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"Das ist kein Selbstläufer"
Philipp Springer in Aktion, hier auf den Treppen des Rathauses bei 'Gaggenau tanzt' am 4. Mai. Die Arbeit für den City-Manager beginnt aber lange vor den Veranstaltungen. Foto: Bauer
04.06.2018 - 00:00 Uhr
Gaggenau - "Ganz schön was los in der Stadt" - so oder anders hört man zurzeit die Gaggenauer immer wieder mal sagen. Da der Veranstaltungsreigen meist in der Zuständigkeit oder zumindest Mitverantwortung der Stadtverwaltung liegt, dürfen deren Mitarbeiter dies durchaus als Lob verstanden wissen. Philipp Springer hat maßgeblichen Anteil an der Event-Offensive. Mit dem City-Manager sprach Thomas Senger.

BT: Herr Springer, täusche ich mich, oder sind es dieses Jahr doch um einiges mehr Veranstaltungen als früher in der Stadt?

Philipp Springer: Richtig, zum Beispiel mit "Gaggenau tanzt", "Sport ohne Grenzen" und dem "Spendenlauf" für die Lebenshilfe konnten wir einige neue Attraktionen und Besuchermagnete für den Veranstaltungskalender gewinnen. Und das sind nur die Veranstaltungen mit Schwerpunkt City.

BT: Was ist der Hintergrund für diese "Offensive"?

Springer: Der Kreis der Akteure ist einfach größer geworden. Es gibt inzwischen auch zahlreiche neue Ideen, die sich im Herzen der Stadt zeigen wollen. Wir freuen uns riesig, dass sich so viele mitreißen lassen und die Innenstadt als Bühne nutzen und diese beleben.

BT: Die wundersame Vermehrung der Akteure? Wie kommt's?

Springer: Grundsätzlich gibt es ja überall eine Zunahme an "Events". Speziell in diesem Jahr kommen in Gaggenau aber auch einige Konstellationen zusammen: insbesondere die neuen Veranstaltungen sind natürlich auch unterhaltend, aber sie transportieren auch Botschaften, ob das nun das Thema Inklusion ist oder die Themen Bewegung und Gesundheit. Und tatsächlich gibt es zum Beispiel über den Josef-Treff neue Akteure und damit neue Veranstaltungen in der City. Die tolle Besucherresonanz animiert natürlich auch dazu, neue Veranstaltungsformen auszuprobieren.

BT: Was war zuerst da: Ihr Wunsch, ordentlich Gas zu geben, oder das Ansinnen der Geschäftsleute, durch Veranstaltungen mehr potenzielle Kunden in die City zu locken?

Interview

Springer: Der Wunsch nach einer Belebung der Innenstadt kommt von mehreren Seiten. Und es gibt auch zahlreiche Organisationen, die ihre Ideen gezielt in der Innenstadt umsetzen möchten, seien es die beteiligten Abteilungen des Rathauses ebenso wie Vereine oder einzelne Personen wie Dr. Christoph Scheffel, Stefan Schwaab oder das Gaggtival-Team. Die Menschen nehmen die Angebote ja auch sehr gerne an. Natürlich müssen die Rahmenbedingungen passen, Programm und Wetter.

BT: Also Event-Managing als eine Form der Wirtschaftsförderung?

Springer: Im besten Fall profitieren auch die ansässigen Geschäfte, die Gastronomie und auch die Dienstleister von den Aktionen. Das ist aber kein Selbstläufer. Wichtig ist vor allen Dingen, die verschiedenen Plätze in der Innenstadt als Raum der Begegnung zu nutzen - und dies auch über interessante Veranstaltungen zu forcieren.

BT: Was sind denn "neue Veranstaltungsformate", die Sie eben angesprochen haben? Springer: "Gaggenau tanzt" war so eine Sache. Ebenso das anstehende "Sport ohne Grenzen", bei dem zum Beispiel Rollstuhl-Basketball gezeigt wird. Wie gesagt bieten diese Veranstaltungen nicht nur Unterhaltung, sondern vermitteln auch Themen oder Anliegen wie Inklusion, Gesundheit oder wie beim Spendenlauf und Josef-Treff soziale Aspekte. Einige Veranstaltungen haben sich ja auch aus diesen Themen entwickelt.

BT: Bislang hatten Sie ja stets Glück mit dem Wetter, wenn ich mich nicht irre. Haben Sie denn auch einen Plan B für Dauerregen?

Springer: Wir hatten auch schon Pech, so dass Veranstaltungen nicht wie geplant durchgeführt werden konnten. Denn natürlich sind die Aktionen im Freien vom Wetter abhängig, da geht es uns wie allen anderen auch. Bei Dauerregen müssen wir daraus eine Regenpfützenparty machen.

BT: Die Belebung der Innenstadt ist je eine Form der Wirtschaftsförderung. Beteiligen sich Geschäftsleute der City am Aufwand, den die Stadtverwaltung betreibt?

Springer: Wir arbeiten bei zahlreichen Veranstaltungen mit Sponsoring oder Programm-Beteiligung und Kooperationen.

BT: Wie viel kostet denn so eine Art der Wirtschaftsförderung die Stadt im Jahr - näherungsweise?

Springer: Springer: Das ist von Fall zu Fall verschieden, so unterschiedlich, wie eben auch zum Beispiel Adventsmarkt, Ostermarkt oder Kunsthandwerkermarkt sind. Näheres dazu kann aber im städtischen Haushaltsplan nachgelesen werden. Es kommt auch darauf an, welche Veranstaltungen wie stark der reinen Unterstützung der Wirtschaft zugerechnet werden, nehmen Sie zum Beispiel Herbstmesse, Maimarkt, die City-Sausen oder "Gaggenau tanzt". Das kann man sicherlich unterschiedlich bewerten.

BT: Manchmal fragt man sich: Können sich die Veranstalter nicht besser absprechen? An manchen Wochenenden gibt es durchaus Terminkollisionen im gesamten Stadtgebiet.

Springer: Gerade bei den neuen Events versuchen wir, Termin-Kollisionen zu vermeiden oder auch Angebotslücken zu schließen. Das ist nicht immer leicht, da wir - das ist positiv gemeint - in der gesamten Stadt sehr aktive Veranstalter haben und damit ein buntes Angebot für die Besucher.

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