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"Die Begegnung mit dem freilebenden Tier macht den Reiz aus"
25.05.2018 - 00:00 Uhr
Von Marvin Lauser

Gaggenau - Manchmal führen einem die eigenen Kinder vor Augen, was man selbst einst gern gemacht hat. So geschehen bei Christian Barth aus Oberweier. Als sein Sohn Jonas drei Jahre alt war, hat dieser begonnen sich für die Natur und Tierwelt zu interessieren. Um Jonas mehr über die heimischen Arten beibringen zu können, informierte sich der 46-jährige Grundschullehrer, der an der PH Karlsruhe studiert hat, über die Lebensweisen der hiesigen Wildtiere. Dabei flammte sein eigenes, "im Laufe der Jahre verschollenes" Interesse an Vögeln wieder auf.

Grundsätzlich sei Barth aber für alle Tiere aufgeschlossen. Auch deshalb hat er sich "2013 oder 2014" - genau kann er das nicht mehr sagen - eine Spiegelreflexkamera angeschafft, wenig später ein Teleobjektiv. Seit 2015 etwa beschäftigt sich Barth eingehend mit dem Thema Natur-Fotografie. "Tiere im Zoo zu fotografieren wäre mir persönlich zu langweilig. Die Begegnung mit dem freilebenden Tier, zum Beispiel einer seltenen Waldschnepfe, macht den eigentlichen Reiz für mich aus."

Um Nahaufnahmen seltener, wildlebender Vögel zu erschaffen, ist viel Recherche und Vorbereitung nötig, erklärt Barth. "Je mehr Zeit man investiert, desto mehr bedeuten einem die Fotos hinterher", betont er.

In jeder freien Minute recherchiert Barth, liest über Vögel, informiert sich im Internet (www.ornitho.de) wo man welche Art am besten findet und begibt sich anschließend auf die Foto-Pirsch. Der bescheidene Hobby-Ornithologe betont, dass er stets versuche "seinen Horizont zu erweitern, aber immer alles im Rahmen". Damit meint Barth, dass Familie und Beruf für ihn immer Vorrang haben. "Zuallererst bin ich Ehemann, Familienvater und Lehrer. Das Fotografieren ist nur mein Hobby." Da er in Schönmünzach, einem Ortsteil von Baiersbronn, Heimat- und Sachkunde unterrichtet, bleibt unter der Woche meist wenig Zeit zum Fotografieren. Höchstens, wenn er die beiden familieneigenen, "naturgerecht gestalteten", Streuobstwiesen pflegt, bietet sich ihm ab und an die Gelegenheit zu einem Schnappschuss. Dass ein richtig gutes Motiv dabei ist, komme aber eher selten vor, erklärt Barth. Vor kurzem sei ihm dies jedoch gelungen, da habe er zufällig einen Trauerschnäpper und zuletzt einen Fasan entdeckt. "Einen seltenen Glücksmoment" erlebte Barth am 20. Mai 2017, als er einen Wendehals, den er "über mehrere Tage verfolgt" hatte, endlich vor die Linse bekam. Einen Monat vor der gelungenen Aufnahme hatte Barth den Vogel in der Nähe seiner Streuobstwiesen zum ersten Mal "lautstark" rufen gehört. Das Ergebnis war vergangenen Juli im Murgtäler Lokalteil zu sehen und ist eines von Barths Lieblingsbildern.

Der gebürtiger Oberweierer liest seit Jahren gerne die Murgtal-Wetter-Seiten, seit Mai 2015 schickt er regelmäßig eigene Fotos an die Redaktion. Wenn seine Aufnahmen anschließend im BT veröffentlicht werden und er auf der Straße darauf angesprochen wird, freut es ihn, sagt der 46-Jährige.

"Mir liegt die Natur sehr am Herzen und es freut mich, wenn man die Menschen mit seinen Fotos auf die Artenvielfalt hier in der Region aufmerksam machen kann", erklärt Barth seine Beweggründe. Außerdem sei sein Hobby ein guter Ausgleich zum "Schullärm".

"Ich hätte wahrscheinlich jeden für verrückt erklärt, der mir vor fünf Jahren gesagt hätte, dass ich mal zwei, drei Stunden für ein Vogel-Foto im Gebüsch ausharren würde."

Bei seinen Ausflügen in die Natur achtet der Vogelfreund laut eigenem Bekunden darauf, nicht zu weit weg zu fahren und unnötig "Sprit zu verblasen", sondern bleibt möglichst in der Region. Meist fährt Barth an eine geeignete Stelle und versucht die unterschiedlichen Beobachtungspunkte fußläufig zu erreichen.

Wenn schönes Wetter ist und er Zeit hat, packt er seinen Rucksack und geht hinaus in die Natur. "Aktuell ist gerade eine Zeit, da müsste ich eigentlich rund um die Uhr unterwegs sein", erklärt er. Im Sommer steht Barth am Wochenende meist um fünf, halb sechs auf und begibt sich auf Motiv-Suche. Anschließend geht er zum Bäcker und frühstückt gemeinsam mit seiner Familie.

Ein, zwei Mal im Monat ist er nicht nur für ein bis zwei Stunden, sondern für einen halben Tag auf Tour. "Das ist aber die Ausnahme", fügt Barth zügig hinzu. Auch dass er nachts auf Foto-Jagd geht, sei eher selten. Mal einen Dachs oder Fuchs fotografisch festzuhalten, würde ihn "sehr reizen", sei aber aktuell zu zeitaufwendig. Weitere Fotos:

https://flic.kr/ps/39N7cW

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