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Der Julian Nagelsmann des Murgtals
26.05.2018 - 00:00 Uhr
Von Marvin Lauser

Gernsbach - "Meine Spieler nennen mich manchmal scherzhaft Julian Nagelsmann des Murgtals", erzählt Magnus Unger lächelnd. Der 23-jährige Gernsbacher ist zwar in einer anderen Sportart als der erfolgreiche Fußball-Bundesliga-Coach aktiv, musste aber ebenfalls aufgrund von Verletzungen früh vom Handballfeld an die Seitenlinie wechseln. Unger - der seit er 14 Jahre alt ist, Handball-Mannschaften trainiert - hat bereits drei Kreuzbandrisse und diverse andere Verletzungen wie Bänderrisse hinter sich.

Den männlichen Jahrgang 2000 trainiert der angehende Wirtschaftsingenieur (Bachelor of Science) bei der HSG Murg seit der E-Jugend. Da die Spielgemeinschaft aus Forbach, Gausbach und Gernsbach in der vergangenen Saison keine A-Jugend stellen konnte, trainiert Unger "seinen 2000er-Jahrgang" aktuell auch in der zweiten Mannschaft. Seit Ende Januar ist der Student des Karlsruher Instituts für Technologie in Doppelfunktion außerdem für die in der Bezirksliga spielende erste Männer-Mannschaft der Murgtäler zuständig. Beide Teams wird Unger auch in der kommenden Saison betreuen.

Nach Platz vier in der Bezirksliga möchte der engagierte Gernsbacher, der seit 2014 auch als Schiedsrichter im Handball-Bezirk aktiv ist, in der kommenden Saison "um den Aufstieg" in die Landesliga "mitspielen". Mit mehrheitlich 17- und 18-jährigen Spielern landete "die Zweite" der HSG in der zu Ende gegangenen Saison auf Rang drei in der Kreisklasse A. Ungers Senioren-Trainer-Debüt - zumal mit Doppelbelastung - hätte wahrlich schlechter laufen können.

Spieler hatte seinen Trainer auf dem Arm

Sein Alter sorge immer mal wieder für witzige Anekdoten, betont Unger. So wurde er Ende März des vergangenen Jahres - also mit 22 Jahren - mit der silbernen Vereinsehrennadel des TV Gernsbach für 20 Jahre Vereinsmitgliedschaft ausgezeichnet. Die mit ihm Geehrten hätten seine Eltern sein können.

Auch viele seiner Spieler sind älter als ihr Trainer. Der älteste Akteur ist 44 Jahre alt. HSG-Kreisläufer Heiko Arnau wird am 5. Juli 45. "Ich kenne Magnus schon sein ganzes Leben, hatte ihn als Baby auf dem Arm. Er macht richtig gutes Training, hat Respekt vor den älteren Spielern und handballerischen Sachverstand", plaudert Arnau aus dem Nähkästchen. "Sein Training ist abwechslungsreich und macht riesen Spaß", lobt der Routinier seinen jungen Übungsleiter.

Letzterer trainiert mittlerweile viele seiner ehemaligen Mitspieler sowie seinen älteren Bruder Fabian. Seine eigene Spielerkarriere hat früh begonnen. Mit drei, vier Jahren hat der heute 23-Jährige bereits Bälle durch die Hallen des Murgtals geworfen. Bis er 13, 14 war, hat er parallel Fußball gespielt. Leichtathletik hat er ebenfalls ausprobiert. Doch der Fokus lag und liegt auf dem Handball.

Für andere Hobbys hat Unger seither kaum Zeit, mittlerweile beschränkt sich sein ganzer Freundeskreis auf Handball. Seine Freundin ist Stammspielerin und Leistungsträgerin in der ersten Damenmannschaft der HSG. Unger selbst feierte in der Jugend Meisterschaften, spielte in der Bezirksauswahl des Handball-Bezirks Rastatt und mit dem Albert-Schweitzer-Gymnasium beim traditionsreichen Dambach-Pokal mit.

Als "Wendepunkt" bezeichnet er selbst seine zahlreichen Verletzungen. "Ohne die wäre ich noch als Spieler aktiv, was mein Engagement als Trainer stark einschränken würde", erklärt der HSG-Coach. Obwohl er noch nicht endgültig mit dem Spielen abgeschlossen hat, ist er nach eigener Aussage "mehr Trainer als Spielertrainer". Ähnlich wie sein fußballerisches Pendant in Hoffenheim.

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