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Von der weltweiten Liebe zu einem Gaggenauer
Vorsitzender Rainer Hildebrandt), Wilfried Scheidemann (Unimog-Veteranen-Club), Michael Wessel, Hans-Jürgen Wischhof (von links) vor einem Gaggenauer Unimog aus dem Jahre 1952. Foto: Senger
22.05.2018 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Ein Vierteljahrhundert im Rückblick: Da gibt es viel zu erzählen und zu zeigen. Mit einem Festakt im Unimog-Museum ließ der Unimog-Club Gaggenau (UCG) die ersten 25 Jahre Revue passieren.

Gewohnt eloquent moderierte Francisco Palma Diaz den Abend in der guten Stube aller Unimog-Freunde. Und er knüpfte sogleich ein Band zu einem der Veteranen: "Die Liebe zu Unimog und zur Gaggenauer Fastnacht" sei es, was ihn mit Roland Feix verbinde. "Unimogler" seit 1949 ist der mittlerweile Neunzigjährige, in diesem Jahr wurde ihm der Bürgerpreis der Stadt verliehen.

Karl-Josef Leib, Technischer Leiter im Museum, stellte die 25 Jahre in den Kontext eines normalen Menschenlebens und bilanzierte stolz: "Der Unimog ist das einzige Fahrzeug, das sein eigenes Museum hat."

6600 Mitglieder weltweit zählt der Unimog-Club; "Unimog ist Emotion", sagte Vorsitzender Rainer Hildebrandt mit Blick auf diese Zahl. Die Bedeutung des Unimog werde nicht zuletzt durch die Mitgliedschaft des UCG im Mercedes-Benz-Markenclub unterstrichen. Nun feiere man Jubiläum im Museum - dies sei bemerkenswert und gut, so Hildebrand. Damit klang an, dass der neue Vorstand, seit einigen Monaten erst im Amt, dieser engen Verbindung zwischen Club und Museum hohe Bedeutung beimisst. Auch an den Gründer und jetzigen Ehrenvorsitzenden Michael Wessel richtete der Hildebrandt anerkennende Worte.

Einblicke in die Gegenwart des Unimog-Vertriebs in Wörth gewährte Dr. Ralf Forcher; er ist seit 2015 Leiter Sales, Service and Marketing von Mercedes-Benz Special Trucks. Rund 1200 Menschen arbeiten in Wörth für den Bereich Special Truck, dem der Unimog zugeordnet ist.

"Wir freuen uns über jeden Schnee", sagte er launig zu den kommunalen Einsatzmöglichkeiten des Universal-Motogeräts. Gleichwohl kämpfe man auch gegen die Konkurrenz der Traktorenhersteller. Die Auftragslage liege derzeit 80 Prozent über dem Vorjahres, das heißt: 2000 Unimog werde man dieses Jahr verkaufen.

Als Sohn des kürzlich verstorbenen Unimog-Veteranen Manfred Florus und als Oberbürgermeister von Gaggenau konnte Christof Florus stolz feststellen: Die Mitglieder des Clubs "tragen den Namen unserer Stadt in die Welt". Er freue sich, dass Verein und Museum gemeinsam auf einem guten Wege seien: "Wir in Gaggenau lieben den Unimog. Wir alle hier sind stolz auf den Unimog" und augenzwinkernd stellte er fest: Ohne Unimog hätte Gaggenau wohl keinen Oberbürgermeister.

Ein Standort im steten Wandel

Als "Mitglied Nummer eins" ließ Hans-Jürgen Wischhof die bislang 73-jährige Geschichte des Fahrzeugs Revue passieren. Überragende Eigenschaften einerseits, zwingende ökonomische Tatsachen andererseits bildeten ein enges Wirkungsgeflecht, in dessen Folge die Verlagerung der Unimog-Produktion nach Wörth 2002 unausweichlich gewesen sei.

Als Standortverantwortlicher des Werks Gaggenau stellte Dr. Matthias Jurytko "Technologie, Produkte, Menschen" in den Mittelpunkt seiner Rede. "Gaggenau erfindet sich ständig neu", konstatierte er, und es sei die Stärke eben jenes "Gaggenauer Geistes", den Wandel aktiv anzunehmen. Die "historische Chance" der Weiterentwicklung des Standorts zum Kompetenzzentrum für Getriebe sei 2002 genutzt worden. Wie 2007 zähle der Standort Gaggenau rund 6800 Mitarbeiter in allen Werksteilen.

Michael Wessel blickte mit zahlreichen Bildern unter anderem auf die Gründungsphase des Clubs 1993. "Alle, die wir angesprochen haben, haben Ja gesagt", erinnerte er an die alles andere als schwierige Suche nach Funktionsträgern.

Georg Wohlfahrt, Management-Leiter des Mercedes-Benz Classic Clubs, lobte den UCG als einen "lebendigen und hoch professionellen Club". Dieser leiste einen wesentlichen Teil zum Image der Marke Mercedes-Benz. Er hoffe auf weiterhin partnerschaftliche Zusammenarbeit und überreichte eine Spende über 6250 Euro.

Zum Gelingen des Abends leisteten auch Restaurantchef Thomas Kaldma und seine Mitarbeiter einen wesentlichen Beitrag. Das Menü aus der Küche des Museums begleitete den mehrstündigen Festakt.

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