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"Loffenau nie bereut"
Dekan Joachim Botzenhardt (links) verabschiedet Pfarrer Willi Ratz und dessen Gattin Elisabeth nach 32 Jahren in Loffenau.  Foto: Froese
05.06.2018 - 00:00 Uhr
Loffenau (wof) - In Loffenau ist am Sonntag eine Ära zu Ende gegangen. Pfarrer Willi Ratz, der in den Ruhestand tritt, hielt nach 32-jähriger Amtszeit seinen letzten Gottesdienst in der evangelischen Heilig-Kreuz-Kirche. Bei der offiziellen Verabschiedung von ihm und seiner Frau Elisabeth war das Gotteshaus bis auf den letzten Platz gefüllt.

Es war ein außergewöhnlicher Dankgottesdienst - und dies nicht nur wegen der besonderen Anfangszeit um 14 Uhr. Neben der Organistin Gritli Kohler sorgten mit dem Kirchenchor, dem von Ratz gegründeten und bis dato geleiteten "Chörle" sowie dem Musikverein Loffenau gleich drei Ensembles für starke musikalische Akzente, und auch Ratz selbst begleitete mehrfach Lieddarbietungen am Flügel.

In seiner Predigt über Jeremia 23, 16-28, ging der Pfarrer auf seine lange Zeit in Loffenau ein. Die Stelle sei 1986 schon mehr als zwei Jahre vakant gewesen, als er sich mit seiner jungen Familie Ort und Kirche "inkognito angeguckt" habe. "Ich habe die Entscheidung für Loffenau nie bereut", stellte er fest. Er dankte den vielen Ehrenamtlichen, die sich in den verschiedenen Gemeindegruppierungen für "die gute Sache" einsetzten. Das mache "nicht immer Spaß, aber Freude und Sinn". Großen Beifall gab es in der Kirche, als Ratz einen besonderen Dank an seine Frau Elisabeth richtete.

Inhaltlich setzte sich der Pfarrer in seiner Predigt mit dem Wert von Träumen auseinander. Er habe, sagte er in diesem Zusammenhang, einen "Traum von der Gemeinde": dass sie gemeinsam auf Gottes Wort höre, nicht nur dem Zeitgeist hinterherlaufe, danach schaue, was gut und nötig sei für Gemeinschaft und Gesellschaft, dies dann auch tue und so am Reich Gottes baue.

Bestärkt wurde diese Aussage durch das Lied "Steht auf, steht zusammen", das zunächst im Rahmen der Predigt vom "Chörle" und am Ende von der gesamten Gemeinde gesungen wurde und in dem es heißt: "Träumen wir von der Zukunft. Leben wir unsre Träume. Bauen wir am Reich Gottes."

Für den Kirchenbezirk Neuenbürg sprach Dekan Joachim Botzenhardt ein Gruß- und Segenswort. "Einen Badener nehmen wir nicht", habe es über Ratz einst in der Stuttgarter Kirchenleitung geheißen, aber dann habe man schnell gemerkt, "dass der Badener den Württembergern richtig guttut". Loffenau, das kirchlich zu Württemberg und politisch zum badischen Landkreis Rastatt gehöre, sei der richtige Ort für sein Wirken gewesen. Er verbinde mit Ratz auch dessen Humor, seine Freundlichkeit, die Liebe zur Musik und die Kindergartenarbeit. "Kinder liegen Ihnen am Herzen", betonte Botzenhardt. In den Dank für den engagierten Dienst schloss er Elisabeth Ratz ein, die die Arbeit mitgetragen und sich ehrenamtlich an vielen Stellen eingebracht habe.

Für die Mitarbeiterinnen der beiden evangelischen Kindergärten bedankten sich deren Leiterinnen Gabi Pascher und Martina Wagner für die gute Zusammenarbeit. "Sie haben Spuren hinterlassen", griff Pascher das vorangegangene Lied der Kindergartenkinder auf.

"Rentnerbänkle" vom Kindergarten

Wagner erinnerte daran, dass der Umfang der Kindergartenarbeit mit der Zeit stark zugenommen habe: "Sie sind zum Manager eines immer größeren Unternehmens geworden." Als Geschenk der Mitarbeiterinnen überreichten sie ein "Rentnerbänkle", eine Gartenbank, zu der die Eltern zusätzlich Kissen und einen Picknickkorb beisteuerten.

Man habe allen Grund, dem Ehepaar Ratz dankbar zu sein, meinte auch Günther Mungenast für den Kirchengemeinderat. Er erinnerte an rund 200 Sitzungen des Gremiums, in denen über 2000 Beschlüsse, davon allein 1600 zu den Kindergärten, getroffen worden seien. Er nannte Ratz einen "begabten und ansteckenden Musiker". In diesem Zusammenhang konnte er eine mit viel Beifall aufgenommene Mitteilung machen. Der Flügel, der seit sieben Jahren in der Kirche steht und Familie Ratz gehört, "bleibt als Dauerleihgabe in Loffenau".

Im Anschluss an den Gottesdienst lud die Kirchengemeinde zu Kaffee und Kuchen ein. Hier wurden zahlreiche weitere Grußworte gesprochen, darunter von Loffenaus Bürgermeister Markus Burger und dessen Vorgänger Erich Steigerwald.

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