfungsabschnitte des "Grünen Abiturs" vor. Mindestens 130 Stunden Theorie und Praxis sowie Zeiten für Übungsschießen liegen hinter ihnen, informiert das Kreisforstamt: Die umfangreiche Ausbildung inklusive einer staatlichen Prüfung macht die Jäger zu kompetenten ehrenamtlich tätigen und staatlich anerkannten Wildtiermanagern und Naturschützern.

Die Prüfung selbst gliedert sich in drei Teile: Bevor die Prüflinge zum mündlich-praktischen Teil, der im und rund um das Obertsroter Schützenhaus stattfand, antreten konnten, mussten sie die Schießprüfung inklusive Waffenhandhabung und die schriftliche Prüfung mit landesweit einheitlichen Fragen absolvieren. Wer einen oder mehrere Prüfungsabschnitte nicht besteht, kann diese wiederholen. Auch in Rastatt gab es bei der Schießprüfung zwei Wiederholer, die nach erfolgreichem Bestehen direkt ihr Prüfungszeugnis in Empfang nehmen durften.

Von den 40 Prüflingen, die die komplette Prüfung absolvieren mussten, haben zwei bei der Waffenhandhabung im Rahmen der Schießprüfung nicht bestanden. Weitere zwei Prüflinge verfehlten die nötige Mindestpunktzahl bei der schriftlichen Prüfung, und vier der geprüften Jagdscheinanwärter wiesen unzureichende Kenntnisse in ein oder mehreren Fächern der mündlich-praktischen Prüfung auf.

Folgende Schulungsbereiche sind für die Jägerprüfung zu absolvieren:

Wildtierökologie mit Wildhege, Biotoppflege, Land- und Waldbau, Wildschadensverhütung

Waffentechnik, -recht, Führen von Waffen

Jagdbetrieb mit Jagdausübung, Jagdhundeeinsatz, Sicherheitsbestimmungen

Jagd-, Tierschutz, Naturschutz- und Landschaftspflegerecht, Jagdethik

Tierkrankheiten und Behandlung von erlegtem Wild, Hygienemaßnahmen, Wild- und Hundekrankheiten.

"Verzagen Sie nicht, wenn es nicht gleich beim ersten Mal geklappt hat, Sie haben ja die Möglichkeit, innerhalb eines Jahres die nicht bestandenen Teile zu wiederholen", tröstete Nissen diejenigen, die ohne Prüfungszeugnis nach Hause fahren mussten.

Auch Kreisjägermeister Frank Schröder ließ es sich nicht nehmen, die Absolventen - der Jüngste ist erst 15 Jahre alt und muss noch ein halbes Jahr warten, bis er seinen Jugendjagdschein lösen darf - zu beglückwünschen, gab ihnen aber auch mahnende Worte mit auf den Weg. "Vergessen Sie nicht, dass Sie als Jäger stets eine hohe Verantwortung haben gegenüber dem Wild als Mitgeschöpf und bewahren Sie sich stets den Respekt vor der Kreatur, aber auch vor den nicht-jagenden Mitmenschen, die ein ebenso großes Interesse am Naturerleben und ein Recht darauf haben, den Wald als Erholungsraum zu nutzen", so Schröder.

Der Kreisjägermeister überreichte den Prüflingen ein Geschenk der Kreisjägervereinigung. Zum Abschluss durfte bei Sekt und Kuchen gefeiert werden. Die Jagdhornbläser Murgtal umrahmten den feierlichen Teil musikalisch.

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