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Brückenunterhalt verschlingt viel Geld
Abriss oder Sanierung? Die Eisenbahnbrücke in Ottenau zwischen Bergweg und Haydnstraße (links).  Foto: Jahn
06.06.2018 - 00:00 Uhr
Von Ulrich Jahn

Gaggenau - "Wir hatten nicht damit gerechnet, dass nach dieser Zeit so massive Schäden an Brücken vorhanden sind", sagte Bürgermeister Michael Pfeiffer in der Sitzung des Gemeinderats am Montag. Alle sechs Jahre ist eine sogenannte Brücken-Hauptprüfung erforderlich - mit erschreckendem Ergebnis. Einige mussten für Lkw gesperrt werden.

Insgesamt wurden 74 Brückenbauwerke und Durchlässe durch das Ingenieurbüro Hampf geprüft. Bei 19 Bauwerken besteht "kurzfristiger Sanierungsbedarf". Der Schwerpunkt liegt in Michelbach, wo an neun Brücken kurzfristig Maßnahmen erforderlich sind. Nur dank des Einsatzes der Firma Grötz hätten in Michelbach Komplettsperrungen einzelner Brücken vermieden werden können. So sei an der Brücke Bernsteinstraße 13 (Heimatmuseum) das bestehende Gewölbe als Sofortmaßnahme saniert worden. Erforderlich sei aber eine Brückenerneuerung. Die Brücke Bernsteinstraße/Otto-Hirth-Straße sei nur für Fahrzeuge bis zu sechs Tonnen zugelassen. Es müsse eine Ertüchtigung oder Erneuerung durchgeführt werden, damit Müll- und Rettungsfahrzeuge die Bernsteinstraße durchgängig befahren können. Förderanträge sind nach den Worten von Pfeiffer gestellt. Jürgen Brick, Leiter der Tiefbauabteilung, rechnet mit einer "gewaltigen Flut von Anträgen" beim Land. Er hofft, dass Gaggenau berücksichtigt wird und im Sommer ein entsprechender Bescheid vom Regierungspräsidium Karlsruhe eintrifft.

Ebenfalls viele Schäden weist die Eisenbahnbrücke zwischen Bergweg und Haydnstraße auf. Doch laut Verwaltung wird diese Brücke nur wenig genutzt. Laut einem Zählergebnis am Donnerstag, 3. Mai, von 6 bis 18 Uhr hätten nur 34 Fußgänger die Brücke passiert. Die Sanierungskosten werden von der Stadt mit "mindestens 100000 Euro" angegeben. Wegen des nicht behindertengerechten Zustands wären weitere Kosten in Höhe von rund 50000 Euro für eine Rampe erforderlich. Deshalb schlägt die Verwaltung vor, die Brücke ersatzlos abzubauen. Unter ungünstigen Bedingungen betrage die Umwegstrecke etwa 250 Meter. Dies sei aus Sicht der Verwaltung in Anbetracht der hohen Sanierungskosten zumutbar.

"Es sind mehr als 500 Meter Umweg", betonte Martin Hahn (FWG). Er hielt ein Plädoyer für den Erhalt dieser fast 150 Jahre alten Brücke, die bis 1945 ein Holzbauwerk war. Monatlich würden rund 1000 Menschen die Brücke passieren, rechnete der FWG-Rat hoch und verwies darauf, dass Anwohner des Bergwegs ihre Mülltonnen über die Brücke zur Haydnstraße bringen müssten. Er appellierte an die Stadtverwaltung und die Gemeinderatskollegen, diese Brücke zu erhalten und zu sanieren. Diesen Vorschlag bezeichnete Pfeiffer "diskussionswürdig". Rudolf Krumrey (Grüne) regte an zu versuchen, die Deutsche Bahn als Gleiseigentümerin mit ins Boot zu nehmen in der Hoffnung, dass sie sich an den Sanierungskosten beteilige. "Ich denke nicht, dass man die Brücke in Ottenau braucht", mente dagegen Theo Gehrmann (FDP). Bevor es diesbezüglich eine Entscheidung gibt, verlangt Gerd Pfrommer (SPD) weitere Details. Oberbürgermeister Christof Florus regte an, "notfalls die Brücke kurzzeitig zu sperren, um zu schauen, wie die Auswirkungen sind".

Rodenfels: Waghalsige Wendemanöver

Dringender Handlungsbedarf besteht auch in der Murgtalstraße über den Dorfbach (Gommersbach) in Bad Rotenfels. Derzeit gibt es eine Umleitung für Lkw ab 7,5 Tonnen über Adolf-Dambach-/Mercedes-/Eisenbahnstraße. Geplant ist, diese Brücke in diesem Jahr zu sanieren - sofern sich eine Fachfirma findet. Laut Bürgermeister Michael Pfeiffer hätten die Baufirmen eine hohe Auslastung. Deshalb werde es keine Ausschreibung geben. Gezielt würden drei Fachfirmen angeschrieben, geplant sei eine freihändige Vergabe. Ob diese Vorgehensweise erfolgreich ist, steht noch nicht fest. "Unter Umständen kann die Realisierung jedoch erst 2019 erfolgen", heißt es in der Sitzungsvorlage. Susanne Rodenfels (SPD) berichtete, dass sich Lkw-Fahrer mit ihren Brummis häufig verfahren und in Wohngebiete gelangen würden. Dort gebe es dann "waghalsige Wendemanöver und Rückwärtsfahrten". "Mit welchen Kosten müssen wir mittelfristig rechnen", wollte Andreas Paul (CDU wissen. "Eine schwierige Frage", meinte Brick. Allein die beiden Maßnahmen an den Brücken beim Heimatmuseum und beim Hirtenhaus seien mit jeweils einer drittel Million Euro veranschlagt. Er rechnet jedoch mit Kosten von jeweils einer halben Million Euro.

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