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Vom Hirtenhaus zur Waldgaststätte
Die Waldgaststätte Grünhütte wurde 1918 als Blockhaus errichtet. Das Foto wurde 2014 aufgenommen, noch bevor die Bagger angerollt sind. Foto: Zapf
25.05.2018 - 00:00 Uhr
Von Friedbert Zapf

Gernsbach/Bad Wildbad - Die Waldgaststätte Grünhütte liegt auf einer Höhe von 830 Metern zwischen Kaltenbronn und Bad Wildbad. Obwohl abgelegen, ist sie den meisten Menschen in der Region (und vielen darüber hinaus) bekannt. Viele wandern traditionell einmal im Jahr durchs Wildseemoor zur Grünhütte, manche besuchen sie mehrmals - zu Fuß, mit dem Mountainbike oder auf Skiern. In den vergangenen drei Jahren wurde die Grünhütte umgebaut und durch ein funktionales Gebäude erweitert. Die Baumaßnahmen sind nun abgeschlossen, die Einweihung durch Forstminister Peter Hauk erfolgt am 7. Juni. Für unsere Zeitung ein Grund, die Geschichte der Grünhütte in vier Folgen zu beleuchten.

Dass es von Vorteil sein kann, diese Geschichte zu kennen, zeigt eine kleine Episode: Angeblich sei bei einer Baubesprechung darüber diskutiert worden, die Holzfassade des Neubaus grün anzustreichen - Grünhütte eben.

Historisches

Vor allem der Hinweis auf den historischen Namen hat bewirkt, dass die Farbeimer geschlossen blieben. 1831 nämlich spricht Ernst Christoph Wilhelm Bühler in seinem damals erschienenen Fachbuch "Die Versumpfung der Wälder" von der "Grinnhütte". Da Grind Kopf aber auch kahler Bergkopf bedeutet - die ehemaligen Hochweiden des Nordschwarzwalds werden als Grinden bezeichnet -, ist eine Grinnhütte (Grindhütte) einfach eine Berghütte. Aus Grinnhütte wird dann leicht die Grünhütte.

Seit etwa 1900 betrieb Hermann Mutterer eine einfache Wirtschaft am Wohnplatz Grünhütte. Das Blockhaus, das wir als Waldgaststätte kennen, wurde erst 1918 errichtet. Die Geschichte der Grünhütte beginnt allerdings schon im frühen 18. Jahrhundert.

1700 Weidetiere auf dem Kaltenbronn

Damals gab es zwischen Hohloh und Oberem Eiberg keine geschlossenen Wälder mehr, sondern eine offene, lichte Weidelandschaft. Der Wald war auf wenige Inseln zurückgedrängt. Am Kaltenbronn hat man 1707 sage und schreibe 66 Viehherden und 1700 Weidetiere gezählt.

Auch die Bürger des Städtchens Wildbad besaßen eine beachtliche Herde und hatten einen Hirten verpflichtet. Die herzogliche Forstbehörde erlaubte im Frühjahr 1739 den Wildbadern, eine "Vieh Hütten auf den Bergen bey dem sogenannten wilden See auferbauen zu dürfen". Aber es mangelte zunächst an Bauholz. Nachdem die Forstbehörde gefordert hatte, für den Bau der Viehhütte Sturmholz zu verwenden, wandte Bürgermeister Nicolaus Luckenbach ein, es gebe in der Gegend nur wenig geworfenes Holz, und das "zugegen liegende Wultzen Holtz" sei ungeeignet. Das fehlende Holz durften die Wildbader schließlich dann doch hauen.

Sehr wahrscheinlich ist die Viehhütte mit einem Lager für den Hirten noch 1739 gebaut worden. Wie der erste Hirte hieß, ist nicht bekannt. Einen Hinweis könnte eine Forstkarte liefern, auf der im Bereich Grünhütte ein "Weg vors Bettelmanns Hauß ins Wildbad" bezeichnet ist - wohl weniger ein Spottname für die armselige Hütte, als vielleicht doch der Name des Bewohners.

"Weg vors Bettelmanns Hauß ins Wildbad"

Um 1760 war Johann Michael Mößner der Hirte, dem die "Hütung des Wildbader Gustviehs obliegt, welches den ganzen Sommer auf der Wayd lauft". Den 58 Jahre alten Mößner und seine Frau hatte es von Stupferich bei Ettlingen auf die einsame Höhe verschlagen, samt den beiden Töchtern und dem Sohn. Sie wohnten in einem "Häußlen", das der Stadt Wildbad gehörte. Im Wildbader Kirchenbuch ist aus Mößner Mössinger geworden, und es ist vermerkt, dass Mössinger auch als Holzhauer tätig war. (Wird fortgesetzt)

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