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Frohe Lieder unter der Linde
Rund drei Dutzend Menschen kommen in der Sofienstraße zusammen, um gemeinsam alte Lieder zu singen. Foto: Rohwer
22.05.2018 - 00:00 Uhr
Von Elke Rohwer

Gaggenau - Wer am Freitagabend die Eichelbergstraße in Bad Rotenfels entlang fuhr, wurde an der oberen Einmündung der Sofienstraße möglicherweise Zeuge einer kleinen Premiere. Denn der Kunstverein Baden-Baden/ Gaggenau hatte zu einem "Offenen Singen unter der Linde" eingeladen.

Bereits eine Stunde vor Beginn nutzten rund zehn Besucher die Gelegenheit, um auf den alten Dorfplatz, vor dem rund 350 Jahre alten Haus in der Sofienstraße 20, dem "Künstlerhaus Wolf", zu singen. Über großen Andrang freute sich Hausherr Klaus Adam, als sich gegen 19 Uhr rund 25 weitere gut gelaunte Gäste auf dem Platz unter der Linde einfanden. Klappstühle wurden herbeigeschafft, gegen Hunger und Durst wurden Getränke, Kuchen und Brot bereitgestellt. Der Platz war dezent geschmückt mit deutschen, badischen, russischen und türkischen Fähnchen.

Klaus Adam begrüßte die Anwesenden, die größtenteils aus Bad Rotenfels kamen, und gab einen kurzen Überblick über die Geschichte seines Familienhauses, des heutigen Künstlerhauses. "Bei der jüngsten Bürgerwanderung ist dann der Gedanke aufgekommen, eine fast vergessene Tradition im Dorf wieder aufleben zu lassen und ein offenes Singen unter der Linde zu veranstalten", erläuterte Adam.

Wiederholung ist geplant

Angela Regending, eine der Impulsgeberinnen der Aktion, berichtete von ihren Kindheitserinnerungen, die sie mit dem Platz unter der Linde bis heute verbindet. "Dieser Ort war schon in den 40er Jahren ein Platz, an dem man sich traf, um Neuigkeiten auszutauschen. Hier entwickelten sich auch oftmals erste zarte Kontakte zwischen jungen Männern und Frauen im Dorf. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie wir uns als Kinder früher immer hier zum Spielen verabredet hatten", erzählte Angela Regending, deren Elternhaus nur wenige Häuser entfernt steht. Die ausgewachsene Linde auf dem alten Dorfplatz war nach Ende des Zweiten Weltkriegs gefällt worden. Im Laufe der vergangenen Jahre war der Platz neu gestaltet worden. In diesem Zusammenhang war vor 15 Jahren auch wieder eine neue Linde gepflanzt worden.

Dann griff Klaus Adam zum Akkordeon und stimmte die ersten Akkorde von "Lustig ist das Zigeunerleben" an. Die Gäste sangen textsicher und kraftvoll mit. Zum Ende des Liedes spendeten alle begeisterten Beifall. Die Stimmung war ausgelassen. Es folgten weitere Lieder wie "Kein schöner Land in dieser Zeit" oder "Nun will der Lenz uns grüßen". Ulianah Nesterova, Gesangslehrerin und Chorleiterin vom Zentrum für Stimmbildung und Gesangkunst in der Galerie Wolf, gab ein schwermütiges Kosakenlied zum Besten, in dem es um eine Wahrsagerin ging, die einem Kosaken eine dramatische Zukunft vorhersagte. Anschließend setzte sie sich ans Klavier und stimmte unter anderem. "Die Rose" und "La Provence" an. Nach rund eineinhalb Stunden endete das offene Singen mit dem "Irischen Segensspruch".

Bei den Gästen kam der musikalische Abend gut an. Die Veranstalter planen daher, die Aktion in diesem Jahr ein weiteres Mal durchzuführen.

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