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"Adlerfarn-Schlägler" auf Hochmoor-Expedition
Landschaftspflege in Hanglage: Die jungen Pfadfinder sind beim 'Adlerfarn-Schlägeln' mit vollem Elan bei der Sache.  Foto: Lauser
26.05.2018 - 00:00 Uhr
Von Marvin Lauser

Gernsbach - Ein schmaler Waldweg führt zu zwei in Hanglage zugewachsenen Wiesen inmitten des sonnengefluteten Reichenbachtals. Die Grillen zirpen unermüdlich. Frisch ausgetriebener Adlerfarn so weit das Auge reicht. Das Unkraut beschattet die Wiesen auf einer Fläche von etwa zwei Fußballfeldern und ist für heimische Weidetiere giftig.

Deshalb "Schlägeln" seit sechs Jahren Pfadfinder und andere freiwillige Helfer den Adlerfarn auf dieser Fläche.

"Man muss den Farn umknicken", erklärt der zwölfjährige Pfadfinder Manuel Ruder und schlägt mit einem langen Holzstock immer wieder auf die vor ihm wachsenden Farne ein. Wenn der Farn geknickt wird, "denkt" die Pflanze, sie müsse weiter wachsen und vergeudet so ihre Energie. Der Schüler aus Dobel (Kreis Calw) ist bereits zum zweiten Mal beim "Adlerfarn-Schlägeln" dabei und betont: "Es gefällt mir, etwas Sinnvolles für die Umwelt zu tun." Im vergangenen Jahr sei es angenehmer gewesen, weil es bewölkt und daher nicht ganz so heiß war. Trotz frühsommerlicher Temperaturen sind gestern 31 Pfadfinder und Pfadfinderinnen sowie fünf Gruppenleiter dem Aufruf des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord nachgekommen. Sie haben sich im Rahmen der "Herzenssache Natur"-Aktion ehrenamtlich in der Landschaftspflege engagiert. Yvonne Flesch ist stellvertretende Geschäftsführerin des drittgrößten Naturparks in Deutschland. Sie lobt, dass die Pfadfinder von "Anfang an mit dabei waren" und die Aktion "bei egal welchem Wetter" tatkräftig unterstützen. Ziel von "Herzenssache Natur" sei, "Menschen die Möglichkeit zu geben, sich für die Natur einzusetzen".

Und die Menschen nutzen diese Möglichkeit. So auch Sabine Senger. Die Pforzheimerin ist als Gruppenleiterin der Pfadfinder seit der ersten Adlerfarn-Aktion dabei: "Ich bin von Kinderbeinen an - wie alle Gruppenleiter hier - bei den Pfadfindern und werde auch in den kommenden Jahren bei dieser Aktion mitmachen." Senger sieht darin "eine sinnvolle Sache, sowohl für die Kinder, als auch die Natur".

Für die Pfadfinder, die unter anderem aus Bad Herrenalb, Bad Wildbad, Dobel, Pforzheim und Wilferdingen (Remchingen) angereist sind, ist die Teilnahme an der Aktion "kein einmaliges Projekt, sondern langfristig angedacht", erklärt Senger die Beweggründe der württembergischen Pfadfinder für die Biotop-Pflege im Murgtal. Manuel unterstützt diese Einschätzung: "Es hat mir beim ersten Mal so viel Spaß gemacht, dass ich unbedingt noch mal dabei sein wollte". Und in diesem Jahr wartete auf die Schüler unter den Pfadfindern noch ein ganz besonderes Glanzlicht. Nach drei bis vier Stunden intensiven Schlägelns in der prallen Sonne durften sich die jungen Pfadfinder nicht nur ausgiebig stärken und sich über ihre Naturpark-Goodie-Bags freuen, sondern auch an einer kindgerechten Moor-Expedition auf dem Kaltenbronn teilnehmen. Manuel, der zum ersten Mal bei so einer Hochmoor-Expedition dabei war, freut sich darüber am meisten. Außerdem durften die jungen Pfadfinder, die die zwischenzeitlichen Schatten- und Trinkpausen zum Liedersingen im Sitzkreis nutzten, gestern Fledermauskästen kontrollieren. Die Nistkästen am Waldrand sollen das Angebot an Schlafquartieren für die nachtaktiven Tiere in dem Gebiet verbessern.

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