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Belegschaft verunsichert
Heute soll die Belegschaft erfahren, in welche Richtung es unter dem neuen Eigentümer der beiden ehemaligen Fabriken von Smurfit Kappa im Murgtal geht. Foto: Lauser
06.06.2018 - 00:00 Uhr
Gernsbach/Weisenbach (stj) - Die insgesamt rund 300 Mitarbeiter starke Belegschaft der beiden ehemaligen Werke von Smurfit Kappa (Baden Karton in Hilpertsau und Packaging in Weisenbach) sind heute von ihrem neuen Arbeitgeber, der Münchener Investoren-Gruppe Livia, zu einer Versammlung geladen. Ihre Ankündigung, keinen Personalabbau zu planen und die Recyclingkarton- und Faltschachtelherstellung am Standort einer nachhaltigen Wachstums- und Optimierungsstrategie zu unterziehen, hat bei der Belegschaft bislang allerdings nicht für Beruhigung gesorgt. Unsicherheit präge die Stimmungslage, fasst Gewerkschaftssekretär Dirk Schmitz-Steinert zusammen.

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) hat gestern bereits vor Ort mit den Betroffenen gesprochen, um ihnen das Gefühl zu geben, dass sie nicht alleine dastehen. Zudem habe Schmitz-Steinert versucht, eine positive Denkweise zu vermitteln. Dafür gebe es zwei Anlässe: Zum einen sei es positiv, dass der Betrieb von Smurfit Kappa nicht geschlossen, sondern verkauft wurde; zum anderen sei die Livia Group in erster Linie daran interessiert, ein Geschäft zu machen - und das mache sie nicht, wenn sie das Werk schließt.

Allerdings traut der Gewerkschaftssekretär der Ankündigung nicht so recht, es solle keinen Personalabbau geben. Schon auf der Livia-Internetseite ist nachzulesen, dass die Kostenreduzierung am Standort ein wesentlicher Faktor sein werde. "Wie werden sie das vollziehen, wenn dahinter keine Personalmaßnahmen stehen?", fragt sich Schmitz-Steinert. Er fordert die neuen Arbeitgeber dazu auf, ehrlich mit den Beschäftigten zu sein und ihre Pläne mit den zwei Werken offen zu legen.

Die größte Gefahr für den Standort sei, dass sich jetzt zig Mitarbeiter verabschiedeten, weil es ihnen dort zu unsicher ist. Bei der aktuellen Arbeitsmarkt-Lage dürften Fachkräfte nicht lange ohne Job bleiben. "Wenn das Unternehmen nicht mehr handlungsfähig ist, dann droht auf jeden Fall die Schließung", erklärt der Gewerkschafter.

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