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Tradition und Engagement im dörflichen Leben
Stolze Musikanten: Die Forbacher Kapelle im Jahr 1910.  Foto: MV Forbach
24.05.2018 - 00:00 Uhr
Von Barbara Ruckenbrod

Forbach - Ein besonderes Jubiläum feiert der Musikverein Forbach in diesem Jahr. 1843 gegründet, kann er auf 175 Jahre seines Bestehens zurückblicken. Im Blasmusikverband Mittelbaden ist Forbach der drittälteste Verein, im Bezirk Murgtal die älteste Kapelle. Das Badische Tagblatt blickt in einer Serie auf die Geschichte zurück.

Von Anfang an bis heute gilt es in der Kapelle, junge Menschen für die Musik zu gewinnen, das Kulturleben in der Gemeinde zu beleben, kirchliche und gemeindliche Hochfeste und Feierlichkeiten zu umrahmen und auch Vereinsfeste mitzugestalten. Deshalb können die Forbacher mit Stolz und Freude auf das Kulturleben ihrer Gemeinde zurückblicken, weshalb ein alter Musiker-Wahlspruch der Geschichte vorangestellt sei: "Spiele, wem Musik gegeben - das ist Freude, das ist Leben!"

Das war bereits 1843 so, als sich die "Sechser-Blasmusik" um den Kapellmeister Werner Louis gründete, der unerbittlich und streng war. In dieser doch von Not und Armut gezeichneten Zeit in Forbach sowie im ganzen Murgtal, bei schlechten Verdiensten, Auswanderungen und politisch unruhigen Zeiten, kann das als Pioniertat ersten Ranges bezeichnet werden. Diese sechs Musiker hielten zusammen wie die "Spengler" - auch während der Revolution 1848/49. Vor allem über die "Gastspiele der Sechser im Schwabenland" gab es einige Geschichten zu erzählen. Auch bei manchem Antoniustag und bei Prozessionen in Bermersbach waren sie dabei.

Die Kriegszeit 1870/71 war sehr schwierig und Forbach oftmals ohne Musik. 1880 bildete sich eine größere Musikergruppe. Besonders Friedrich Fritz, der spätere Ratsschreiber, hat der Kapelle viel Auftrieb gegeben. Er war unermüdlich als Werber für die Volksmusik tätig und baute die Kapelle aus, später auch als Kapellmeister.

Um die Jahrhundertwende zählte Forbachs Musik zu den bekanntesten in der Gegend. Wo sie aufspielte, wurde sie mit Beifall überschüttet. Beachtliche 23 Musiker gehörten der Kapelle damals an. Probleme traten auf, als sich aus den Reihen der Aktiven eine "Streichmusikkapelle" bildete. Friedrich Fritz jedoch schaffte eine Einigung. So kam es, dass zeitweise sogar Streich- und Zupfinstrumente bei der Forbacher Dorfmusik gespielt wurden.

Im Ersten Weltkrieg löste sich die Forbacher Musikkapelle nahezu auf. Zwei Aktive kehrten nicht mehr vom Schlachtfeld zurück, einige Musiker konnten sich nach der Rückkehr aus dem Krieg nicht mehr der Musik verschreiben.

Die unglücklichen Nachkriegsverhältnisse ließen zunächst keine geregelte Aktivität der Musiker zu, obwohl Ludwig Stephan und der schon seit 35 Jahren tätige Kapellmeister Friedrich Fritz nichts unversucht ließen. Die Forbacher waren sich klar, dass unbedingt ein Verein das Bestreben der Musik unterstützen muss.

Am 23. September 1923 war es soweit: Es kam zur Vereinsgründung in der neuen Turnhalle in Forbach. Viele Forbacher Bürger waren dabei, geleitet wurde die Sitzung von Bürgermeister Otto Fritz. Als Vorsitzender fand sich Severin Werner bereit.

Mit Freudenklängen zog die wiederbelebte Musikkapelle an diesem Tag durch das Dorf und feierte kräftig. Der Chronist von damals drückte die Hoffnung aus, dass es endlich und bald einmal gelingen möge, die lange Jahre überlegenen Konkurrenten Bermersbach und Gausbach beim nächsten Wettspielen um zehn oder 15 Punkte zu schlagen.

Als Dirigent konnte Ernst Herrmann, Leiter der Gernsbacher Stadtkapelle, gewonnen werden. Zu den 16 Altmusikern kamen in diesem Jahr 16 junge Burschen dazu, die ein Instrument erlernten - auch wenn die Beschaffung der Instrumente mit großen Schwierigkeiten verbunden war. Bereits 1924 kam es zum ersten Konzert im "Friedrichshof" mit vollem Erfolg. 35 Männer und Burschen waren mittlerweile aktiv und 293 Mitglieder hatte der Verein. In den folgenden Jahren ging es musikalisch aufwärts mit der Dorfkapelle.

(Wird fortgesetzt).

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